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Schlagabtausch zu Windkraftanlagen

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Welch ein Zufall. Ausgerechnet am Tag, nachdem das Kantonsgericht grünes Licht gegeben hatte für die Windenergiezone auf dem Schwyberg, fand die längst geplante Wanderung des Vereins «Rettet den Schwyberg» statt. Sie führte am Mittwoch bei herrlichem Wetter vom Crau über die Krete hinauf zum höchsten Punkt des Käsenbergs. Auf der zweistündigen Tour bot sich den 25 Interessierten und Journalisten immer wieder ein grandioser Blick auf den gegenüberliegenden Schwyberg. Dort, wo Groupe-E Greenwatt neun Windkraftturbinen bauen will.

Dass der Schwyberg und das freiburgische Voralpengebiet eine einzigartige intakte Landschaft bilden, davon waren an diesem Tag alle überzeugt. Die Frage ist nur, was höher zu gewichten ist: Windenergie oder unberührte Landschaft? Mit Philippe Roch, dem ehemaligen Direktor des Bundesamtes für Umwelt, und Jean-Michel Bonvin, Direktor von Greenwatt, waren ein Befürworter und ein Gegner vertreten. Jeder versuchte, die Anwesenden zu überzeugen. Philippe Roch mit seiner Begeisterung für die «bezaubernde Landschaft, die es nicht zu verschandeln gilt». Jean-Michel Bonvin fragte die Anwesenden, wie Schadstoffe begrenzt werden könnten, ohne Windkraftanlagen zu bauen.

Für sinnvolle Anlagen

Über die Windenergie-Anlagen der Schweiz hat Philippe Roch ein Buch geschrieben. «Ich bin für erneuerbare Energien, doch sie müssen sinnvoll sein», sagte er beim ersten Infohalt. «Windturbinen, die 150 bis 200 Meter hoch sind, eignen sich in der Schweiz nicht.» Die Turbinen auf dem Schwyberg sollen rund 150 Meter hoch werden. «Zweimal so hoch wie der Turm der Kathedrale», fügte ein Teilnehmer bei. Philippe Roch: «Wir können diese schöne Landschaft dem Projekt nicht opfern, zumal dessen Wirksamkeit überschätzt wird.»

Jean-Michel Bonvin konterte: «Jedes Land muss sich engagieren. Wir können nicht Anlagen in Norddeutschland bauen und dann über 1000 Kilometer Röhren legen.» Nur mit dem Bau von Windenergie-Anlagen könne das Ziel «Energie 2000» (umweltverträgliche Energieversorgung, sparsamer Energieverbrauch) erreicht werden. «Eine Kilowattstunde produziert mit Braunkohle ergibt ein Kilogramm CO₂», gab er zu bedenken. Mit Windenergie sei die Belastung gleich null. Wären Fotovoltaikanlagen eine Lösung? «Um die Produktion der neun Windturbinen zu erreichen, müssten 36 Fussballfelder mit Fotovoltaikanlagen ausgestattet werden.»

Gegen schlechte Projekte

Grundsätzlich war jeder Teilnehmer von der Notwendigkeit von Windenergie-Anlagen überzeugt. Dieter Meyer, Präsident des Vereins «Rettet den Schwyberg», formulierte es so: «Wir sind nicht gegen diese Projekte, sondern nur gegen schlechte Projekte.» Er nannte die Gefährdung der Zugvögel. Gemäss einer Studie sind rund 96 000 Vögel im Herbst auf Durchreise. «Davon würden bis zu 4900 in die Anlage fliegen.» Doch auch hierzu fehlen die Erfahrungsberichte.

Staatsrat Maurice Ropraz hat die Argumente der Gegner aufgenommen und fordert von Greenwatt Lösungen, auch bezüglich Vogelzug im Herbst. So könnten etwa via Radaranlage Vogelzüge frühzeitig erkannt und die Anlagen dementsprechend abgeschaltet werden. «Doch wer entscheidet, wann abgestellt wird?», fragte Dieter Meyer. Bonvin allerdings ist überzeugt, dass die Vögel die Gefahr erkennen und ausweichen würden.

Reaktionen: «Es geht noch weiter»

E s ist gut, dass nun endlich ein Entscheid gefällt worden ist», sagt Otto Lötscher. So richtig freuen kann sich der Ammann von Plaffeien nicht über den Entscheid des Kantonsgerichts Freiburg, die Einsprachen gegen die geplante Windkraftzone auf dem Schwyberg abzuweisen (siehe FN von gestern). Denn noch ist nicht klar, ob die Einsprecher das Dossier ans Bundesgericht weiterziehen. «Wir sind nach wie vor der Meinung, dass es ein gutes Projekt ist», sagt er. Er glaube an das Projekt, auch wenn der Weg zur Realisierung nun länger sei. «Wir brauchen Alternativen zur heutigen Energiegewinnung, wenn wir aus der Atomenergie aussteigen wollen», so Otto Lötscher. Auch wenn dies mit einigen Nachteilen einhergehe.

Wie Plaffeien ist auch Plasselb Standortgemeinde der neun geplanten Windkraftanlagen auf dem Schwyberg. Die beiden Gemeinden sind an der Schwyberg Windenergie AG beteiligt, die hauptsächlich von der Groupe-E Greenwatt AG getragen wird. Hervé Brügger, Ammann von Plasselb, sieht es ähnlich wie sein Amtskollege. «Der Entscheid ist positiv für uns. Aber das Verfahren geht noch weiter.» Ist die Windkraftzone rechtskräftig, beginnt erst das Auflageverfahren für den Bau des Windparks. «Die Hoffnung stirbt zuletzt», sagt Brügger. «Es kann noch lange gehen, bis der Windpark steht.»

Der Verein «Rettet den Schwyberg» ist gegen den geplanten Windpark auf dem Schwyberg, vor allem wegen des Schutzes der intakten Landschaft. Zufällig hat der Verein genau am Tag nach Bekanntwerden des Kantonsgerichtsentscheids eine Wanderung in den Freiburger Voralpen organisiert (siehe Haupttext). «Klar sind wir enttäuscht, doch nicht überrascht. Die Hoffnung auf Einsicht haben wir nicht verloren», sagt Präsident Dieter Meyer. Denn der Windenergiepark auf dem Schwyberg sei an strenge, nicht so leicht zu erfüllende Auflagen gebunden. «Wir haben den Gerichtsentscheid zur Kenntnis genommen, doch kennen wir die Argumente noch nicht. Die müssen wir jetzt analysieren.» im/il

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