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Richtplan löst bei Landgemeinden Fragen zum verdichteten Bauen aus

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Freiburg erwartet bis 2050 rund 150 000 oder 50 Prozent mehr Einwohnerinnen und Einwohner im Kanton als heute. «Sie alle brauchen Platz zum Wohnen, Arbeiten und Sich-Bewegen. Deshalb planen wir diese Entwicklung weit voraus», sagte Bau- und Raumplanungsdirektor Jean-François Steiert am Mittwochabend in der Aula der Orientierungsschule Murten an der Infoveranstaltung zur Totalrevision des Richtplans. Daran nahmen neunzig Personen teil.

Voraussetzungen eng definiert

Der kantonale Richtplan hat ein Hauptziel: Um die Zersiedelung und den damit verbundenen Landverlust zu stoppen, soll der Kanton in Zukunft auf dem Land nur noch um 15 statt wie bisher fast um 70 Prozent wachsen. Neu soll das Wachstum zu 25 statt wie bisher zu 9 Prozent in sechs regionalen Zentren durch verdichtetes Bauen erfolgen – im Seebezirk vor allem in Murten. «Deshalb werden Ein- und Umzonungen künftig nur unter eng definierten Voraussetzungen genehmigt», sagte Giancarla Papi, die Vorsteherin des Bau- und Raumplanungsamtes.

Dazu fragte der Ulmizer Gemeindepräsident Beat Aebersold: «In Landgemeinden werden künftig mehr Gebäude wie Scheunen nicht weiter landwirtschaftlich genutzt. Dürfen wir sie für gewerbliche Zwecke oder für privaten Wohnraum umnutzen?»

Die Frage beantwortete Jean-François Steiert: «Der Spielraum dafür ist klein, weil der Bund nach der Volksabstimmung von 2013 zum Raumplanungsgesetz ein Bauzonenmoratorium verhängt hat.» Diesen demokratisch gefällten Entscheid gelte es zu respektieren, meinte er.

Schmerzhafter Prozess

Peter Hauser, der Fräschelser Gemeindeammann, erhob den rhetorischen Warnfinger: «In kleinen Gemeinden bildet sich gegen verdichtetes Bauen enormer Widerstand, weil die Einwohner das Ortsbild nicht verändern wollen. Wir erleben das in Fräschels mit zwei geplanten Mehrfamilienhäusern. Aus dieser Erfahrung prognostiziere ich dem verdichteten Bauen einen schmerzhaften Prozess.»

Jean-François Steiert sagte dazu: «Verdichtetes Bauen ist im Richtplan in den regionalen Zentren geplant, nicht in Fräschels.» Trotzdem brach er eine Lanze für das verdichtete Bauen: «Darunter darf man sich nicht per se eine schlechtere Lebensqualität oder ausschliesslich Hochhäuser vorstellen.» Er nannte als gelungenes Beispiel das Freiburger Burgquartier: «Es ist das am dichtesten gebaute Quartier im Kanton – und doch beliebt.»

Auf die Anmerkung einer Frau, ländliche Gemeinden seien ihrer Erfahrung nach weniger gegen das verdichtete Bauen, sondern vor allem für den Erhalt des historischen Ortsbildes ihrer Wohngemeinde, verwies Steiert auf die Welt­ausstellung in Paris von 1889: «Hätten damals die Politiker die Bewohner der Stadt entscheiden lassen, was mit dem hässlichen Metallturm geschehen soll, wäre der Eiffelturm vermutlich abgerissen worden. Heute zieht er Menschen aus der ganzen Welt an.»

Zahlen und Fakten

Im kantonalen Richtplan sind zehn Projekte im Seebezirk

Der kantonale Richtplan liegt bis am 10. Januar 2018 öffentlich auf und kann im Internet vollumfänglich eingesehen werden (siehe Anhang). «Äussern Sie sich dazu! Argumentieren Sie! Machen Sie mit! Wir zählen auf Sie», appellierte Volkswirtschaftsdirektor Olivier Curty am Informationsabend an die Anwesenden. Im Seebezirk verfolgt der Richtplan zehn Projekte:

• Zusammenfassung der Abwasserreinigung in einer begrenzten Anzahl bestehender ARA

• Zusammenfassung der Abwasserreinigung in der ARA Murten

• Biomassenzentrum und Energiepark Galmiz

• Schiffenen–Murten

• Windenergiestandort «Collines de la Sonnaz»

• Eisenbahnprojekte

• Umfahrungsstrassen

• Hochwasserschutz und Revitalisierung Grosses Moos

• Zentrum für Gemüseproduktion und -verarbeitung im Seeland

Alle Informationen zum kantonalen Richtplan: www.fr.ch/raum

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