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Rollende Planung auf dem Bauernhof

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Pascale Hofmeier

Unter Annelies Ulrichs linkem Arm klemmt ein Becken mit Hühnerfutter, in der Hand hält sie eine Spritzkanne und an der Rechten zieht Enkeltochter Chiara. Für die Bäuerin ist das kein Grund, nicht noch fünf Worte mit den Feriengästen aus der Tschechei zu wechseln, die mit den Velos in Richtung Heitenried aufbrechen. Es ist kurz vor elf. «Die Hühner sollten eigentlich um neun gefüttert sein.»

In den Monaten Juli und August ist Hochsaison auf dem Hof der Ulrichs. Während ihr Mann zusammen mit dem Sohn den 25,5 Hektaren grossen Betrieb und die 24 Kühe versorgt, ist sie für das Haus, Kleintiere, Garten und Gäste zuständig. Im Haus sind während des ganzen Jahres Feriengäste im Bed and Breakfast einquartiert; im Sommer kommen die Gäste, die im Stroh übernachten, dazu. Ihre Tage beginnen derzeit morgens um sechs und dauern oft bis Mitternacht.

Tiere für die Gäste

Längst hat sich die fast zweijährige Chiara verselb-ständigt und sucht nach einem Kaninchen, während Ulrich die Hühnereier einsammelt. «Hühner und Gänse haben wir vor allem noch für die Gäste. Die Kinder haben Freude daran.» Das Kaninchen ist nicht auffindbar, die Enkeltochter beginnt zu zetern. Doch Annelies Ulrich lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Nimmt die Eier und die Kleine und geht Richtung Haus.

Die Arbeit im Hotel Bauernhof folgt dem Rhythmus der Mahlzeiten. Frühstück für die Familie, für die Gäste, Mittagessen, Abendessen. Manchmal kommen auch Gesellschaften zum Brunch, zum Mittag- oder Abendessen ins «Buure-Beizli». An diesem Sommertag will Ulrich noch vor dem Mittagessen die Betten der Gäste abziehen, die diesen Morgen abgereist sind. Dann ist es Zeit zum Kochen.

Rollende Planung würde die Art und Weise wahrscheinlich im Fachjargon heissen, wie sie ihre Tage organisiert. Für Annelies Ulrich ist das normal. «Oft kommt kurzfristig etwas hinzu und anderes fällt weg.» Für diesen Nachmittag haben sich noch Gäste zur Stallvisite angemeldet, also Touristen, die den Stall besichtigen wollen. An manchen Tagen kommen Schulkinder zur Schule auf den Bauernhof. «Mit denen machen wir Anke und Joghurt.» Zwischendurch gilt es, immer wieder das Telefon abzunehmen.

Veränderte Arbeit

Nachdem ihre eigenen fünf Kinder ausgezogen waren, suchten die Ulrichs eine weitere Einnahmequelle zum Hof. Auch der Alltag als Bäuerin hat sich über die Jahre verändert. «Früher gab es viel mehr Handarbeit.» Heute sind viele Vorgänge auf dem Hof automatisiert.

In den ehemaligen Kinderzimmern sind jetzt die Gäste einquartiert. «Nun habe ich fast mehr Arbeit als in der Zeit, in der die Kinder klein waren.» Die 61-Jährige hatte diesen Sommer eine Hilfe. Doch die ist aus Heimweh wieder nach Österreich gereist. Nun macht sie fast alles selber. «Das ist schon anstrengend, macht aber grosse Freude.» Glücklicherweise habe sie auch noch ihre Schwiegertochter Daniela und gute Freunde, die ihr oft behilflich seien. Und nicht alles ist Arbeit: «Wir sitzen auch oft bei den Gästen und essen mit ihnen. Es ist sehr interessant, ihre Geschichten zu hören. Der gegenseitige Austausch gibt uns viel zurück.»

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