Cheseaux-Noréaz 05.02.2020

Vogelbestände bleiben konstant

Technisch gut ausgerüstet und warm angezogen zählten Freiwillige im Januar die Wasservögel am Murtensee.
Etwas weniger Vögel am Murtensee und etwas mehr Tiere am Neuenburgersee: Die Zählung in der Grande Cariçaie zeigt eine Konstanz im Vergleich zum November.

Mitte Januar hatten die FN einer Gruppe von Freiwilligen bei der Zählung der Wasservögel am Murten- und Neuenburgersee über die Schulter geschaut. Nun hat der Verein Grande Cariçaie die Resultate für die beiden Seen bekannt gegeben. Die Bedingungen für die Zählungen seien aufgrund des sehr schwachen Windes exzellent gewesen, schreibt er in einer Mitteilung. Das ermögliche sehr zuverlässige Angaben.

Viele Vögel in den Reservaten

Am Murtensee seien 3499 Vögel gezählt worden. Am häufigsten wurden Blässhühner mit 663 Exemplaren gesichtet, gefolgt vom Haubentaucher (622 Exemplare), der Mittelmeermöwe (429) und der Lachmöwe (359). Das Ergebnis der Zählung am Murtensee sei im Vergleich mit den Vorjahren stabil. Im November hatte der Verein an diesem See 3516 Wasservögel gezählt. Das waren 100 Individuen weniger als ein Jahr zuvor.

Am Neuenburgersee sichteten die ehrenamtlichen Teilnehmer 53 915 Vögel. Das sind nur wenige Individuen mehr als bei der letzten Zählung im November. Damals waren es 53 300 Vögel. Diese niedrigen Werte – vor einem Jahr waren es noch 76 000 Individuen – führte der Verein Grande Cariçaie auf die milden Wetterbedingungen in Nordosteuropa zurück. Deshalb seien die Vögel nicht von dort aufgebrochen, um woanders Nahrung und Unterschlupf zu finden.

40 941 Vögel haben sich in den Reservaten am Südufer des Neuenburgersees aufgehalten; davon befanden sich 38 Prozent in den Wasser- und Zugvogelreservaten von internationaler und nationaler Bedeutung.

Höchstwert beim Silberreiher

Spitzenreiter am Neuen­bur­ger­see waren die Reiherente (13 999 Individuen), die Tafelente (10 020), der Haubentaucher (7005), die Kolbenente (6753) und das Blässhuhn (5441).

Der Silberreiher ist eine Art, die erst seit den 1990er-Jahren in der Schweiz überwintert: Mit 167 Tieren sei ein neuer Höchstwert verbucht worden. Die meisten Tiere dieser Art hätten sich in der Region Fanel auf der Nordseite des Neuenburgersees aufgehalten. Die Nilgans und die Rostgans seien mit 40 beziehungsweise 73 Individuen ebenfalls sehr präsent gewesen.

Zahlen und Fakten

Zählung in Europa und in Afrika

Die Wasservogelzählung gibt es seit 1967. Sie wird in der Schweiz von der Vogelwarte Sempach koordiniert. In ganz Europa und auch in Afrika zählen Freiwillige die Wasservögel. Eine zweite Zählung findet im November statt, am Murten- und am Neuenburgersee am 15.  November. Die internationale Zählung wird von der Organisation Wetlands International koordiniert und hat unter anderem zum Ziel, die winterlichen Rückzugs-plätze der Vögel zu schützen und die Entwicklung der Wasservogelpopulation zu beobachten.

jmw