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Rektoratswahl ist ein aufwendiges Ritual

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Am 7. Mai wird–voraussichtlich–der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Universitätsrektor Guido Vergauwen bestimmt. Die Wahl hat die Plenumsversammlung der vier Körperschaften der Uni: diejenige der Professoren, des Mittelbaus, der Studierenden sowie des technischen und administrativen Personals. Drei Kandidierende treten an: Astrid Epiney und Pascal Pichonnaz von der Rechtsfakultät und der Naturwissenschaftler und Vizerektor Titus Jenny.

Die Wahl organisiert ein Gremium aus je einem Vertreter der fünf Fakultäten. Diesem steht die Rechtsprofessorin Bettina Hürlimann-Kaup vor. Sie ist zugleich die Vorsitzende der Körperschaft der Professoren und leitet das Plenum. Laut Hürlimann-Kaup ist das Wahlprozedere wichtig: «Das aufwendige Wahlverfahren durch die universitäre Gemeinschaft gibt einem neuen Rektor und seinen Entscheiden eine starke Legitimation.»

Ritual macht Sinn

Das Auswahlverfahren begann vor rund einem Jahr. Die Wahlkommission machte sich eingehend Gedanken über mögliche Papabili, rief die Universitätsgemeinde zur Einreichung von Kandidaturen auf. «Das braucht Zeit zum Überlegen, zum Diskutieren», sagt Hürlimann-Kaup. Dann führte sie in ihrer Funktion Gespräche mit den vorgeschlagenen Kandidaten. Vier wurden empfohlen, drei haben sich für eine Kandidatur zur Verfügung gestellt. «Die Kandidaten müssen sich genau überlegen, ob sie die Aufgabe übernehmen wollen. Denn sie ist wichtig und anspruchsvoll.» Zudem müsse man während einer längeren Zeit auf die wissenschaftliche Tätigkeit weitgehend verzichten. «Das muss reifen, man kann man das nicht von heute auf morgen entscheiden.»

Die Rektoren der Universität rekrutieren sich in der Regel aus der Professorenschaft. Aus welcher der fünf Fakultäten der oder die Zukünftige kommt, sei nicht entscheidend. Es gebe kein definiertes Rotationsprinzip. Allerdings: «Man vermeidet, dass der unmittelbare Nachfolger aus der gleichen Fakultät kommt.» Ein Anwärter muss zudem keine fundierte Managementausbildung vorlegen können. Aber auch hier gelte: Repräsentieren, führen und sich durchsetzen zu können, gehörten ins Pflichtenheft, so Hürlimann-Kaup.

Einigung auf einen Namen

Am 30. April finden unter Hürlimanns Leitung öffentliche Hearings statt, in welchen sich die Kandidierenden der Universitätsgemeinde vorstellen, ihre Ideen und ein Strategiepapier vorstellen sowie Fragen beantworten. Einen Wahlkampf im engeren Sinne gebe es nicht, so Hürlimann-Kaup. «Wir sind keine Politiker.»

Am 7. Mai geht es dann nur noch um die Wahl. Es gibt maximal fünf Wahlgänge. Falls sich die Versammlung auf einen Kandidierenden mit der absoluten Mehrheit der Stimmen einigt, wird Hürlimann-Kaup dem Senat einen Vorschlag für die Ernennung des Rektors unterbreiten. Dieser entscheidet. «Es ist davon auszugehen, dass er dem Wahlvorschlag der Plenarversammlung folgt.» Sollte auch im fünften Wahlgang keiner der Kandidierenden die absolute Mehrheit erlangen,wird Hürlimann-Kaup dem Senat die Namen und die Resultate der drei Bestplatzierten vorlegen und dieser nimmt gestützt darauf die Wahl vor. Dieses Szenario sei ihres Wissens noch nie eingetreten, so Hürlimann-Kaup. Der Staatsrat bestätigt die Wahl und im März 2015 tritt der neue Rektor seinen Dienst an.

 Noch-Rektor tritt kürzer

Der noch amtierende Rektor Guido Vergauwen hätte 2015 Anspruch auf ein Sabbatjahr, weiss Hürlimann-Kaup. «Denn die Arbeit ist ausfüllend, sie kann aber auch belastend sein.» Doch Vergauwen wird nächstes Jahr 70 Jahre alt und erreicht damit die Altersgrenze für eine ordentliche Professur. Über seinen Anspruch auf ein Sabbatjahr habe er noch nicht nachgedacht, erklärte Vergauwen auf Anfrage, da er viel zu tun habe. In den «Ruhestand» als Professor gehe er am Ende des Frühlingssemesters 2015. Sein Nachfolger als Professor sollte im Herbst anfangen können.

Bettina Hürlimann-Kaup. Bild zvg

Kandidat

Titus Jenny, Professor für Chemie

Die 64-jährige Titus Jenny ist zurzeit Vizerektor für Forschung, Technologie- und Wissenstransfer an der Universität Freiburg. Von Haus aus Chemiker, wirkte der im Baselbiet beheimatete und im Thurgau aufgewachsene Jenny ab 1992 als Chemie-Professor in Freiburg. Er leitete die Instrumentalanalytik. Von 2002 bis 2006 sass er im Senat, danach war er Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.fca/Bild ae/a

Kandidat

Pascal Pichonnaz, Professor für Privatrecht

Der 46-jährige Pascal Pichonnaz ist seit 2000 Professor für Privatrecht und römisches Recht an der Universität Freiburg. Er ist seit 2009 in der Rechtsfakultät als Vizedekan zuständig für die internationalen Beziehungen. Von 2007 bis 2009 präsidierte Pichonnaz die Körperschaft der Freiburger Professoren. Seit 2012 amtet er als Vizepräsident der Schweizerischen Kommission für Konsumentenfragen.fca/Bild zvg

Kandidatin

Astrid Epiney, Professorin für Europarecht

Die 48-jährige Astrid Epiney hat den Lehrstuhl für Europarecht, Völkerrecht und schweizerisches öffentliches Recht an der Universität Freiburg inne und leitet als Direktorin das Institut für Europarecht. In Freiburg ist Epiney seit 1994 als Professorin tätig. Sie war von 2007 bis 2011 Vizerektorin und davor Dekanin der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Sie sitzt im Forschungsrat des Schweizerischen Nationalfonds.fca/Bild td/a

 

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