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«Respekt vor der Verantwortung»

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Europarechtlerin Astrid Epiney hat die Nomination zur neuen Rektorin der Universität Freiburg gefasst zur Kenntnis genommen. Dennoch, so sagt sie: «Ich habe mich gefreut über die Nominierung und das Vertrauen, das mir die Universitätsgemeinschaft schenkt.» Das Ergebnis sei nicht voraussehbar gewesen. Die Juristin wurde am Mittwochabend schon im zweiten Durchgang für gewählt erklärt. Sie wird dem Senat, dem Führungsgremium der Uni, nun zur Wahl vorgeschlagen. Dieser tagt am 22. Mai. Allerdings gelten die Wahl und die formelle Bestätigung durch den Staatsrat als sicher. Epiney sagt: «Ich habe Respekt vor der Verantwortung, die auf mich zukommt. Ich werde alles daran setzen, das Vertrauen nicht zu enttäuschen.»

Strategische Richtlinien

Im Rahmen des Wahlkampfes haben die drei Kandidaten ihre Vorstellungen für die Universität von morgen skizzieren müssen. Entscheide würden zwar im Rektoratsteam gefällt, sagt Epiney, und sie habe sich noch keine Gedanken gemacht über dessen zukünftige Zusammensetzung, doch einiges sei ihr wichtig: Zum Beispiel wolle sie sich für Kohärenz innerhalb der Bereiche der Uni bemühen, ohne aber befehlen zu wollen. «Ich kann einer Person nicht vorschreiben, was sie zu tun hat, wenn sie nicht dahinter steht.»

Einen Fokus legt Epiney auf die Struktur der Uni und ihre Rolle in der Gesellschaft. «Sie ist nicht dazu da, nur‹nützliche›,also ökonomisch verwertbare Dinge hervorzubringen, sie hat eine kulturelle Rolle und eine Rolle der Selbstreflexion in der Gesellschaft.» Die Uni müsse sich entwickeln und auf ihre Stärken setzen, um zwischen Bern und dem Genferseebogen zu bestehen.

Zentrale Herausforderungen seien die gesetzliche Entwicklung–das kantonale Unigesetz ist hängig–und die Umsetzung der Um- und Ausbaupläne der Gebäude. Sie nennt zwei Beispiele: «Wir brauchen für die Naturwissenschaftliche Fakultät Raum, wir brauchen für die Rechtsfakultät den Bau beim Thierry-Turm.» Schliesslich bezeichnet sie die Suche nach Finanzmitteln als vordringliches Ziel. «Wir müssen unseren finanziellen Spielraum optimieren, denn ohne Geld geht nichts.» Nur so könne die Universität ihre Autonomie bestmöglich ausfüllen.

Als frühere Vizerektorin habe sie Einblick in die wichtigen Dossiers der gesamten Uni erhalten, so Epiney. «Man sieht die Probleme und die Entwicklungsmöglichkeiten.» Wer sich in erster Linie mit seiner eigenen Fakultät beschäftige, bekomme nicht alles mit. Durch ihre Tätigkeit habe sie zusätzliche Erfahrung gesammelt und nun eine kürzere Einarbeitungszeit. Im Gegenzug habe sie von Nahem die Besonderheiten des Amtes miterlebt: «Ich weiss auch, dass der Job des Rektors kein Sonntagsspaziergang ist.»

Dass sie die erste Rektorin in Freiburg wird, sei zwar ein Zufall. Wenn sie aber so einen Beitrag zur Gleichstellung leisten könne, umso besser. «Wir sind noch nicht am Ende. In der Politik, der Wirtschaft und auch der Wissenschaft sind Frauen in hohen Positionen noch nicht alltäglich.»

Glücklicher Rektor

Rektor Guido Vergauwen freut sich auf Anfrage über Epineys Nomination: «Sie hat wie ihre Mitbewerber auch eine grosse Erfahrung und die nötigen wissenschaftlichen und menschlichen Qualitäten für die Aufgabe.» Epiney habe sich zur Weiterführung wichtiger Projekte verpflichtet, die unter seiner Führung aufgegleist worden sind, so Vergauwen.

Zur Person

Der lange Weg ins Rektoratsbüro

Astrid Epiney wurde 1965 in Mainz geboren und ist dort aufgewachsen. In Mainz erhielt sie auch eine erste Ausbildung als Kirchenmusikerin am Bischöflichen Institut. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit wirkte sie seit 1982 an ihren Arbeitsorten als Organistin. Nach dem Rechtstudium an den Universitäten Mainz und Lausanne sowie ihrem Doktorat kam sie 1994 nach Freiburg. Seit 1996 ist sie ordentliche Professorin und führt den Lehrstuhl für Europarecht, Völkerrecht und Öffentliches Recht. Von 1999 bis 2001 war sie Präsidentin der Körperschaft der Professoren der Uni, von 2005 bis 2007 Dekanin der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, und dann bis 2011 in der ersten Amtsperiode von Rektor Guido Vergauwen eine der vier Vizerektoren. 2011 wurde Epiney in die französische Ehrenlegion aufgenommen und ist seit 2012 Präsidentin des Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierates.fca

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