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Romantik auf neuem Flügel

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Romantik auf neuem Flügel

Konzertgesellschaft Freiburg: Drei Tage Klavierbegeisterung

Mit einem dreitägigen Klavierfestival hat die Konzertgesellschaft Freiburg am Wochenende ihren neuen Flügel eingeweiht. Drei Meisterkonzerte und ein Rezital mit jungen Pianisten lockten zahlreiche Zuhörer in die Uni-Aula.

Von JUTTA LAMPART

Lange und kontinuierlich hatten die Verantwortlichen der Konzertgesellschaft auf die Anschaffung des Flügels, eines grossen Steinway, gespart. Es war ein anrührender Moment, als die Präsidentin Barbara Senn ihn am Freitagabend enthüllte. Romantische Klaviermusik sollte an den kommenden drei Tagen Klangreichtum und Farbgebung des kostbaren Instrumentes vorstellen.

Die japanische Pianistin Hiroko Sakagami übernahm die schwierige Aufgabe, den Flügel mit Feingefühl und weiblicher Einfühlungskraft zum Klingen zu bringen. Ein Jahr mag es noch dauern, bis die Mechanik so weit eingespielt ist, dass das Instrument ganz den Ansprüchen der Pianisten entspricht.

Energisch und innig

Sakagami, die seit 20 Jahren in der Schweiz lebt, hatte für die «Jungfernfahrt» Werke von Beethoven, Schubert und Chopin gewählt. Beethovens Sonate E-Dur op. 109 eignete sich in ihrer eher unspektakulären Art wunderschön als Einstimmung. Sakagami vermochte beides: energisch Akzente zu setzen und sich Zeit zu lassen für das Innige und Leise.

Mit grosser Gestaltungskraft gelangen ihr zwei Klavierstücke, op. posth. D. 946, von Schubert. Seine innersten Ahnungen im Todesjahr wurden unter Sakagamis Händen zu einem sehr persönlichen Bekenntnis. Auch die letzte Sonate, h-Moll, von Chopin gestaltete die Pianistin mit auffallendem Feingefühl. Beeindruckend die Leichtigkeit des Scherzos, bewegend die drängende Selbstbehauptung im Finale. Aus Moskau kam der 28-jährige Alexei Volodin. Er zeigte auf frappante Weise, wie man Extreme ausloten kann. Seine Interpretationen von Beethoven und Scriabin glichen Überraschungsangriffen auf Gewohntes. Das Rezital weitete sich durch zwei grosszügige Zugaben (unter anderem den Mephistowalzer von Liszt) zu einem endlosen Fest aus.

Dabei begann er mit Schumanns «Arabeske» eher beiläufig. Etüden und die Sonate Nr. 5 von Scriabin reihte er so raffiniert aneinander, dass Wechsel und Unberechenbarkeit die Spannung aufs Äusserste steigerten. Höhepunkt des Abends war die Interpretation von Beethovens B-Dur op. 106, der Sonate für Hammerklavier. Mit elementarer Wucht schleuderte Volodin die Anfangsakkorde und gab das Signal für die Intensität der ersten beiden Sätze, fern von Pathos oder klassischer Ausgewogenheit. Im Adagio entwickelte er durch äusserste Tempodehnung einen Zustand der Entrückung, aus dem man auch in der Radikalität der Schlussfuge nur schwer aufwachte.
Interpretatorische Synthese im klassischen Sinn verwirklichte am Sonntagabend der polnische Pianist Piotr Paleczny. In einem umfangreichen Block mit Werken von Chopin und Mussorgskys grandiosem Wurf «Bilder einer Ausstellung» zelebrierte er grosse Klavierkompositionen auf wirkungsvoll elegante Weise. Mitreissend die Wirkung des Scherzos op. 31, zart und leidenschaftlich die Mischung in den Nocturnes op. 15.

Auf Farbenpracht angelegt war der Gang durch die «Bilder einer Ausstellung». So gelangen dem Pianisten die unterschiedlichen Charaktere der Promenaden, die unheimlichen und dunklen Bilder, die irre Erregung und die weltabgewandte Einsamkeit. Im «grossen Tor von Kiew» mündete alles in gewaltiger Schau.

Begegnung mit jungen Pianisten

Wie lebendig und einfallsreich das Klavierfest ausgedehnt werden konnte, zeigte der Sonntagnachmittag mit fünf begabten jungen Pianisten. Im fokussierenden Scheinwerferlicht hatten sie bemerkenswerte Auftritte. Ihre Konzentrationsfähigkeit und ihre unbefangene Ernsthaftigkeit machten aus ihren teilweise sehr fortgeschrittenen Darbietungen eine besondere menschliche und musikalische Begegnung.

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