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Reich, erfolgreich und unglücklich

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Der erfolgreiche Anwalt Cornelius Kanter, geschieden und Vater von drei Töchtern, hat sich im Keller seines Hauses erschossen. Als an der Abdankungsfeier eine dunkelhaarige Frau auftaucht, ist es für die 18-jährige Tochter Alma klar, dass sie mehr wissen will. Im Hause des Vaters findet sie Dads Aufzeichnungen, die er in den letzten Tagen seines Lebens niedergeschrieben hat.

Widersprüchlichkeit des Lebens

Im Beruf ist der 53-jährige Anwalt Cornelius Kanter als kühl kalkulierender Stratege höchst erfolgreich. In der Gesellschaft geniesst er hohes Ansehen. Er kann sich jeden Luxus leisten. Sein Outfit ist stets perfekt. Kinder hat er auch. Und Frauen liegen ihm zu Füssen. Er fährt Ferrari und wohnt in einem prächtigen Altstadthaus inmitten der Stadt Zürich: ein bekanntes Bild. Spätestens seit dem Suizid von Carsten Schloter und Pierre Wauthier letztes Jahr weiss man, dass vieles Fassade ist (siehe auch Kasten).

«Der Keller in der Kirchgasse» ist die Geschichte einer erfolgsverwöhnten, doch emotional instabilen Persönlichkeit, die an der eigenen Widersprüchlichkeit zerbricht. Die Handlung ist spannend und leichtflüssig. Als Leser schwankt man oft zwischen Abneigung und Betroffenheit. Kurzum: Die Geschichte lässt einem nicht kalt.

Der Autor ist ein äusserst guter Beobachter und schreckt auch nicht davor zurück, Sexszenen in allen Details wiederzugeben. Doch auch das Abgründige, Lebenslügen lässt er einfliessen. Vogel beschreibt Szenen, die dem Leser nicht fremd sind. «Wenn der mich um meine Meinung fragt, lüge ich freundlich …» Und er nimmt die Anwälte in die Zange: «Als Anwälte sind wir teure Prostituierte. Je mehr Geld offeriert wird, desto grösser die Schweinereien, die wir mitzumachen bereit sind.»

Etwas zu dick aufgetragen sind die Liebesbezeugungen des alternden Rechtsanwaltes. Das 320-seitige Buch liegt gut in der Hand. Nicht nur wegen der spannenden Lektüre, sondern auch wegen dem aussergewöhnlichen Format: etwas grösser als ein Taschenbuch und kleiner als ein traditionelles Buch.

Artur Kilian Vogel: «Der Keller in der Kirchgasse», Verlag Offizin Zürich 2014.

Artur K. Vogel: Die Welt neu erschaffen

D ie Erzählung ist eine Lebensbeichte. Und da meint man beim Lesen plötzlich den Chefredaktor besser zu kennen. Der Autor nimmt dazu Stellung.

Wie viel Biografisches ist in Ihrem Buch?

Natürlich schöpft man aus seinem Erinnerungs- und Erfahrungsschatz. Fiktion jedoch eröffnet einem, im Gegensatz zum Journalismus, die Möglichkeit, die Welt neu zu erschaffen. Und ich habe diese Möglichkeit voll ausgereizt: Keine Person, kein Ereignis existiert so, wie ich sie in meinem Buch beschreibe; der Roman hat nichts Autobiografisches. Nur die Schauplätze der fiktiven Handlung sind authentisch.

Sie beschreiben oft das Outfit der Figuren. Warum ist Ihnen das so wichtig?

Der Protagonist in meinem Buch scheitert unter anderem daran, dass er doch ein eher oberflächlicher Zeitgenosse ist und sich mit Gefühlen schwertut. Für ihn sind Äusserlichkeiten ziemlich wichtig, also Autos, Kleider, Schuhe, aber auch Restaurants, Hotels und prestigeträchtige Reiseziele.

Beim Lesen denkt man unwillkürlich an die Topmanager Schloter und Wauthier. Hat Sie deren Freitod zum Schreiben bewogen?

Ich habe das Buch zu grössten Teilen 2011 geschrieben, also vor den erwähnten Suiziden. Diese haben mich nur dazu motiviert, mich endlich aufzuraffen und einen Verleger für das Manuskript zu suchen. il

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