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Robert Walser kannte die Spielregeln der Liebe sehr genau

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Silvia Häcki-Eggimann

Robert Walser soll mehr als 1000 Kurzgeschichten geschrieben haben. Bei der Sammlung «Liebesgeschichten» handelt es sich um ein wahres Schatzkästchen voller literarischer Juwelen. Es sind Kurz- und Kürzestgeschichten, charmant, verführerisch, von melancholisch bis verschmitzt. Die «Liebesgeschichten» eignen sich vorzüglich, Robert Walser kennen zu lernen oder erneut mit Genuss zu lesen.

Ganz nach Belieben

Der Leser kann sich die einzelnen Liebesgeschichten einfach herauspicken, sich nach Lust und Laune von Titeln wie zum Beispiel «Der Liebende und die Unbekannte», «Der Liebesbrief» oder «Die Frau auf dem Balkon» verführen lassen. Oder er liest die Geschichten der Reihe nach und verfolgt mit der Chronologie ihrer Entstehung die literarische Entwicklung des Autors mit, der «zeitlebens unverheiratet – allem Erotischen gegenüber aufgeschlossen und allem Neuen gegenüber erotisch reagierte».

Robert Walser kannte den Kodex der Liebe. Sei es als sensibler Beobachter oder aus dem Schatz der eigenen Biografie schöpfend, beschrieb er Geschichten rund um die Liebe in seiner ganz eigenen Art, immer mit einem liebevollen Blick auf seine Geschöpfe.

Manche der Situationen sind voller Komik, «Der Bursche» etwa, der Laufbursche eines Bäckermeisters «stahl demselben Mehl weg, um es gleichsam als Zeichen von zärtlicher Aufmerksamkeit, der Frau zu überreichen, die er verehrte. Reizende Liebe, bestrickendes Verbrechen, sinnreicher Diebstahl».

Spielregeln der Liebe

Robert Walser war ein Schöpfer von köstlichen Wortkreationen, so meinte er in «Gretchen»: «… ihr Liebhaber kam ihr wie ein Grobian vor; im Grunde war er keiner, sondern ein Zartian, Empfindian». Es lohnt sich, sich von einem unruhigen Geist wie Robert Walser die Spielregeln der Liebe beschreiben zu lassen.

Die «Liebesgeschichten» werden ergänzt durch ein Nachwort von Volker Michels. Nebst umfangreichem Quellennachweis findet die Leserschaft auch eine Zeittafel mit Daten der wichtigsten Stationen aus Robert Walsers Leben.

Robert Walser: «Liebesgeschichten», Suhrkamp Taschenbuch, 304 S.

Silvia Häcki-Eggimann ist Erwachsenenbildnerin.

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