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«Rückkoppeln»

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Gastkolumne

Autor: Beat Brülhart

«Rückkoppeln»

Kritik funktioniert nicht, auch wenn sie noch so «konstruktiv» daherkommt. Kritik schmerzt immer, tut weh, verletzt, demotiviert. Erinnern Sie sich an das letzte Mal? Sie haben sich doch so grosse Mühe gegeben. Und eigentlich halten Sie Ihr Verhalten heute noch für richtig. Und da kommt so einer daher und sagt Ihnen, dass Ihr Verhalten daneben war. Mit welchem Recht?

Kritik tut demjenigen weh, der vergessen hat, dass sie nichts anderes als die subjektive Meinung eines andern ist. Kritik verletzt uns dann, wenn wir glauben, dass das negative Urteil eines andern etwas «Schlechtes» über uns aussagt und wahr ist. Dabei ist dieses Urteil nichts anderes als die Widerspiegelung des Wahrnehmungsmusters dessen, der urteilt. Der Kritiker kann also immer nur Aussagen darüber machen, wie er den andern sieht, und nicht, wie der andere wirklich ist.

Das sollten wir uns auch vor Augen führen, wenn wir selbst wieder einmal fleissig am Kritisieren sind. Denn auch unsere eigene Kritik ist nicht objektiv, sondern widerspiegelt lediglich, wie wir unser Gegenüber erleben. Und wenn wir ihm dieses Erleben zugänglich machen, so nennt man das in Neudeutsch «feedbacken», rückkoppeln.

Rückkoppeln sagt: «So sehe und erlebe ich Dich.» Kritik meint: «Was du tust, ist falsch, verändere dich gefälligst.» Rückkoppeln ist nicht die Aufforderung an den andern, sich den Vorstellungen des «Rückkopplers» anzupassen. Rückkoppeln lässt dem andern immer eine Wahl. Es stellt ihm Informationen zur Verfügung, über die er wahrscheinlich nicht verfügt. Und das kann ihm helfen, seinen «blinden Fleck» in der eigenen Wahrnehmung zu verringern. Rückkoppeln ist die Ergänzung des Eigenbildes mit einem Fremdbild über sich selbst. Eine hervorragende Lernmöglichkeit also.

Wann wird Rückkoppeln zur Kritik? Immer dann, wenn der Kritiker sich anmasst, die Wahrheit über einen andern zu sagen. Das ist dann nicht mehr «so erlebe ich Dich», sondern, «so bist Du». Und «so bist Du» entsteht, wenn der Kritiker sich anmasst, für sich das Deutungsmonopol in Anspruch zu nehmen und den einzigen Zugang zur Wahrheit zu haben. Nach dem Motto: «Ich allein weiss, was gut und richtig ist».

Beat Brülhart wohnt in Düdingen. Er ist Unternehmensberater und Trainer/-Coach für Führungskräfte sowie Referent am Schweizerischen Institut für Unternehmensschulung. Als Mitglied des Gewerbeverbandes Sense ist er in einem FN-Kolumnistenkollektiv tätig, das in regelmässigem Rhythmus frei gewählte Themen bearbeitet. Der Inhalt braucht sich nicht zwingend mit der Meinung der Redaktion zu decken.

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