Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Rossinis zynischer Blick auf die Welt

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Rossini ist wie ein Freund für mich», sagt Regisseur Julien Chavaz über den italienischen Komponisten des Belcanto. «Wir verstehen uns gut, ich mag seine Ironie und seinen Humor.» Jetzt hat Chavaz die Möglichkeit, seinen «Freund» aus dem Italien des frühen 19. Jahrhunderts ins Freiburg der Gegenwart zu bringen: Er inszeniert nämlich mit der Neuen Oper Freiburg Rossinis «Barbier von Sevilla»; das Stück feiert am 29. Dezember im Equilibre Premiere.

Bei Gioachino Rossini (1792–1868) habe man immer das Gefühl, dass er sich ein bisschen lustig mache über seine eigene Welt und über die Ästhetik des Belcanto und der Oper, so Julien Chavaz. Das mache es reizvoll, seine Werke auf die Bühne zu bringen. Doch es ist mehr als der Humor, was für Chavaz die Faszination Rossinis ausmacht. «Seine Musik ist unglaublich, frei und sehr berührend.» Für ihn als Regisseur sei Rossini auch darum interessant, weil in der Musik schon viele Theater-Elemente angelegt seien. «Rossini war selbst ein guter Regisseur.»

«Kein Platz für Mitgefühl»

Seine Liebe zu Rossini teilt der 37-jährige Freiburger Julien Chavaz mit dem 44-jährigen Italiener Sebastiano Rolli. Dieser hat bei der Freiburger Inszenierung die musikalische Leitung inne. Es ist das dritte Mal, dass der Belcanto-Spezialist den «Barbier von Sevilla» auf die Bühne bringt. An Rossini mag er dessen Talent, «eine Geschichte in musikalische Perfektion zu verwandeln». Und Rossini habe, im Gegensatz zu den meisten romantischen Komponisten Italiens, die Fähigkeit, die Handlung spielerisch und mit einer gesunden Distanz zu sehen. Im «Barbier von Sevilla» äussere sich das etwa darin, wie er mit dem klassischen Motiv der unmöglichen Liebe umgehe: «Er macht sie möglich, indem er klar durchblicken lässt, dass nicht romantische Gefühle, sondern knallharte materielle Interessen bestimmend sind.» Hier zeige sich Rossinis bitterböser, zynischer Blick auf die Welt. «Da ist kein Platz für Mitgefühl und Erbarmen. Das unterscheidet Rossini von den meisten anderen Komponisten.»

Im Schmuckkästchen

Rossinis Humor und Verspieltheit greift Julien Chavaz in seiner Inszenierung auf: Er lässt die Handlung in einer Art überdimensioniertem goldenem Schmuckkästchen spielen, das für die Macht des Geldes steht. Zudem lässt er die zentralen Figuren des Figaro und der Rosina eine Art übergeordnete Perspektive einnehmen: Sie erscheinen klüger als alle anderen, als wüssten sie bereits, welches Ende die Geschichte nehmen wird. «Wir eignen uns Rossinis Codes an und mischen sie neu», erklärt Chavaz. «Wir amüsieren uns, so wie Rossini selbst es getan hat – auf eine radikale und zugleich magische Weise.»

Um aus all den Elementen ein kohärentes Stück zu schaffen, brauchte es viel Arbeit. Bereits im Sommer haben sich Chavaz und Rolli zwei Mal getroffen. Seit fünf Wochen sind die beiden nun beinahe täglich mit dem Ensemble am Proben. Dass bei einer solchen Produktion der Regisseur und der musikalische Leiter praktisch ständig präsent seien, sei eine Ausnahme und ein Idealzustand, sagen beide. So viel Zeit zu haben für eine Opern-Inszenierung, sei er nicht gewohnt, betont Sebastiano Rolli: «Die Bedingungen hier im Equilibre sind hervorragend.»

Auch Julien Chavaz schätzt den intensiven Austausch mit Sebastiano Rolli, dessen Arbeit er zwar schon gekannt, mit dem er aber noch nie zusammengearbeitet habe. Chavaz führt zum ersten Mal Regie für die Neue Oper Freiburg, die 2018 aus der Fusion der Oper Freiburg und der Opéra Louise entstanden ist. Diese Premiere sei ihm nicht wichtiger als andere Projekte, betont der Mitgründer der Opéra Louise. «Ich mache jedes meiner Stücke mit Herz.» Dennoch freut er sich über die Möglichkeit, den «Barbier von Sevilla» auf die Bühne zu bringen: «Rossini ist ein Geschenk für jeden Regisseur.»

Equilibre, Freiburg. Premiere: So., 29. Dezember, 17 Uhr. Weitere Aufführungen: Di., 31. Dezember, 19 Uhr; Fr., 3. Januar, 19.30 Uhr; So., 5. Januar, 17 Uhr; Di., 7. Januar, 19.30 Uhr; Do., 9. Januar, 19.30 Uhr. Reservationen bei Freiburg Tourismus (026 350 11 00) oder online unter www.equilibre-nuithonie.ch

Das Stück wird in der italienischen Originalsprache mit deutschen und französischen Untertiteln gespielt. Dauer: 2 Stunden 45 Minuten (mit Pause).

Das Stück

Eine Hochzeit mit Hindernissen

«Der Barbier von Sevilla» ist eine Opera buffa in zwei Akten von Gioachino Rossini; das Libretto stammt von Cesare Sterbini. Die Oper wurde 1816 in Rom uraufgeführt. Sie handelt von der Annäherung des Grafen Almaviva (in Freiburg gespielt von Konu Kim) an die junge Rosina (Sheva Tehoval). Um Rosinas Vormund Bartolo (Graeme Danby) zu täuschen, greift Almaviva auf Anraten des Friseurs Figaro (Alexandre Beuchat und Georgios Iatrou) zum Mittel einer Maskerade. Bartolo versucht erfolglos, die Heirat von Almaviva und Rosina zu verhindern, wird jedoch fürstlich entschädigt, indem Almaviva auf die Mitgift verzichtet. In weiteren Rollen zu sehen sind Andrew Nolen, Julia Deit-Ferrand und Vincent Casagrande. Nicole Morel ist für die Choreografie zuständig, Anne Schwaller für die Dramaturgie und Severine Besson für die Kostüme. Den Orchesterpart übernimmt wie gewohnt das Freiburger Kammerorchester.

cs

 

 

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema