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Schlachthof soll Parkhaus weichen

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Schlachthof soll Parkhaus weichen

Autor: Nicole Jegerlehner

Die Meldungen sind positiv: Die SBB wollen im St. Leonhard eine Haltestelle einrichten, und in drei Jahren wollen die Freiburgischen Verkehrsbetriebe TPF auch gleich noch ein drittes Gleis bauen, damit sie den Regionalverkehr ausbauen können. Die guten Neuigkeiten (siehe FN vom 16. Mai) haben aber auch einen Haken: Die Neubauten beanspruchen Raum – Raum, der im Gebiet St. Leonhard bereits heute knapp ist.

Es wird eng fürs Parkhaus

Die neue Haltestelle kommt voraussichtlich auf der Höhe des Schlachthofes zu stehen (siehe Plan). Dort soll auch ein Park-and-Ride-Silo für 250 Autos entstehen. Kommt nun noch das dritte Gleis, das aus Freiburg hinausführt, wirds eng. «Wir wissen nicht, ob das Silo dort noch hinpassen würde, oder ob es gerade auf der Linie des dritten Gleises stehen würde», sagt der Freiburger Stadtammann Pierre-Alain Clément (SP). Auch das Restaurant St. Leonhard könnte dem Bau des dritten Gleises im Weg stehen: Es steht auf der Höhe, auf welcher das Parkhaus geplant ist. Erst Ende Jahr wird bekannt, ob Parkhaus und Restaurant genau auf der Linie des dritten Gleises liegen. «Wir wissen von den Plänen der TFP ja auch erst seit Anfang Jahr», sagt Clément.

Die Lösung liegt für den Syndic auf der Hand: Ziehen die Metzger mit ihrem Schlachthaus weg, bleibt genügend Raum für alle Baupläne. «Wir verhandeln mit der Gewerkschaft der Metzger», sagt Clément. Das Schlachthaus werde heute von viel weniger Metzgern benutzt als noch vor einigen Jahren. Ein Schlachthof auf Stadtboden sei nicht mehr sinnvoll: «Die Wirtschaftlichkeit ist nicht mehr gegeben.» Dazu kämen anstehende Investitionen, um den Gesetzen der Hygiene zu genügen. «Diese kann sich die Gewerkschaft kaum leisten», sagt der Syndic.

Die Metzger, welche den Schlachthof in einer Kooperative betreiben, haben das Gelände im St. Leonhard vor rund zwanzig Jahren im Baurecht von der Stadt erworben. Noch 2004 hat die Stadt für die Metzger bei einer Bank eine Kaution hinterlegt: Die Gewerkschaft hatte Hypothekarschulden bei zwei verschiedenen Banken und konnte diese dank der Kaution einer einzigen Bank übertragen.

«Nicht in Verhandlungen»

Jetzt möchte der Gemeinderat das Baurecht für rund zwei Millionen Franken zurückkaufen und das Land für Parkhaus, Haltestelle und drittes Gleis nutzen. «An dieser sehr gut erschlossenen Stelle könnten wir wohl auch Investoren finden, welche das Parkhaus bauen und darüber Büroräumlichkeiten einrichten und vermieten», sagt Clément.

Doch so weit ist es noch nicht. Christian Deillon von der Metzger-Gewerkschaft zeigt sich überrascht über die Äusserungen des Syndic: «Wenn der Gemeinderat denkt, dass wir ihm das Land einfach so überlassen, dann täuscht er sich.» Die Stadt habe die Metzger in diesem Jahr noch nie kontaktiert – wir stehen nicht in Verhandlungen.»

Im Juni letzten Jahres hätten sich die Metzger mit Vertretern der Stadt und mit dem Kantonstierarzt an einen Tisch gesetzt, sagt Deillon. Dabei sei für die Metzger rasch klar geworden, dass die Entwicklungen im St. Leonhard für sie nicht sehr günstig seien: Die Traktoren, welche Tiere in den Schlachthof bringen, werden den erwarteten Mehrverkehr noch mehr bremsen. «Das ist weder für uns noch für die Gemeinde eine gute Situation», sagt Deillon. Deshalb hätten die Metzger dem Gemeinderat noch im Juni eine Offerte unterbreitet, damit die Stadt das Baurecht zurückkaufen könne. Im November sei die Antwort eingetrudelt: Der Gemeinderat gehe nicht auf das Angebot ein, hiess es ohne weitere Begründung. «Seither hatten wir keinen Kontakt mehr mit der Stadt», sagt Christian Deillon.

Der Metzger stellt klar, dass das Schlachthaus sehr rege benutzt werde und rentiere. Investitionen stünden zudem keine an: Erst vor kurzem sei saniert worden. «Wir entsprechen in allen Fragen der Norm», sagt Deillon. Wenn die Stadt das Gelände übernehmen wolle, müsse sie einen Ersatzstandort bieten können, «damit wir unsere Aktivitäten weiterführen können».

Der Gemeinderat habe das Angebot der Metzger im Winter zurückgewiesen, bestätigt Clément. Seither habe sich aber die Situation verändert. «Das angekündigte dritte Gleis führt dazu, dass wir nun mit den Metzgern verhandeln.»

Da die Metzger noch gar nicht wissen, dass die Stadt mit ihnen verhandelt, könnte es noch eine Weile dauern, bis eine Lösung gefunden wird. Darum stellt der Gemeinderat nun seine Baupläne auf den Kopf. Ursprünglich wollte er mit dem Bau der Einstellhalle beginnen, noch vor dem Bau der Sportstätten (siehe Kasten). Doch angesichts der neuen Probleme entstehen nun – sobald das nötige Geld zusammen ist – als erstes Basketball- und Eishalle.

Provisorium nötig

Das heisst auch: Es wird an Parkplätzen fehlen, da diese den Sporthallen weichen. «Wir werden eine provisorische Lösung suchen müssen», sagt Clément. Am Wochenende könne beispielsweise auf dem Gelände des Schlachthofes, beim Einkaufszentrum und beim Forum parkiert werde.

Sowohl das dritte Gleis als auch die Haltestelle St. Leonhard seien für die Region Freiburg wichtig, sagt Clément: «Bald leben 100 000 Personen in diesem Raum – da brauchen wir besseren Anschluss an den öffentlichen Verkehr, sonst bricht der Privatverkehr zusammen.»

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