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Rettung der Freiburger Alpwirtschaft zeichnet sich im allerletzten Moment ab

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Laurent Gachet führt einen Betrieb mit 50 Tieren und einer Produktion von rund zwei Laiben Käse pro Tag. Umgerechnet sind das acht Tonnen pro Saison. Er kann das, weil der Kanton der Freiburger Alpwirtschaft mit 1,5 Millionen Franken unter die Arme gegriffen hat. Staatsrätin Marie Garnier lud gestern auf die Alp Planey, auf welcher Gachet tätig ist.

Es war eine Rettung in letzter Minute, so Garnier. Namentlich wegen der gestiegenen Anforderungen an die Hygiene in der Käseproduktion drohte die traditionsreiche Freiburger Alpwirtschaft auszusterben. Denn die Betreiber und Eigentümer hatten nicht die Möglichkeit, den Vorgaben gerecht zu werden und aus eigener Kraft Investitionen zu tätigen.

Notplan vor fünf Jahren

Vor rund fünf Jahren stiess der Kanton den Rettungsplan als Teil eines gross angelegten Projektes zur Ankurbelung der Wirtschaft an. Er hatte zwei Stossrichtungen. Erstens sollten die rund 60 in die Jahre gekommenen Gebäude saniert werden.

Zu den vordringlichsten Massnahmen gehörte auch der Anschluss an die Wasserversorgung, eine Grundbedingung für die Weiterführung der Produktion, wie Projektleiter Jean-Paul Meyer betonte.

An fast allen der total 60 Hütten mussten Arbeiten verrichtet werden. Drei Bauten liegen auf Deutschfreiburger Gebiet: zwei in Jaun und eine in Plaffeien. Die allermeisten stehen im Greyerzbezirk. Ausserdem wurde in Charmey im Gebiet La Tzintre für total vier Millionen Franken ein Reifungskeller nach dem neuesten Stand der Technik gebaut (die FN berichteten), auch eine wichtige Voraussetzung für den Fortbestand der Alpwirtschaft.

Garnier bezeichnete gestern das Engagement des Kantons – unterstützt durch Gelder des Bundes–als Erfolg. Mit dem Geld konnte die Einhaltung der Hygienevorschriften gewährleistet werden.

Gute Rahmenbedingungen

 Zu diesen gehören gut erhaltene und gut zu desinfizierende Einrichtungen in den Hütten. Die Vorgaben seien in den Käsereien unten im Tal einfach einzuhalten, sagte Garnier. In den Alpbetrieben seien sie bedeutend aufwendiger und bedürften deshalb erst recht der Unterstützung durch den Staat. Zumal auch die neue Landwirtschaftspolitik des Bundes die Förderung der Alpwirtschaft vorsehe.

Dass die Zukunft der Älpler gesichert werden konnte, zeigt sich auch an den Statistiken. Trotz aller Schwierigkeiten blieb die Zahl der Produzenten in den letzten Jahren gleich hoch. Garnier betonte, dass die Gesamtsituation der Älpler heute als gut zu werten ist, nicht zuletzt durch deren Engagement und Fachwissen selbst, aber auch durch günstige Rahmenbedingungen.

Darunter zählt die Staatsrätin die in der Bevölkerung tief verankerte Bedeutung der traditionellen Lebensmittelproduktion im Kanton Freiburg. Die Freiburger seien stolz auf ihre Armaillis und die Eigentümer der Alpen. Garnier betonte, dass es schliesslich darum ging, Normen und Traditionen in Einklang zu bringen. Die produzierten Käse gehörten zu den führenden Erzeugnissen der Freiburger Lebensmittelherstellung.

Der einzige Ausweg

Laut Philippe Dupasquier, dem Präsidenten des Alpwirtschaftlichen Vereines, zogen die Älpler von Anfang an mit, jedenfalls die meisten. Ihnen war klar, dass sie nur so ihre Betriebe auch halten konnten. Für André Remy, Präsident der Genossenschaft der Alpkäseproduzenten, hat für diese die Zukunft begonnen. Er erinnerte daran, dass die Alpproduktion im Kanton Freiburg kurz vor seinem Ende gestanden hatte und dass der Plan diese nicht nur wiederbelebt, sondern auch einen bedeutenden Teil ihrer Eigenschaften sowie ihre Authentizität bewahrt hatte.

So kann die traditionelle Verwendung von Holz fürs Anfeuern beibehalten werden. «Wir schauen nun mit Hoffnung und Freude in die Zukunft», schloss Remy.

Staatshilfe: Subventionen im Mikrobereich

D ie Freiburgische Alpwirtschaft verarbeitet die Milch von 1500 Tieren mit einer Produktion von 170 Tonnen Gruyère und 70 Tonnen Vacherin pro Jahr. Während der Kanton üblicherweise grosse Projekte unterstützt, um den administrativen Aufwand gering zu halten, sah er hier gezielt eine Anschubfinanzierung für kleine Vorhaben vor.

Die Mehrheit der Probleme war dann auch mit geringen Beiträgen zu lösen. Konkret: Die Arbeiten an den Hütten kosteten im Schnitt rund 20 600 Franken, diejenigen an der Wasserversorgung etwa 52 000 Franken. Allerdings gab es gerade in dieser Kategorie grosse Unterschiede, von kleineren Eingriffen bis zur Errichtung eines vollständigen Versorgungsnetzes. Bund und Kanton schossen bis zu drei Viertel der nötigen Gelder ein. Die Gesamtinvestitionen beliefen sich auf rund 2,9 Millionen Franken. fca

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