FREiBURG 30.11.2019

Sternsinger bringen das Friedenslicht

Friedensprojekte im Libanon stehen im Zentrum der diesjährigen Sternsinger-Aktion. Wie die Veranstalter mitteilen, bringen die Sternsinger aus diesem Grund erstmals auch ein Friedenslicht in die besuchten Haushalte.

Die diesjährige Aktion Sternsingen steht unter dem Motto «Frieden», wie das katholische Hilfswerk Missio in einem Communiqué mitteilt. Erstmals arbeitet die Aktion dieses Jahr offiziell mit dem Friedenslicht zusammen, indem Sternsingergruppen das Friedenslicht aus Betlehem in die Haushalte bringen.

Mit dem Geld, das die von Haus zu Haus ziehenden Kinder sammeln, werden zwei Friedensprojekte im Libanon unterstützt, wie es bei Missio heisst.

Hilfe bei den Hausaufgaben

Bei den Projekten handelt es sich einerseits um ein Freizeit- und Förderprogramm von Caritas Libanon in Bourj, einem Vorort von Beirut. Hier leben laut Mitteilung von Missio Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak auf engstem Raum mit Migrantenfamilien aus Asien und Afrika zusammen.

Das Programm biete 100 Kindern aus benachteiligten Familien unabhängig von Herkunft und Religion Unterstützung bei den Hausaufgaben und Nachhilfeunterricht.

Dies sei vor allem für syrische Kinder wichtig, die in die Schulen aufgenommen würden. Bei den gemeinsamen Aktivi­täten lernten die Kinder einander zudem in ihrer Verschiedenheit kennen und könnten dadurch Vorurteile abbauen.

«Farben»

Das zweite Projekt trägt den Namen «Alwan» – was in arabischer Sprache «Farben» bedeutet. Es ist dem interreligiösen Dialog an Schulen gewidmet. Der Alwan-Unterricht wolle die Jugendlichen auf ihrem eigenen religiösen Weg stärken und den Respekt für andere Religionen fördern.

Der Unterricht orientiere sich an der «goldenen Regel», wonach man andere Menschen so behandeln soll, wie man selber behandelt werden möchte. Laut der Mitteilung von Missio wird das Alwan-Projekt derzeit bereits an 42 staatlichen und privaten Schulen durchgeführt.

Startschuss in Lugano

Jeweils um das Dreikönigsfest am 6. Januar herum ziehen Mädchen und Jungen als Heilige Drei Könige verkleidet von Haus zu Haus und sammeln Spenden für ihre Altersgenossen in anderen Weltgegenden – in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa.

Weltweit konnten durch diese Aktion laut Missio seit der Initiierung der Aktion im Jahr 1959 mehr als 73 000 Projekte und Hilfsprogramme gefördert werden.

Startschuss der Sternsinger-Aktion in der Schweiz ist wie jedes Jahr die Vollversammlung der Bischofskonferenz vom Dezember. Tessiner Sternsinger werden die Bischöfe, die vom 2. bis 4. Dezember in Lugano tagen, dort besuchen.

Zu Besuch beim Papst

Zum Jahreswechsel wird ausserdem eine Sternsingergruppe aus dem zürcherischen Horgen nach Rom fahren und am Neujahrsgottesdienst mit Papst Franziskus in Rom teilnehmen.

Das Friedenslicht aus Betlehem ist eine Aktion, die 1986 durch Helmut Obermayr vom oberösterreichischen Landesstudio des ORF ins Leben gerufen wurde. Es ist eine Spendenaktion mit dem zu teilenden Licht als speziellem Zeichen. Mittlerweile ist das ORF-Friedenslicht aus Betlehem in mehr als 30 europäischen Ländern zu einem neuen und beliebten Weihnachtsbrauch geworden.

Kurz vor Weihnachten entzündet jeweils ein Kind in der Geburtsgrotte von Bethlehem ein Licht, das dann in einer speziellen Laterne mit dem Flugzeug nach Wien gebracht wird. Von dort aus wird das Friedenslicht an über 30 Länder Europas, darunter auch die Schweiz, und in Übersee weitergegeben.

kath.ch/jcg