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Schaufeln für die Gelbbauchunke

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Es ist kalt an diesem Herbstmorgen auf dem Wanderweg entlang der Sense zwischen Flamatt und Bösingen. Zwar dringen erste Sonnenstrahlen langsam zwischen einzelnen Baumstämmen durch, doch liegen die Temperaturen um neun Uhr morgens bei knapp acht Grad. Eingepackt in warme Jacken und teilweise mit Handschuhen geschützt sind knapp 20 Schülerinnen und Schüler der OS Wünnewil auf zwei verschiedenen Plätzen im Wald an der Arbeit.

Sie setzen dort an, wo vor rund anderthalb Jahren andere Schüler fünf Biotope erstellt haben. Nach starken Gewittern hatten die kleinen Zuflussbäche allerlei Schlamm und Sand in die Becken geschwemmt, so dass diese ihre Funktion nicht mehr richtig wahrnehmen konnten.

Die Jugendlichen stehen mitten in einem sumpfigen Becken. Die Stiefel sind bis an den Rand verschmiert, bei jedem Schritt ist ein glucksendes Geräusch zu vernehmen, bei manchen überziehen Schlammspritzer die Kleidung. Die Jugendlichen schaufeln grosse Mengen eines Schlamm-Sand-Gemischs auf die Schubkarren und sorgen mit Spaten und Pickeln dafür, dass der Teich wieder die ursprüngliche Tiefe von bis zu einem Meter erhält. Die Ränder werden mit Ästen und Brettern verstärkt. Damit bei einem nächsten Gewitter nicht wieder das gleiche passiert, haben sie eine Art Vorteich gebaut, der einen Grossteil des angeschwemmten Schlammes auffängt und das Wasser in einen Überlauf umlenken soll.

«Das geht ganz schön in den Rücken», sagt die 14-jährige Mahina Schöpfer. So ganz kann sie sich mit der Kälte, dem frühen Einsatz am Morgen und der ungewohnten Arbeit nicht anfreunden. Nein, sagt sie, schaufeln gehöre sonst definitiv nicht zu ihren Freizeitbeschäftigungen. «Aber ich habe es mir schlimmer vorgestellt», sagt Mahina. Sie hätte gedacht, dass sie mitten im vollen Teich arbeiten müsste. Zwar sei es kalt, aber immerhin regne es nicht. «Zudem ist es für einen guten Zweck.» Denn als Vegetarierin lägen ihr alle Tiere am Herzen.

Abwechslungsweise sind in dieser Woche alle Klassen der dritten OS-Stufe im Umwelteinsatz an der Sense. Begleitet werden sie von den Mitgliedern der Umweltkommission der Gemeinde Wünnewil-Flamatt Edy Monaco und Josef Schöpfer. Bevor es an die praktische Arbeit geht, erhalten die Schüler eine Einführung. Mahina Schöpfer hat dabei unter anderem erfahren, dass die Sense zu einem der wenigen Flüsse gehört, die in vielen Abschnitten naturbelassen ist und dass verbaute Ufer und Flussbetten nicht gut sind für das Wohlbefinden von Fischen und Amphibien. «Wenigstens können wir vor Ort etwas für die Tiere tun.»

Das Resultat ist sichtbar

«Die Jugendlichen führen Arbeiten aus, die sie sonst nicht tun», sagt Josef Schöpfer, Umweltvernetzer der Gemeinde Wünnewil-Flamatt, die via Werkhof das Material zur Verfügung stellt. Die beiden Betreuer sind zufrieden mit der Motivation der Schüler. «Es ist gut, dass sie am Ende ihres Einsatzes das Resultat ihrer Arbeit vor Augen haben», sagt Schöpfer, der sonst als Gärtner im Botanischen Garten arbeitet. Er ist überzeugt, dass den Jugendlichen diese praktische Arbeit besser in Erinnerung bleibt als jede theoretische Information. Es gebe schon grosse Unterschiede unter den Jugendlichen, sagt Edy Monaco. «Manche haben sicher das erste Mal eine Schaufel in der Hand gehabt. Andere sind handwerklich ziemlich geschickt.»

Erste Erfolge der Biotop-Aktion sind bereits zu verzeichnen. Neben Frosch- und Molch­arten sind letzten Herbst auch erstmals Gelbbauchunken nachgewiesen worden. Eine Art, die in diesem Gebiet vorher nie registriert worden ist, wie Edy Monaco ausführt. Der Flamatter ist in seiner Freizeit als Riverwatcher der Natur­organisation WWF unterwegs und engagiert sich auch für das Projekt «Gewässerperle Sense» (die FN berichteten).

Die fünf Biotope, die sich teils im Staatswald, teils auf privatem Grund befinden, sind erst der Anfang. Nach und nach soll eine Kette weiterer Amphibientümpel entstehen. Langfristiges Ziel ist es, diese mit dem Naturschutzgebiet Auried bei Bösingen zu verbinden, das etwa sechs Kilometer entfernt ist.

«Manche haben sicher das erste Mal eine Schaufel in der Hand.»

Edy Monaco

Mitglied Umweltkommission

«Es ist gut, dass die Jugendlichen am Ende ihres Einsatzes das Resultat ihrer Arbeit vor Augen haben.»

Josef Schöpfer

Mitglied Umweltkommission Wünnewil-Flamatt

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