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Sakrale Schätze zwischen Buchdeckeln

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Es kommt nicht oft vor, dass ein Buch über Kirchen auf so grosse Resonanz stösst. Doch bei «Sakrales Zürich – 150   Jahre katholischer Kirchenbau im Kanton Zürich», das erstmals alle 117 katholischen Kirchen im Kanton in Text und Bild vorstellt, liegen die Dinge anders. Das zweibändige Werk wurde kürzlich in Dübendorf in Anwesenheit des Bischofs von Chur vorgestellt: Vitus Huonder liess es sich nicht nehmen, persönlich die Bedeutung dieser Arbeit hervorzuheben. In einem Referat erläuterte der Bischof dem interessierten Publikum die Geschichte der ersten Kirchenbauten im Kanton Zürich bis heute.

Markus Weber freute sich über den grossen Auflauf zur Buchvernissage. Der katholische Priester, der im Seelsorgeraum Dübendorf-Fällanden-Schwerzenbach tätig ist, ist Autor des Werkes «Sakrales Zürich». Er habe den Eindruck, dass viele Erwachsene wenig wissen über die Geschichte, Architektur und die Kunstwerke der Kirchen im Kanton. «Genau das wollen wir mit diesem Buch ändern», sagte er in seinem Grusswort. Fünf Jahre lang habe er jede einzelne katholische Kirche im Kanton Zürich aufgesucht und ihre Geschichte recherchiert.

«Durchbetete» Räume

Abschliessender Höhepunkt der Buchpräsentation war eine Podiumsdiskussion, die von Norbert Bischofberger, Moderator der SRF-Sendung «Sternstunden», geführt wurde. Er sprach von einem «Schatz, der mit diesem Buch gehoben worden ist und den es nun zu entdecken gilt». Gleich zu Beginn fragte Bischofberger nach den Lieblingskirchen der Podiumsteilnehmer. Die Antwort fiel nicht leicht. Franziska Driessen-Reding, Präsidentin des Synodalrats der römisch-katholischen Kirche im Kanton Zürich, nannte die Kirche in Opfikon: «Sie ist gewiss nicht das architektonische Vorzeigeobjekt, und doch ist sie die Kirche, wo ich mich zu Hause fühle.» Für Josef Annen, Generalvikar für die Kantone Zürich und Glarus, ist es die Kirche St.  Peter und Paul in Winterthur. Für ihn ist dies «ein durchbeteter Raum» , in dem er mit der Gemeinde viel erlebt habe.

Stephan Kölliker, Fotograf des Buches «Sakrales Zürich», hat Gefallen gefunden an der Kirche im Zürcher Universitätsspital. Man spüre dort sofort, dass um Leben und Tod gebetet werde. «Es herrscht eine konzentriert-fokussierte Atmosphäre», sagte er. Allerdings, gestand Kölliker, habe er sich bei seiner Recherche in vielen Kirchen nicht sonderlich wohlgefühlt. – Weil er diese dichte Stimmung nicht vorgefunden habe.

Kunst und Transzendenz

Kirchen sind sakrale Orte, in denen Transzendenz, das Göttliche, zu spüren ist. Was aber, fragte der gut gelaunte Moderator seine Gäste, mache denn das Sakrale einer Kirche aus? Josef Annen erinnerte daran, das es im Urchristentum noch gar keine sakralen Räume im heutigen Sinne gab. Die Gläubigen trafen sich in Privathäusern zum Gebet.

«Die Sakralität kam mit der Aufbewahrung der Eucharistie, die besondere und geweihte Räume benötigte», erläuterte Annen. Auch Reliquien seien für ihn als Katholik ein wichtiges Element eines sakralen Raumes. Für den Generalvikar ist auch die Lichtgestaltung in einer Kirche von zentraler Bedeutung. «Es gibt Kirchen, wo ich beim Betreten merke: Es gibt noch etwas über mein irdisches Leben hinaus.» Annen, der das Vorwort für das neue Buch geschrieben hat, nannte als Beispiel die Kirche San Gio­vanni Battista in Mogno im Tessin, die von Stararchitekt Mario Botta erbaut wurde. Sie gilt unter Fachleuten als eine der gelungensten Sakralbauten der Neuzeit. Josef Annen schilderte: «Beim Betreten der Kirche verschlägt es einem buchstäblich die Sprache. Man spürt, dass sich über einem der Himmel öffnet. Da ist ein Akt der Ewigkeit da.»

Für Mario Pinggera, Kirchenmusiker und Pfarrer in Richterswil-Samstagern, sollte man sich subjektiv wohlfühlen in einer Kirche. Als Musiker sei ihm die Akustik sehr wichtig. «Ein kirchlicher Raum muss gut klingen. Es muss von ihm etwas zurückkommen auf mein Spiel», sagt er. Stephan Kölliker findet das Göttliche auch bei einem Spaziergang in der Natur. In einem besonders gekonnt gestalteten Sakralraum, so der Fotograf, halte aber auch er sich gerne auf. Doch nicht nur die Architektur und die Kunst bringen für ihn einen Raum innerlich zum Klingen, sondern ebenso die Menschen darin. «Wenn jemand eine grosse Ausstrahlung hat, dann fliessen die Energien.»

Markus Weber und Stephan Kölliker. Sakrales Zürich – 150 Jahre katholischer Kirchenbau im Kanton Zürich. Herausgegeben im Eigenverlag, bestellbar unter www.sakralbauten.ch

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