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Reise in die Vergangenheit

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Aus meiner Sicht

 Mich plagt mal wieder das Fernweh. Nichts scheint mir momentan verlockender als den Kilimanjaro zu besteigen, Singapurs Skyline zu fotografieren oder wenigstens in der Toskana am Strand zu liegen. Doch während ich in meinem Kopf bereits «ich packe meine Koffer und nehme mit …» spiele, sollte ich eigentlich für die kommenden Prüfungen lernen. «Fünf Minuten Pause, das habe ich mir verdient», rede ich mir ein und schwupps–bin ich im Internet und recherchiere. Der Flug nach Rio würde nur wenige Hundert Franken kosten, aber 44 Stunden unterwegs? Eine Woche Kreta gäbe es für knapp 300 Franken, welch ein Schnäppchen! Meine Finger kommen gefährlich nahe an den Buchen-Knopf … soll ich, darf ich, kann ich?

 

 Auf einmal halte ich inne. Mal abgesehen davon, dass ich weder Geld noch Zeit habe, kommt ein anderer Gedanke in mir auf: Was würde ich tun ohne das Internet? Was würde ich tun, wenn Online-Buchen plötzlich keine Option mehr wäre? Kein schnelles Vergleichen von Flügen, keine Tripadvisor-Kommentare, nicht mal Zugverbindungen nach Zürich nachschauen?

 

 Ob ich mich denn nicht mehr ans SBB-Kursbuch erinnern könne, fragen mich meine Eltern, als ich bei ihnen nachforsche. Kursbuch? Ein dickes Buch, in dem alle Zugverbindungen drinstehen. Also wirklich alle. Was wurde da geblättert, um eine einigermassen vernünftige Verbindung zu finden! International erscheint mir das Reisen noch dreimal komplizierter. Meine Eltern erzählen mir von ihren Ferien in Peru in den frühen 80ern. Die Buchung des Transatlantikfluges geschah übers Reisebüro, Inlandflüge und Züge wurden vor Ort gesucht. Sie spazierten einfach zum Flughafen und fragten, ob es denn am nächsten Tag einen Flug nach XY gäbe. Bei Busfahrten musste zuerst der Reiseführer konsultiert werden – schliesslich galt es, herauszufinden, welches Unternehmen vertrauenswürdig war.

 

 Auch die Kommunikation mit den Daheimgebliebenen stelle ich mir um einiges schwieriger vor. Briefe schreiben, wie lang das geht! Und zwischendurch mal ein überteuertes Telefonat mit schlechter Verbindung? Oder schottetet man sich einfach ein paar Wochen von zu Hause ab? Dank E-Mail, Whatsapp und Skype ist das heute unvorstellbar. Ich werde ganz nostalgisch bei so viel Abenteurertum, konsultiere Google–und voilà: Das SBB-Kursbuch existiert noch immer. Kann man für 16 Franken am Schalter kaufen oder übers Internet bestellen. Selbst das Kursbuch ist jetzt also ganz modern.

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