Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Schlatter flitzt nackt über den Rasen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Irgendwie fühlte man sich beim Szenario des Films «Flitzer» (2016) unweigerlich an den Beat-Schlatter-Film «Katzendiebe» (1996) erinnert: Eine Geschichte rund um schlitzohrig-schräge Pläne zur Geldbeschaffung, und im Zentrum ein schrulliger Antiheld, der seiner Teenager-Tochter imponieren will. Tatsächlich haben die beiden Filme noch andere Gemeinsamkeiten, wie sich an der Vorpremiere des Films «Flitzer» herausstellte: Beide basieren nämlich auf autobiografischen Erlebnissen Beat Schlatters, wie der Hauptdarsteller und Stargast am Donnerstag im Openair-Kino Murten dem zahlreich erschienenen Publikum verriet.

Cameo-Auftritte von Promis

In «Katzendiebe» lieferte eine Idee aus Schlatters Punk-Vergangenheit die zündende Idee: «Um den Bandraum zu finanzieren, hatten wir damals die Idee, Katzen zu entführen und diese gegen Finderlohn wieder zurückzugeben.» Für «Flitzer» stand wiederum eine Schlatter-Anekdote Pate: «Ich hatte eigentlich vor, ein Wettbüro für Flitzerwetten zu gründen.» Flitzer sind Menschen, die meistens nackt eine Veranstaltung stürmen, häufig Sportanlässe. «Wir hätten zwei Flitzer auf den Fussballrasen gelassen, und man hätte darauf wetten können, wer der Security länger entwischen kann.»

Die Umsetzung des Flitzer-Projekts geriet damals jedoch ins Stocken. Als Grundlage für einen Film wurde die Idee später zu neuem Leben erweckt. «Zufällig erzählte ich meinem Freund, dem Regisseur Peter Luisi, davon», so Schlatter, der schon mehrmals mit Luisi zusammengearbeitet hat. Dieser habe daraufhin gesagt: «Das ist doch Stoff für eine Komödie.» Der «Vitus»-Co-Autor zog sich einen Monat in Italien zurück – und kam wieder mit dem fertigen Script. Die anschliessende Finanzierung des Films war kein Problem.

Für die Komödie wurden auch mehrere Prominente für einem Cameo-Auftritt aufgeboten. Etwa Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger. «Seine Bedingung: Er wolle die Rede, die er im Film hält, selber schreiben.» Das Resultat: «Wir mussten ihm mit viel Fingerspitzengefühl beibringen, dass er seine drei A4-Seiten auf drei Sätze kürzen muss.» Ebenfalls zu sehen sind Patent-Ochsner-Frontmann Büne Huber, der zudem einen Song beisteuerte, sowie Schwinger Christian Stucki, «mein Lieblingsschwinger». Um Stucki für den Auftritt anzufragen habe er den Umweg über dessen Frau Cécile gewählt: «Ich erhoffte mir so bessere Chancen für eine positive Antwort.» Sie habe gemeint, sie wisse schon jetzt, dass Christian gerne mitmachen würde – allerdings am liebsten in einer Rolle, in der er nicht viel sprechen müsse. Dem Wunsch wurde nachgekommen: «Der Zuschauer kann sich davon überzeugen, dass wir ihm die Rolle buchstäblich auf den Leib geschrieben haben.» Das Filmteam machte sich ebenfalls auf die Suche nach einem Goalie, der einen bestechlichen Torhüter spielt. «Einen aktiven Fussballer dafür zu gewinnen, war unrealistisch», so der 56-Jährige. Zu gross war die Angst um das Image. In Ex-Nati-Goalie Jörg Stiel wurde das Filmteam fündig. Dieser sagte sofort zu. «Er hatte eine riesige Freude. Ich hatte den Eindruck, er habe sein Leben lang auf den Filmauftritt gewartet.» Letzten Sommer fanden die Dreharbeiten für den 2,8-Millionen-Film statt. Und: Ja, Beat Schlatter ist im Film als Flitzer zu sehen – nackt. Gedreht wurde frühmorgens im Wankdorf-Stadion, bei sechs Grad. «Was dies für einen Mann bedeutet, muss ich nicht näher ausführen», sagte Schlatter, und verzog dabei wie Stummfilm-Star Buster Keaton keine Miene.

Der kurzweilige Film kam am Donnerstag beim Publikum gut an; auch der Regenschauer in der zweiten Hälfte des Abends tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Dank der verteilten Gratis-Pelerinen konnte die Vorführung nach einer kurzen Pause weitergehen.

Der Film

Wenn für einmal keine Kleider Leute machen

Balthasar Näf hat grosse Träume. Der Cordhosen-Träger möchte ein Gottfried-Keller-Museum eröffnen, denn der Autor ist das grosse Idol des Deutschlehrers. Nun scheint der Traum des alleinerziehenden Vaters greifbar nah: Durch cleveres Sparen hat er als Finanzverantwortlicher der Schule über 700 000 Franken ins Trockene gebracht. Der Direktor hatte dem schrulligen Lehrer einst versprochen, dass er überschüssige Beträge einem kulturellen Zweck zukommen lassen dürfe. Näfs Träume zerplatzen, als seine Kollegen beschliessen, mit dem unerwartet hohen Betrag statt des Museums einen FIFA-zertifizierten Kunstrasen zu finanzieren. Mit einer Wette möchte Näf das Geld verdoppeln und so das Museum retten, verliert jedoch alles. Um die Schulden zurückzuzahlen, erfindet er Flitzerwetten. Näf gründet eine skurrile Flitzer-Akademie. Er wird zum Mastermind einer Flitzerorganisation und nennt sich «Strapinski», in Anspielung auf den Prota­gonisten der Gottfried-Keller-Novelle «Kleider machen Leute». Alles geht gut – bis ihm die übereifrige Kommissarin Strebel auf die Schliche kommt. Und er sich zu allem Übel auch noch in sie verliebt. «Flitzer» sorgt für einen vergnüglichen Filmspass. Youtuber Bendrit Bajra ist als Coiffeur und Wettbüro-Leiter in seiner ersten Kinorolle zu sehen und erinnert an eine schweizerisch-albanische Antwort auf Komiker wie Axel Stein oder Jonah Hill.

ea

Meistgelesen