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Residieren in einem richtigen Schloss

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ein hoher, schmiedeeiserner, schwarzer Zaun umgibt das Areal, das Zugangstor ist abgeschlossen, der Eingangsbereich mit den Briefkästen ist videoüberwacht. Die Bewohner des Schlosses von Greng wollen offensichtlich keine ungebetenen Gäste auf ihrem Gelände haben.

«Neun Wohnungen befinden sich im Schloss», sagt der Makler Gerd Engelmann, als er das Tor aufschliesst. Eine dieser Wohnungen will er verkaufen. Doch als Erstes führt er die Besucher in den Schlossgarten. Die Stille am Mittag wird nur vom plätschernden Wasser des Zierbrunnens vor dem Gebäude durchbrochen. Ein gerader Kiesweg führt vom Schloss in die Mitte des Gartens zu einem runden, flachen Bassin. Hier treffen drei Wege rechtwinklig aufeinander. Diese Kieswege sind gesäumt von akkurat geschnittenen, sehr niedrigen Hecken und unterschiedlichen Zierpflanzen. Im Garten stehen mehrere Statuen im römischen Stil. Zum Schlossgarten gehören ebenfalls ein Labyrinth aus hohen Hecken sowie ein ruhiger Spielbereich für Kinder mit Trampolin, Schaukel, Sandkasten und einem kleinen Fussballtor. «Der Garten umfasst eine Fläche von über einem Hektar», sagt Engelmann, ehe er zum Schloss zurückkehrt.

Neues, handgehobeltes Parkett

Im Erdgeschoss des Gebäudes befinden sich eine leer stehende Kapelle und der Schlosssaal für Empfänge und Bankette. Wer im Schloss seinen Traum als alleinherrschender König realisieren möchte, wird aber enttäuscht werden. «Die Anlässe sind bei der Verwaltung im Voraus anzumelden», sagt Engelmann. «Damit nicht zwei Stockwerkeigentümer zur gleichen Zeit den grossen Saal und die dazugehörige Küche nutzen wollen.»

Auf dem Weg in das zweite Stockwerk fallen die hohen Marmorsäulen im Treppenhaus auf. Doch schnell ist klar, es handelt sich um Imi­ta­tio­nen. Beim Dagegenklopfen klingen die Säulen hohl.

Sofort nach dem Passieren der Wohnungstür bremst Engelmann die Besucher: «Bitte nicht mit den Schuhen durch die Wohnung gehen.» Überdimensionierte Hausschuhe muss man über die Schuhe ziehen – denn ein Stockwerk höher werden unsere Füsse über «neues, handgehobeltes Parkett aus Italien» schreiten.

Während der Schlossgarten und der Schlosssaal tatsächlich XXL sind, ist das bei der Wohnung anders. Verlaufen wird man sich hier sicherlich nicht, denn die Wohnung erstreckt sich über drei Stockwerke und hat übersichtliche 5,5 Zimmer.

Im Erdgeschoss gibt es ein verbundenes Wohn- und Esszimmer. Die Decken sind mit künstlerischen Stuckaturen verziert. Ein Kamin sorgt im Winter für wohlige Wärme. Von der Terrasse aus schweift der Blick über den Schlossgarten und die dahinter liegenden Felder. Auffallend in der abgetrennten, renovierten Küche ist der grosse, amerikanische Kühlschrank. Die Küchengeräte entstammen allesamt der Produktreihe «Grand Luxe» eines bekannten schwedischen Gerätefabrikanten.

Eine enge Wendeltreppe führt nach oben ins nächste Stockwerk. Dort hat es zwei Zimmer sowie zwei Badezimmer. Das italienische Parkett ersetzt den alten Teppichboden. Die zwei Badezimmer – einmal mit Whirlpool und einmal mit Dusche – sind sehr hell dank vieler Lichtspots an der Decke. Ein grosser Spiegel ist bei den je zwei Waschbecken angebracht. Noch ein Stockwerk höher, direkt unter dem Dach, ist eine Sauna für drei bis vier Personen. Gleich daneben befindet sich eine Dusche – ­ohne Tür oder Vorhang.

Verkaufspreis gesenkt

Die jetzige 5,5-Zimmer-Wohnung hatte ursprünglich neun Zimmer. Doch XXL scheint in Greng nicht gefragt zu sein. Niemand wollte zu dieser Zeit die Neun-Zimmer-Wohnung im Schloss kaufen. «Ende 2016 haben wir die Wohnung schliesslich geteilt», sagt Engelmann. Die so entstandene 3,5-Zimmer-Wohnung fand schnell einen Käufer. Die 5,5-Zimmer-Wohnung wartet allerdings immer noch auf einen neuen Besitzer. «Wir hatten bereits mehrere Interessenten», so Engelmann. Nun sei die Wohnung renoviert worden. «Damit ist sie in einem Zustand, wie es sich für ein Schloss gehört», sagt der Makler. Gleichzeitig sei der Verkaufspreis von 2,5 auf 2,2 Millionen Franken gesenkt worden. «Auch Miete ist möglich für brutto rund 7700 Franken», fügt Engelmann hinzu.

Dass die Wohnqualität, die Lage oder die Ausstattung der Wohnung für die potenziellen Käufer offenbar gar nicht eine wesentliche Rolle spielen, zeigt sich beim Blick auf die Unterlagen des Maklers. Der erste Punkt auf der Liste seiner «Highlights» zur Wohnung lautet: «Steuervorteile».

Ein Zufluchtsort für Adelige

Die lange Geschichte des Schlosses Greng

Das Schloss Greng wurde von 1785 bis 1788 vom Freiburger Charles de Castella gebaut. Auftraggeber war der französische Graf Gigot de Garville. Während der Französischen Revolution kamen verfolgte Adelige im Schloss Greng unter.

Im Jahr 1893 wurde Nestlé-Präsident Emile-Louis Roussy neuer Schlossherr. Nach seinem Tod war das Gebäude zeitweise eine Pension und Herstellungsort von Konfitüren und Tomatenpüree. Als 1956 der letzte Mieter auszog, verfiel das Schloss Greng.

Dreissig Jahre später kaufte der Architekt Hans-Ulrich Würgler zusammen mit drei Geschäftsfreunden das Gebäude und das dazugehörende Gelände. Für die Finanzierung der Renovation baute Würgler auf einem Teil des Areals 24 Reihenhäuser und verkaufte diese. Seit 1989 ist das Schloss Greng wieder bewohnt.

Heute hat Greng knapp über 170 Einwohner, die meisten leben nahe dem Schloss.

jmw

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