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Rundumangebot für Deutschsprachige

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«Bietet ein anderer Kanton eine solche integrierte psychiatrische Versorgung an? Ich bin mir nicht sicher.» Dies sagte Armin Kratzel, stellvertretender ärztlicher Leiter für Erwachsenenpsychiatrie, bei der Präsentation des neuen deutschsprachigen Zentrums und der kantonalen Notfallpsychiatrie gestern in Villars-sur-Glâne.

Lange waren die deutschsprachigen Patienten die Stiefkinder im Freiburger Netzwerk für psychische Gesundheit (FNPG). Wer stationär behandelt werden musste, kam in die Klinik nach Marsens. Dort gibt es zwar seit 2015 eine deutschsprachige Abteilung, aber wie Generaldirektor Serge Renevey gestern sagte: «Die psychiatrische Versorgung in Marsens war für Deutschsprachige nicht optimal. Das ist ein Fakt.»

Staatsrätin Anne-Claude Demierre (SP) sagte bei der Präsentation, alle Patienten im Kanton hätten das Recht, in ihrer Sprache behandelt zu werden. Gerade in der Psychiatrie beruhe die Qualität der Behandlung auf der Sprache.

Alles unter einem Dach

Nun aber finden die deutschsprachigen Patienten nach der Einweihung des stationären Behandlungszentrums im ehemaligen Diözesanseminar in Villars-sur-Glâne ein integriertes Zentrum vor. Was es laut Armin Kratzel von anderen Kantonen abhebt: «Vom Notfall bis zur Entlassung können wir hier alles an einem Ort anbieten.»

Dass es für die psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung der deutschsprachigen Patienten im Kanton eine Verbesserung brauchte, hielt der Verwaltungsrat des FNPG 2013 in seiner neuen Strategie fest. Eine Versorgung für Deutschsprachige hatte es zwar immer schon gegeben, aber nicht in allen Abteilungen – und nicht rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Ein erster Schritt war die deutschsprachige Abteilung in Marsens. 35 Kilometer von der Sprachgrenze entfernt waren aber der Zugang für Patienten mit dem öffentlichen Verkehr in einem französischsprachigen Umfeld wie auch die Personalrekrutierung schwierig.

2017 eröffnete in Villars-sur-Glâne eine Tagesklinik mit 20 Plätzen sowie ein Ambulatorium für Deutschsprachige. Nun wird das Angebot mit dem stationären Behandlungszentrum komplettiert.

Der Umzug der deutschsprachigen Abteilung von Marsens nach Villars-sur-Glâne erfolgte am 7. September. Eigentlich hätte er bereits im Frühling stattfinden sollen, er wurde aber wegen der Corona-Pandemie verschoben.

Insgesamt wurden 23 Betten für Deutschsprachige von Marsens verlegt. Vorerst soll das stationäre Zentrum 30 Betten für Deutschsprachige anbieten, später gar 40. Nachdem aber bereits die Abteilung in Marsens überbelegt war, sind nun – nur drei Wochen nach Eröffnung – die 30 vorgesehenen Plätze bereits um drei bis vier Betten überbelegt. Gut möglich also, dass die maximale Kapazität von 40 Betten für Deutschsprachige bereits früher als geplant erreicht wird. Nebst den beiden Abteilungen mit einer Aufnahmestation und einer Therapiestation gibt es neu eine weitere Station mit 20 Betten für Französischsprachige.

Um das deutschsprachige Angebot zu erweitern, braucht es nicht nur Betten, sondern auch Personal. Wie der stellvertretende Pflegedirektor Albert Wahl sagte, bestehe das deutschsprachige Team in Villars-sur-Glâne aus 28 Personen, 26 davon diplomiert. Acht Personen haben diesen Monat neu ihre Arbeit aufgenommen, davon sechs aus dem Kanton Bern. «Das FNPG wird für deutschsprachiges Personal plötzlich interessant», so Wahl.

Ein kantonaler Notfalldienst

Doch nicht nur das stationäre Zentrum für Deutschsprachige wurde in Villars-sur-Glâne eingeweiht, sondern auch eine neue kantonale Notfallpsychiatrie. Diese kann Patienten rund um die Uhr und sieben Tage die Woche auf Deutsch und Französisch betreuen. Die notfallpsychiatrischen Leistungen wurden bisher dezentral an verschiedenen Standorten erbracht. Bisher gab es pro Jahr rund 1000 Notaufnahmen, was gemessen an der Bevölkerung eher unterdurchschnittlich ist. «Wohl vor allem wegen des schwierigen Zugangs», vermutet die ärztliche Direktorin Isabelle Gothuey.

Noch sind die Arbeiten am Standort Villars-sur-Glâne nicht beendet. In einer Tagesklinik und einem Ambulatorium für Französischsprachigen laufen sie noch. Bereits ist das universitäre Zentrum für psychiatrische Forschung eingezogen, hinzu kommt noch das Zentrum für forensische Psychiatrie.

Zahlen und Fakten

Finanzierung aus eigenen Mitteln

Die Parzelle des neuen Zentrums des Netzwerks für psychische Gesundheit (FNPG) gehört der Stiftung des Diözesanseminars in Villars-sur-Glâne. Seit Anfang 2017 hat das FNPG ein Baurecht und bezahlt dafür einen jährlichen Zins. Das Baurecht läuft über 50 Jahre und ist verlängerbar. Die gesamte Parzelle umfasst 11 494 Quadratmeter. Dazu gehören eine Nutzfläche von 9000 Quadratmetern und ein Parking mit 112 Plätzen. Die Renovations- und Umbauarbeiten werden acht Jahre gedauert haben. Generaldirektor Serge Renevey bezifferte die Kosten auf 42 Millionen Franken. 30 Millionen bezahlt das FNPG aus den Rückstellungen, die das Krankenversicherungsgesetz vorschreibt. Für 12 Millionen Franken nahm es einen Kredit auf.

uh

 

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