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«Schlechte Zähne gibt es nicht»

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Zahnarzt Bernard Brügger sagt, wie man Karies verhindert und warum dies bei Kindern besonders wichtig ist

Autor: Von CAROLE SCHNEUWLY

Karies gilt als die häufigste ernährungsabhängige Zivilisationskrankheit. Zwar dürfte es bereits bei den Neandertalern Karies gegeben haben, die Häufigkeit hat seither aber enorm zugenommen. Heute haben in den westlichen Industrienationen rund 95 Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens irgendwann Karies. Das hat weniger mit Zahnreinigungs- als mit Ernährungsgewohnheiten zu tun. Dies zeigt auch die Tatsache, dass Karies bei heutigen Naturvölkern ebenso selten vorkommt wie bei unseren Urahnen.Die Ursache für die Zunahme ist seit langem bekannt: Zucker. «Wo es keinen Zucker gibt, gibt es auch keine Karies», sagt Zahnarzt Bernard Brügger, der im vergangenen Frühling zusammen mit seiner Ehefrau, ebenfalls Zahnärztin, die Praxis Schmutz in Marly-Centre übernommen hat. Karies entsteht, wenn in der Plaque angesiedelte Bakterien Zucker aus der Nahrung zu Milchsäure abbauen. Diese Säure wiederum greift die Zähne an, indem sie Mineralien aus der Zahnhartsubstanz herauslöst. Fast jeder Mensch sei Träger der für die Karies verantwortlichen Bakterien, so Brügger. «So genannte schlechte Zähne, die für Karies besonders anfällig sein sollen, gibt es nicht. Es scheint aber zu stimmen, dass bestimmte Leute weniger Aufwand treiben müssen, um Karies zu verhindern.»

Kinder haben wieder mehr Karies

Was zu tun ist, um Karies zu verhindern, liegt auf der Hand: weniger Zucker konsumieren und nach der Einnahme von zuckerhaltigen Lebensmitteln die Zähne putzen. Dabei bestehe das Problem aus zahnmedizinischer Sicht weniger in der Menge des eingenommenen Zuckers als in der Anzahl Einnahmen, so Bernard Brügger. Denn: «Auf jede Zuckereinnahme folgt unweigerlich der Säureangriff auf die Zähne.»Das alles ist heute weitherum bekannt, nicht zuletzt, weil in den vergangenen Jahrzehnten viel in die Kariesprävention investiert wurde. Der Erfolg dieser Prävention hat aber auch eine Kehrseite: Die Kinder, die seinerzeit mit Fluorkampagnen und dem Zahnmännchen (siehe Kasten) aufgewachsen sind, sind heute erwachsen. Sie haben tatsächlich weniger Löcher in den Zähnen als frühere Generationen. Weil das so sei, sei aber auch die Sensibilität für das Problem zurückgegangen, erklärt Brügger. Die Folge: Bei den heutigen Kindern nimmt Karies wieder zu, weil sie für ihre Eltern weniger ein Thema war.

Früh an die Zahnbürste gewöhnen

Dabei sei Kariesprophylaxe bei Kindern besonders wichtig, betont Brügger, selber Vater dreier Kinder im Alter zwischen 18 Monaten und siebeneinhalb Jahren. «Wer schon in den Milchzähnen viele Löcher hatte, hat auch später ein erhöhtes Kariesrisiko.» Zudem habe die richtige Zahnpflege viel mit Gewohnheiten zu tun. Diese Gewohnheiten gelte es möglichst früh zu lernen. «Spätestens wenn ein Kind seinen ersten Zahn bekommt, sollte man ihm regelmässig eine Zahnbürste in den Mund geben, damit es sich daran gewöhnt und die Bürste als normal empfindet.»Nebst der richtigen Zahnhygiene gelte es auch schon bei Kindern, auf die Ernährung zu achten. Ein grosses Problem seien dabei gesüsste Getränke, die sich oft schon in Kinderschoppen finden. Ob Kakao, Sirup oder Eistee: Nach dem Genuss müssen die Zähne geputzt werden. Das Gleiche gilt für die süssen Zwischenmahlzeiten, die viele Eltern ihren Kindern als Pausenverpflegung in die Schule mitgeben.

Sichtbare Resultate

Das Kariesrisiko ist nach Brüggers Beobachtungen aber nicht nur vom Alter abhängig, sondern auch von der sozialen Stellung und dem Ausbildungsniveau: «Oft stehen Löcher in den Zähnen in direktem Zusammenhang mit Löchern im Portemonnaie», so der Zahnarzt. Wer finanziell nicht so gut gestellt sei, sei medizinisch generell immer schlechter versorgt; für die privat getragenen Zahnarztkosten gelte dies umso mehr. «Wer sparen muss, tut dies oft bei den Zähnen. Diese Leute kommen erst zum Zahnarzt, wenn sie Schmerzen haben und lassen sich die betroffenen Zähne dann kurzerhand ziehen.»Insgesamt sei Karies in der Praxis des Hauszahnarztes die mit Abstand häufigste Krankheit. Zahnfäulnis (das Wort «Karies» kommt vom lateinischen «caries» für Fäulnis) als tägliches Brot also? Für Bernard Brügger, der nicht nur ausgebildeter Zahnarzt, sondern auch Elektroingenieur und Arzt ist, ist an seinem Beruf vor allem motivierend, dass er dabei viel mit den Händen arbeiten könne und am Ende ein sichtbares Resultat vor sich habe. «Man kann Probleme lösen und den Menschen helfen – und diese sind dafür in der Regel sehr dankbar.»

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