Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Rübenpflanzer erneut mit Einbussen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

An vielen Orten im Seebezirk liegen die Zuckerrüben bereit für den Transport in das Werk in Aarberg. Manche sind bereits dort angekommen. Die Knollen sollen uns das Leben versüssen, doch für deren Pflanzer sieht es bitter aus, denn erneut lässt die Ernte zu wünschen übrig: Die Menge ist gering und die Qualität unter dem fünfjährigen Durchschnitt. Letztes Jahr war die Ernte zwar ebenfalls nicht gross, doch der Zuckergehalt dafür rekordwertig. In diesem Jahr fehlt es sowohl an der Qualität als auch an der Menge.

Die angelieferte Produktions­menge an Zuckerrüben für das Werk in Aarberg ist in den letzten Jahren gesunken: 2015 waren es mit 710 000 Tonnen, rund 30 Prozent weniger als 2014. In diesem Jahr sind es rund 690 000 Tonnen, die das Werk verarbeiten kann, wie Peter Imhof, der in der Geschäftsleitung der Schweizer Zucker AG in Aarberg für das Rübenmanagement verantwortlich ist, auf Anfrage erklärt. Die geringere Menge sei auf die Wetterverhältnisse zurückzuführen, «denn die Anbaufläche war nur leicht kleiner». Das Problem ist die Qualität der Knollen, also deren Zuckergehalt: «Dieser liegt 2016 unter dem fünfjährigen Durchschnitt», sagt Imhof. Die Nässe im Frühling liess die Rüben stellenweise ersticken oder erschwerte die Herbizidbehandlung. Der hohe Krankheitsdruck verhinderte auf vielen Feldern hohe Zuckergehalte.

Auch der Richtpreis ist in den letzten Jahren stetig gesunken: Dieses Jahr liegt er bei 43 Franken pro Tonne, 2014 waren es noch 53 Franken. Neben dem Richtpreis beeinflusst der Zuckergehalt der abgelieferten Zuckerrüben den Preis, den die Bauern erhalten. Und so wirken sich diese Faktoren auf das Portemonnaie der Zuckerrübenpflanzer aus. «Das drückt auf die Stimmung der Landwirte», sagt Imhof. «Einigen ist die Lust am Zuckerrübenanbau schon ein wenig vergangen.»

Der Lichtblick

Doch trotz der Durststrecke werden wohl viele Landwirte die Flinte nicht ins Korn werfen, denn es gibt einen Lichtblick: «Wegen schlechter Ernten auf der ganzen Welt gibt es ein weltweites Produktionsdefizit», erklärt Imhof. Stabile Nachfrage bei knappem Angebot; deshalb rechnet Imhof nicht mit einem Preiseinbruch. «Bis im Herbst 2017 werden die Lager wohl geleert sein.»

Ab diesem Zeitpunkt ergebe sich jedoch eine neue Situation: «Dann ist die Produktionsmenge von Zucker in der EU nicht mehr begrenzt.» EU-Zuckerfabriken könnten so viel Zucker produzieren, wie sie wollen. «Es besteht deshalb die Gefahr, dass ab 2018 Überschusszucker zu Dumpingpreisen in die Schweiz kommt.» Dies hänge jedoch wiederum von der Ernte in Europa und der weltweiten Situation ab.

Traktor und Zug

In der gesamten Schweiz sind es knapp 6000 Bauern, die Zuckerrüben auf 20 000 Hektaren anpflanzen. Im Kanton Freiburg pflanzen rund 400 Landwirte süsse Knollen. Sie bauen die Rüben auf 1400 Hektaren an und ernten jährlich rund 100 000 Tonnen. Die Zuckerbauern östlich von Avenches liefern ihre Rüben nach Aarberg, die Rüben aus dem Broyebezirk werden mit dem Zug in die Fabrik gebracht.

Schweizer Zucker

Frauenfelder Werk holt Rüben aus Österreich

Statt der benötigten 260 000 Tonnen werden die beiden Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld dieses Jahr nur rund 200 000 Tonnen Schweizer Zucker produzieren können. Grund dafür seien die schlechten Rübenerträge, insbesondere in der Westschweiz, wie Irene Vonlanthen, Geschäftsführerin des Schweizerischen Verbands der Zuckerrübenpflanzer (SVZ), auf Anfrage klarstellt. Die Auslastung der beiden Zuckerfabriken sei gesunken. Wie die Zeitschrift «Schweizer Bauer» kürzlich berichtete, werden für das Werk in Frauenfeld deshalb dieses Jahr Rüben aus Österreich importiert. Der SVZ fordert deshalb laut Vonlanthen, dass der Zucker, welcher aus einem Gemisch von Schweizer und österreichischen Rüben hergestellt wird, separat gelagert wird. Er soll weder mit dem Schweizer Kreuz ausgezeichnet noch als Schweizer Zucker bezeichnet werden.

emu

Mehr zum Thema