Freiburg 19.07.2019

«Sie steckten die Köpfe auf die Mistgabel»

Weil er wütend war, drohte ein Landwirt den Angestellten des Amts für Veterinärwesen. Er kassierte eine bedingte Haftstrafe.

Sein ganzer Rindviehbestand sollte beschlagnahmt werden – das freiburgische Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hatte das Verfahren eingeleitet. Das regte einen Landwirt aus dem Vivisbachbezirk im Feb­ruar dermassen auf, dass er auf Facebook schrieb: «Man sollte das Recht haben, jedes Jahr einen Beamten zu töten, um den anderen Angst zu machen.» Eine knappe Woche später telefonierte er mit einer Angestellten des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen – und sagte fast dasselbe: «Man müsste ab und zu einen Scheissbeamten töten, um den anderen Angst einzujagen.» Er drohte mit Suizid, aber auch damit, seine Rinder zu töten, damit sie nicht beschlagnahmt werden können.

Drei Tage später war er wieder auf Facebook aktiv und schrieb unter anderen: «Was ist ein Bauernaufstand – die Bauern köpften die Oberen mit der Sense, steckten die Köpfe auf die Mistgabel und gingen so durch die Strassen, um den anderen noblen Herren Angst einzujagen. Das waren noch schöne Zeiten.» Später postete er das Foto einer Mistgabel und notierte: «Meine ist parat und geschliffen.»

Die Polizei beschlagnahmte bei dem Bauern zwei Messer, ein Bajonett, ein Gewehr und drei Karabiner. Nun hat die Freiburger Staatsanwaltschaft den Mann mittels Strafbefehl wegen Drohung gegen Behörden und Beamte zu einer bedingten Haftstrafe von 60 Tagen verurteilt; die Bewährungsfrist läuft über vier Jahre. Zur Busse von 300 Franken kommen Verfahrenskosten von gut 500 Franken.

njb