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Rotmilane mögen das Sensler Klima

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In Ober Zirkels in Schmitten befindet sich die «Feldwohnung» eines Teams mit grossem Forschergeist. Drei Doktoranden der Schweizerischen Vogelwarte Sempach begeben sich von da aus für Feldarbeiten in die Natur: Sie beobachten die Bewegungen von Rotmilanen, suchen nach deren Nestern in den Bäumen und bringen dort Kameras an, um die Jungvögel zu beobachten. Ab einer gewissen Körpergrösse erhalten die kleinen Greifvögel einen Senderrucksack. Das ist ein solarbetriebener Satellitensender, über den die Vogelwarte Sempach GPS-Daten abrufen kann.

Stephanie Witczak ist nur zu Besuch in Schmitten, denn die Feldarbeit hat sie schon hinter sich: Die kanadische Doktorandin ist im dritten Jahr ihrer Dissertationsarbeit und wertet zurzeit die Daten aus, die sie in den vergangenen Jahren gesammelt hat.

Bereits vor zwei Jahren haben sich die FN mit Stephanie Witczak in Rechthalten getroffen, als sie mit Kollegen zwei junge Rotmilane mit Senderrucksäcken ausrüstete. «Gute Nachrichten, die beiden Vögel leben noch», informiert sie mit Freude. Denn die Sterberate bei Jungvögeln liegt bei rund 50  Prozent: Von den rund 400 mit Sender ausgestatteten Rotmilanen sind ungefähr 230 noch am Leben. Doch sei dies eine gute Überlebensrate für eine Vogelart, sagt Witczak. Wie alt ein Rotmilan durchschnittlich werde, sei der ­Vogelwarte noch nicht ganz klar. Das bekannte Höchstalter liegt bei 25 Jahren.

Sesshaft im Senseland

Die Doktorandin konzen­triert sich in ihrer Arbeit auf das Migrationsverhalten der Rotmilane. Die ersten Erkenntnisse: Die Rotmilane fliegen in ihrem ersten Jahr über den Winter immer in den Süden, wo sie bessere Wetter- und Nahrungsbedingungen vorfinden. Ihre Route verläuft stets über Land bis nach Frankreich, Spanien oder Portugal. Doch gibt es auch Ausreisser: Ein Rotmilan ist über das Meer bis auf die Insel Mallorca geflogen. Für seine Art ist dies eher ungewöhnlich. «Er hält sich immer noch dort auf. Es ist unklar, ob er nicht weiss, wie er zurückfliegen soll, oder ob es ihm dort gefällt», sagt Witczak lachend.

Mit fortschreitendem Alter werden die Rotmilane sesshafter – und zwar in der Schweiz. Vorher wolle der Rotmilan alles erkunden, erst ab dem zweiten Lebensjahr beginne er mit dem Brüten, sagt Witczak. Im Sensebezirk und im Schwarzenburgerland findet er einen eigenen Lebensraum. «Wir beobachten den Rotmilan in der Schweiz deshalb, weil die Si­tua­tion so einzigartig ist. Im Vergleich zu anderen Teilen seines Verbreitungsgebiets in Deutschland oder Frankreich hat sich der Rotmilan hier viel schneller vermehrt», erzählt die Forscherin. Mit seiner Ausbreitung habe der Rotmilan aber keine anderen Greifvögel verdrängt, im Gegenteil: Mit Mäuse­bussarden und Schwarzmilanen führe er eine friedliche Koexistenz.

Was gefällt den Greifvögeln so gut in der Schweiz? Mit ­dieser Frage beschäftigt sich Witczak. Sie hat aber schon einige Vermutungen. «Es gibt viele Bedingungen, die vorteilhaft sind, wie beispielsweise das eher ausgeglichene Klima. Es gibt wenige Wetterextreme, weshalb es sich für Rotmilane hier gut leben lässt», sagt die Forscherin. Zudem gebe es genügend Nahrung. Der Greifvogel ernährt sich nämlich von Regenwürmern, Mäusen und Essensresten – manchmal gönnen sie sich aber auch etwas Abwechslung: «Uns haben Leute erzählt, dass ihnen ein Rotmilan das Fleisch vom Grill geklaut hat. Sie können ganz schön frech sein.»

Nie endende Forschungsarbeit

In den nächsten zwei Jahren will Stephanie Witczak ihre Doktorarbeit beenden, in der Hoffnung, alle Fragen beantworten zu können. Die Forschung zu Rotmilanen ist damit aber nicht beendet: Aus den laufend weiter gesammelten Daten entstehen Langzeitstudien, mit denen sich Witczak und ihre Kollegen aus dem Forschungsteam weiter beschäftigten werden. Auch die Art der Datensammlung hat sich mit der Zeit verändert, wie sich an der Doktorarbeit ihrer Kollegin zeigt: Sie hat in verschiedenen Nestern ein neues Kamera­system installiert, das rund um die Uhr alle Bewegungen der Eltern- und Jungvögel aufnimmt. «Durch ihre Beobachtungen will sie herausfinden, ob die Erlebnisse im Nest die weitere Entwicklung der Geschwister nachhaltig beeinflussen», erklärt Witczak. Sie selbst finde immer noch ­grossen Gefallen an Rotmilanen. «Ich finde es interessant, das Ausbreitungsverhalten eines Vogels zu untersuchen, der immer häufiger wird und nicht in Bedrängnis ist.»

Zahlen und Fakten

Der drittgrösste Greifvogel

Der Rotmilan ist ein Greifvogel, der sich seit den 1970er-Jahren in der Schweiz ausbreitet. Die Schweizerische Vogelwarte Sempach hat deshalb 2015 verschiedene Forschungen zu dieser Vogelart begonnen. Der Schweizer Brutbestand ist international von zunehmender Bedeutung, denn in vielen Regionen Europas nehmen die Bestände ab. Der Rotmilan ist nach Bartgeier und Steinadler der drittgrösste einheimische Greifvogel. Zwar gilt er mit seiner Flügelspannbreite von eineinhalb Metern als gross, hat aber nur ein Körpergewicht von einem Kilogramm.

jp

 

www.vogelwarte.ch/rotmilan

 

 

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