Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Schicksalsschläge mit Mut und Engagement überwunden

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Brigitte Stritt-Schafer bereitet ihren Gästen in ihrem Zuhause in Tafers einen warmen Empfang: «Hallo, nur he­rein», lautet die Begrüssung, der Kaffee wird in der Stube in schönem Geschirr serviert, Süsses gibt es dazu. «Jeder soll sich bei mir willkommen fühlen», sagt die 60-Jährige und fügt an: «Daheim ist da, wo man sich umsorgt und akzeptiert fühlt.» Sie sagt das nicht ohne Grund: 21 Jahre lang umsorgte sie bei sich zu Hause ihren Sohn Nicolas, der 1992 mit Trisomie 21 geboren wurde. «Seine Behinderung hat unser ganzes Leben auf den Kopf gestellt», erzählt Brigitte Stritt. Knapp zwei Jahre vor Nicolas war ihr älterer Sohn Laurent kerngesund zur Welt gekommen. «Alles lief wie auf Schienen, und dann ein solcher Schicksalsschlag. Das rüttelte uns durch, und wir mussten die Situation zuerst einmal akzeptieren.»

Die Kauffrau und Treuhänderin hatte vorgehabt, neben der Familie hochprozentig weiterzuarbeiten. «Schon nach der Geburt von Laurent reduzierte ich aber. Und als Nicolas da war, widmete ich mich vorübergehend ganz der Familie.»

Einsatz für Behinderte

Ihr Engagement ging weit über die Familie hinaus: Sie trat der Elternorganisation Insieme bei, die sich für die Inte­ressen von Menschen mit einer geistigen Behinderung einsetzt. Sie wurde Vorstandsmitglied der Freiburger Sektion und bald auch deren Präsidentin. Es war ihr ein Anliegen, Behinderte in den Alltag zu integrieren, was damals weniger Thema war als heute. «Wir haben Nicolas überallhin mitgenommen, und ich habe mich dafür eingesetzt, dass er zumindest den Kindergarten hier in Tafers besuchen konnte.»

So war Nicolas der erste Junge mit Trisomie 21 in Tafers, der in den Kindergarten integriert wurde. Zusammen mit Insieme organisierte Brigitte Stritt Sommerlager und andere Freizeitaktivitäten für Kinder mit Behinderung. «Sie konnten ja nicht wie die anderen in ein Jubla-Lager», erklärt sie. Stritt war ebenfalls Mitglied im Stiftungsrat der Sonderschule Les Buissonnets, der Sensler Stiftung für Behinderte und im Bildungszentrum für behinderte Erwachsene. «Arbeiten war für mich nie ein Müssen. Ich engagiere mich gerne und bin auch gerne unter den Leuten.»

Stets behielt Brigitte Stritt einige Treuhandmandate, sass im Verwaltungsrat der von ihr und ihrem Mann Karl gegründeten Bio Markt Ried AG (heute Terraviva AG) und führt seit 22  Jahren jeden Freitag einen Früchte- und Gemüsemarkt auf dem Hubel in Tafers. «Es war ein Spagat», sagt sie: Beiden Kindern gerecht werden, für sich selbst etwas haben, eine Beziehung führen. «Damals hing die Familie ganz an der Frau», erzählt Stritt. «Ich sage das nicht, um mich zu beklagen, es war einfach so.» Es sei zudem nicht einfach gewesen, ausserhalb der Familie Betreuungspersonen für Nicolas zu finden. «Dennoch möchte ich diese Zeit und all die Erfahrungen nicht missen.»

«Das Schlimmste, was einer Mutter passieren kann»

Vor sechs Jahren erlitt die Familie den nächsten Schlag, Nicolas starb nur 21-jährig an einem Herzstillstand. «Völlig unerwartet», erzählt Stritt, denn anders als viele Kinder mit Trisomie 21 hatte er keinen angeborenen Herzfehler.

An dieser Stelle ihrer Geschichte bricht die Stimme von Brigitte Stritt. Nach einer Pause sagt sie: «Es ist das Schlimmste, was einer Mutter passieren kann. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht das Gefühl habe, er müsste doch irgendwo wieder hervorkommen.» Bis zu seinem Tod hatte Brigitte Stritt Nicolas jeden Morgen bereit gemacht für die Arbeit, ihn zur Werkstätte gebracht und am Ende des Nachmittags dort wieder abgeholt. «Er war sehr auf mich fixiert, und meine grosse Sorge war immer, was einmal geschehen würde, wenn ich nicht mehr da bin. Ich wollte ihn deshalb auch an andere Leute gewöhnen, das war aber nicht einfach», sagt sie. «Nie hätte ich gedacht, dass er vor mir gehen muss.»

Der Tod hinterliess eine grosse Lücke in der Familie. «Natürlich gab es auch Luft, aber insgesamt blieb eine riesige Leere.»

Nicolas ist in der Familie Stritt immer noch sehr präsent. «Wir sprechen jeden Tag von ihm», sagt Brigitte. Bilder erinnern an den meist fröhlichen Jungen, und immer brennt im Haus eine Kerze. «Ich will nichts schönreden, ein behindertes Kind braucht viel Kraft. Aber er hat uns auch viel gegeben und unsere Familie zusammengeschweisst. Nicolas war unser Sonnenschein.» Die Behinderung habe der ganzen Familie gezeigt, dass vieles nebensächlich, aber auch, dass vieles – zum Beispiel Gesundheit und eine normale Entwicklung – nicht selbstverständlich sei.

Ihre Freiwilligenämter hat Stritt nach und nach abgegeben, um Distanz zu gewinnen und sich auf neue Wirkungsfelder zu konzentrieren. Mit Nicolas ging Brigitte oft in die Natur. «Das hat uns beiden gutgetan.» Auch heute schöpft sie Energie auf Wanderungen, beim Velofahren und im Garten. In Vereinen ist sie nicht mehr aktiv, hilft aber regelmässig an diversen Anlässen mit. «Freiwilligenarbeit ist etwas sehr Bereicherndes», betont sie und fügt an: «Die Familie ist für mich auch heute noch das Wichtigste. Ich bin ein absoluter Familienmensch.»

In einer losen Serie stellen die «Freiburger Nachrichten» verschiedenste Menschen aus ihrem Einzugsgebiet vor. Die Artikelserie funktioniert wie eine Stafette: Es ist der jeweils Porträtierte, der das nachfolgende Porträt bestimmt.

mir

 

 

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema