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Restaurants belasten die Finanzen

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Der Gemeinderat Tafers will das gemeindeeigene Hotel-Restaurant Taverna verkaufen. Das Führen eines solchen Betriebes sei nicht das Kerngeschäft einer Gemeinde, begründet Ammann Josef Cattilaz (siehe FN vom 2. April). Diese Ansicht teilen die Präsidenten der Ortsparteien. Dennoch ist es ihnen wichtig, dass die Gemeinde das Gebäude nur unter gewissen Auflagen verkauft (siehe Kasten).

Viele Gemeinden und Pfarreien im Bezirk sind Besitzer von Restaurants. Meist belasten die Gaststätten die Kasse der öffentlichen Hand. «Es ist schwierig, Pächter zu finden, weshalb die Gemeinden und Pfarreien gezwungen sind, die Gebäude zu einem niedrigen Zins zu verpachten», sagt Hans Jungo, Präsident des Wirteverbandes Gastro Sense.

Suche nach Pächter

Der Verkauf der Gebäude stösst trotzdem oft auf den Widerstand der Bevölkerung. Die Pfarreibürger von St. Ursen lehnten an einer Versammlung im Jahr 2009 den Antrag des Pfarreirates ab, einen Käufer für das «Goldene Kreuz» zu suchen. Momentan ist die Pfarrei auf der Suche nach einem Pächter; der jetzige Wirt will den Betrieb nach nur zwei Jahren wieder abgeben. Dies, obwohl die Pfarrei ihm mit dem Zins sehr entgegengekommen ist, wie Pfarreirat Pius Nietlispach erklärt. «Das Restaurant läuft einfach nicht», erklärt er.

Abbruch befürchtet

«Für die Pfarrei wird die Situation sehr schwierig», sagt Nietlispach. Der Unterhalt des Restaurants sei extrem teuer, und jeder Pächterwechsel führe zu zusätzlichen Kosten und erfordere grossen personellen Aufwand. «Diese Ressourcen würden wir viel lieber in die Seelsorge oder in die Kirche investieren», führt er aus. Die Einwohner von St. Ursen befürchteten bei einem Verkauf den Abbruch des Gebäudes, vermutet Nietlispach. «Das Restaurant kann aber nicht einfach so abgebrochen werden, da es sich um ein rund 100-jähriges, schützenswertes Gebäude handelt.»

«Buffet strategisch wichtig»

Das Bahnhofbuffet in Düdingen ist im Besitz der Gemeinde. Im Jahr 2000 hatte die Gemeindeversammlung dessen Verkauf abgelehnt. «Seither war der Verkauf nie ein Thema», sagt Ammann Kuno Philipona. Möglicherweise werde er wieder zur Diskussion stehen, wenn sich die Finanzlage der Gemeinde verschlechtere. Die Wirtschaft sei für die Gemeinde wie vielerorts auch nicht rentabel. Mit dem Podium habe sich auch die Situation verändert, da den Vereinen damit eine ideale Lokalität zur Verfügung stehe. «Das Buffet ist für uns jedoch strategisch wichtig, da wir so eine Liegenschaft im Dorfzentrum besitzen.»

 Für die Pfarrei Düdingen rentabel ist hingegen der eigene Gasthof. Vor zwei Jahren weihte sie den renovierten Gasthof Ochsen ein; über vier Millionen hatte sie investiert. Seither ist der Ochsen kein reines Restaurant mehr, sondern wird gemischt genutzt. In den oberen Stockwerken gibt es Gewerbefläche und Wohnungen. Vor der Renovation stand der Verkauf jedoch auch zur Debatte; mittels Umfrage hatte die Pfarrei damals bei den Bürgern den Puls gefühlt. «Der Verkauf war nicht gewünscht, deshalb entschieden wir uns für die gemischte Nutzung», sagt Pfarreipräsidentin Rita Aeby-Häfliger. Dies habe sich bewährt. «Wir sind sehr zufrieden», sagt sie, ohne dabei Zahlen nennen zu wollen.

«Investitionen lohnen sich»

In St. Antoni ist der Verkauf des Senslerhofes kein Thema, wie Ammann Urs Klemenz erklärt. «Das Restaurant läuft gut, und wir sind darauf angewiesen, dass wir einen Saal haben für die Aktivitäten der Vereine und der Gemeinde», begründet er. In den vergangenen acht Jahren hat die Gemeinde gemäss Klemenz zirka eine Million Franken für Sanierungen im und am Gebäude ausgegeben. «Das kann nicht voll kostendeckend sein, aber für uns lohnen sich die Investitionen.»

Hirschen 2003 verkauft

In Plaffeien liegt der Verkauf des Gasthof Hirschen zehn Jahre zurück. Dies stiess zuerst auf Widerstand der Bevölkerung. Eine Interessengemeinschaft aus Gewerbetreibenden und Privaten des Dorfes machte darauf ein Angebot; diesem stimmte die Gemeindeversammlung schliesslich zu.

Courgevaux: Restaurant für das Soziale wichtig

A uch in Courgevaux im Seebezirk ist ein Restaurant im Besitz der Gemeinde. Syndic Eddy Werndli ist die Auberge in Courgevaux wichtig: «Wir machen keinen Gewinn. Aber wir wollen damit etwas für die Menschen in unserer Gemeinde tun, man muss auch an den sozialen Aspekt denken. Eine Auberge für ein Dorf mit 1400 Einwohnern ist wirklich nicht zu viel.» Zudem könne der Saal des Restaurants auch für Gemeindeversammlungen genutzt werden. Seit dem 31. Dezember 2011 sind Claudia Blatter und Gilles Senaud Pächter des Restaurants. «Es läuft gut im Moment, und wir hoffen, dass es so weitergeht», sagt Werndli. Als der langjährige Pächter Laurent Schmutz die Führung des Restaurants 1998 aufgegeben hatte, kam es immer wieder zu Wirtewechseln. Die Auberge zu verkaufen, sei für die Gemeinde jedoch nie infrage gekommen. emu

Taverna: Die Parteien sprechen sich für den Verkauf aus

D ie Gemeindeversammlung Tafers wird über den Verkauf der Taverna bestimmen. «Wir werden das Dossier vorlegen, sobald es einen interessierten Käufer gibt», sagt Ammann Josef Cattilaz.

Die Dorfparteien haben sich intern noch nicht abgesprochen, die Parteipräsidenten äussern sich gegenüber den FN aber in erster Linie positiv zum Vorhaben. «Es ist nicht Aufgabe der Gemeinde, Geld für ein Restaurant auszugeben», sagt Marlies Sturny, Präsidentin der CSP Tafers. Sie denkt, dass ein grosser Teil der Bevölkerung das auch so sieht. Ähnlicher Meinung ist Thomas Rauber, Präsident der örtlichen CVP. «Der Gemeinderat verfolgt die richtige Strategie», sagt er. Tafers müsse bezüglich Finanzen Prioritäten setzen. Einige Mitglieder der CVP würden dies aber sicher anders sehen. «Bei einem Verkauf wird es auf jeden Fall Auflagen brauchen. Das Gebäude ist zu prominent platziert, um es an irgendjemanden zu verkaufen», hält Rauber fest.

Die SP trage den Entscheid des Gemeinderates mit, sagt Präsidentin Bernadette Catillaz. Die anstehenden Investitionen in die Taverna seien ein guter Grund für den Verkauf.

Robert Sturny koordiniert die Anlässe der Ortsvereine. «Ich kann verstehen, dass der Gemeinderat die Taverna verkaufen will.» Das Restaurant sei aber wichtig für die Vereine. «Im Saal finden pro Jahr etwa 30 Lottos statt.» mir

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