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Rekordverdächtige Apfelernten

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Apfelkuchen, Apfelpüree, Apfelsaft, Apfelschnaps, Apfelringe. Wohin bloss mit den vielen Äpfeln? Während man sich letztes Jahr fragte, ob der Baum im Garten vielleicht doch den Geist aufgegeben hat, weil er nichts hergibt, regnet es heuer förmlich Früchte. In den Geschäften gehen die Einmachgläser aus, die Mostereien kommen mit der Arbeit nicht nach.

Die Apfelflut ist nicht nur gefühlt, sie lässt sich auch quantitativ belegen. Gemäss den Schätzungen des Schweizer Obstverbandes sind heuer 168 000 Tonnen Äpfel in Apfelkulturen herangereift. Das sind 30 Prozent mehr als im Durchschnitt der vier Vorjahre. Ähnlich dürfte die Zunahme bei den Hochstamm-Feldobstbäumen sein mit 82 000 Tonnen.

Mostereien überrannt

Was für die Schweiz gilt, ist auch im Kanton Freiburg so. «Ja, es ist extrem. Wir arbeiten fast Tag und Nacht», bestätigt Niklaus Sturny von der Süssmostgenossenschaft Alterswil-Brünisried. Dort landen die qualitativ weniger hochstehenden Hochstammäpfel, während die Äpfel aus Apfelkulturen hauptsächlich als Tafeläpfel in den Läden verkauft werden. 60 000 Liter Apfelsaft werden Sturny und seine Kollegen dieses Jahr voraussichtlich herstellen. Aktuell sind es schon 35 000 Liter. Am 21. August haben sie mit dem Pressen angefangen. «Zwei Wochen früher als sonst.» Bis Ende Oktober werden sie noch zu tun haben. Seit 25 Jahren schreibt Sturny die Saftmengen auf: «Das ist eindeutig ein Rekordjahr. Das Maximum lag bisher bei etwa 56 000 Liter.» Im letzten Jahr, als der Frost die Früchte schon im Keime vernichtet hatte, waren es 2500 Liter.

Der Druck, die Äpfel so schnell wie möglich zu verarbeiten, sei heuer besonders gross, weiss Sturny. Denn wenn das Obst früher runterfalle, sei es nicht lagerfähig. «Viele Leute, die uns ihre Äpfel bringen, beklagen sich, dass sie eben erst die schönen Äpfel fürs Mosten aussortiert hätten, und jetzt faulten sie schon.» Das bestätigt auch Raphael Horner, Obstproduzent in Heitenried. «Wenn es zu trocken ist, haben die Äpfel kleine Verletzungen, sie fallen schneller runter und haben sofort braune Flecken.» Zudem seien die Keller zum Lagern der Äpfel bisher viel zu warm.

Selber aber kann Horner nicht klagen. In Heitenried profitiere man von einer Wetterlage, die zwischendurch auch Regen gebracht habe. «Die Qualität ist sehr gut.» 25 Prozent mehr Äpfel als in anderen Jahren konnte er ernten.

Freiburg ist nicht Mostindien

Raphael Horner vermarktet seine Tafeläpfel im Direktverkauf, in der Landi und in zwei Dorfläden. 2,50 Franken bekommt er pro Kilogramm. «Das bedingt aber, dass die Qualität stimmt. Flecken liegen nicht drin.» Er habe eigentlich immer zu wenig Äpfel, um die Nachfrage zu decken, deshalb sorgt er sich nicht, auf der Ware sitzen zu bleiben.

Damit steht Horner nicht alleine da. Die meisten Äpfel im Kanton Freiburg werden im Direktverkauf vermarktet und finden auch Absatz, wie Dominique Ruggli von der kantonalen Fachstelle für Obstbau in Grangeneuve sagt: «Denn die Apfelproduktion im Kanton Freiburg ist verglichen etwa mit dem Kanton Thurgau unbedeutend.» Freiburg sei mit eigenen Äpfeln unterversorgt (siehe auch Kasten), so Ruggli.

Verbrauchsmengen beschränkt

Schweizweit kann der Markt die aktuellen Mengen aber nicht zu hundert Prozent aufnehmen. Bei Tafelobst liegt der Bedarf bei 100 000 Tonnen, bei Mostobst bei 120 000 Tonnen. Und 7000 Tonnen können als Industrieobst zum Beispiel für Apfelmus verwendet werden. Mit anderen Worten: Für eine Übermenge von knapp 24 000 Tonnen muss gemäss Schweizer Obstverband ein Absatzkanal gefunden werden. Ob sie exportiert werden können, ist fraglich. «Wir sind zu teuer», sagt Ruggli. In der Schweiz erzielt ein Obstproduzent für ein Kilogramm Äpfel der Sorte Gala 1,10 Franken. Ein Produzent in Deutschland oder Frankreich bekommt für die gleiche Menge und Qualität 30 bis 40 Euro-Cent.

Sinken jetzt die Preise?

Das Risiko, dass die Grossverteiler trotz inländischem Überangebot preiswerte Ware aus dem Ausland einkaufen, ist ebenfalls gering. Denn dagegen gibt es Einfuhrbeschränkungen. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass Druck auf die Abnahmepreise entsteht, hält Ruggli für klein. Denn die Apfel-Richtpreise werden von den Apfel-Händlern, dem Detailhandel, der Produktion und den Lagerhaltern im Voraus festgelegt. Es sei allerdings möglich, dass bei grosser Auswahl an qualitativ hochstehenden Äpfeln nur noch die allerbesten Äpfel in die 1. Klasse aufgenommen würden. Was in anderen Jahren gut genug ist, ist dann weniger wert.

Obstproduzent Horner sieht noch einen anderen Nachteil in der reichen Ernte «Wenn Äpfel gratis verteilt und die Leute aufgefordert werden, alte, ungepflegte Bäume selber abzuernten, hat der professionelle Produzent keine Chance.»

Zahlen und Fakten

Obstanbau im Kanton ist gering

Im Kanton Freiburg werden auf 15 Hektaren Land Äpfel angebaut. Die Anbaufläche für Birnen beträgt 7, für Kirschen 3,5 und für Zwetschgen 1,8 Hektaren. Einen noch kleineren Anteil machen Pfirsiche, Aprikosen und Quitten aus. Insgesamt gibt es 31 Obstbaubetriebe, die zusammen 29 Hektaren Land bewirtschaften. Im grössten Obstanbaugebiet der Schweiz, im Kanton Thurgau, sind es 1600 Hektaren und 500 Betriebe. Auf professionellen Anlagen werden Niederstammbäume mit Tafelobstqualität angebaut. Die Feldobstbäume sind dagegen Hochstammbäume, die Mostobst ergeben. Von diesen gibt es gemäss Dominique Ruggli von der Obstfachstelle in Grangeneuve im Kanton rund 100 000 Bäume. Schweizweit sind es 2 Millionen.

rsa

 

 

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