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Rette deine Haut

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

wort zum sonntag

Autor: Ingrid Grave/Kipa

Rette deine Haut

Die eigene Haut retten, das heisst: Es besteht höchste Gefahr! Lasse alles! Es geht ums Überleben! Rette dich! Wie anders spricht Jesus! (Lk 9, 18-24) Er hat niemandem gesagt: Sieh zu, dass du davonkommst! Und doch spricht auch er von der Rettung des eigenen Lebens, allerdings ganz anders: Wer sein Leben retten will, wird es verlieren.

Es hört sich fast so an, als sollten wir uns für die Rettung des eigenen Lebens, der eigenen Existenz keine Mühe machen. Es lohne sich nicht wirklich. Dabei hat Jesus selbst so vielen Menschen geholfen, sich von todbringenden Krankheiten zu befreien. Damit sie wieder gut leben konnten!

Um zu verstehen, was Jesus meint mit seinem widersprüchlichen Wort von der Rettung des eigenen Lebens, müssen wir auf sein Ende schauen. Jesus, ein hochintelligenter junger Mann, hätte sicher das Zeug gehabt, den Jerusalemer Behörden im letzten Moment zu entwischen, irgendwo im grossen römischen Reich unterzutauchen, eine unauffällige Existenz zu finden ausserhalb der jüdischen Gefahrenzone.

Er tat es nicht! Er verzichtete darauf, seine Haut zu retten. Warum eigentlich? Ich glaube, es lässt sich nur so erklären: Jesus hatte zutiefst in seinem Innern seinen ureigenen Auftrag, seine Sendung, erkannt. Das bedeutete für ihn, den Gott der Liebe verkünden, radikal zur Wahrheit stehen, aus ihr und für sie leben, jedem Hass- und Rachegedanken abschwören. Er glaubte an diese Botschaft, er bezeugte sie und bezahlte dafür – in Treue zu sich selbst – mit seinem Leben.

Mit welchem Leben? Mit dem zeitlich begrenzten Leben. Damit ist gesagt, es gibt noch ein anderes Leben, für das sich der totale Einsatz lohnt. Wer dieses andere Leben gewinnen will, wird wie Jesus und um seinetwillen alles daran setzen, den eigenen Alltag unter das Gebot von Wahrheit und Liebe zu stellen.

Wer das tut, in Treue zu sich und seiner eigentlichen menschlichen Berufung, wird im Wirtschaftsleben und auch sonst Benachteiligungen verschiedenster Art in Kauf nehmen müssen. Diese Benachteiligungen werden ihn wahrscheinlich nicht gerade umbringen, aber die Qualität seines Alltags, seines Lebensvollzuges, vielleicht empfindlich beeinträchtigen. Er wird Verlust von Leben erleiden, Leben verlieren. Einerseits! Andererseits wird er Leben gewinnen.

Es wird ein Leben sein in furchtloser Wahrhaftigkeit, in wohltuender Aufrichtigkeit und zunehmender innerer Freiheit. Je konsequenter er dieses Leben führt, umso intensiver wächst in ihm die Ahnung von einem Leben ohne jegliche boshafte Anfechtung. Jetzt hat er einen Vorgeschmack davon, doch eines Tages wird es sein endgültiger Gewinn sein.

Hat Jesus durch oder trotz Kreuz und Tod Leben gewonnen? Seine Jünger und Jüngerinnen waren davon überzeugt. Ihre Glaubensüberzeugung hat sich niedergeschlagen in den Osterberichten. Er lebt!

Der Menschensohn muss vieles erleiden, wird verworfen werden und getötet, und er wird auferstehen. Wer sein Jünger, seine Jüngerin sein will, wird ähnliche Erfahrungen machen. Da geht es nicht um die Rettung der eigenen Haut, sondern um ein Leben auf dem Boden der Liebe, der Grundlage allen Lebens. Und diese Liebe stirbt nicht. Sie trägt in sich den Keim des ewigen Lebens. Wenn das kein Gewinn ist!

Ingrid Grave ist Dominikanerin und lebt in Zürich, wo sie in der Ökumene und in der Arbeit mit Frauen engagiert ist.

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