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Schmerzlinderung im Schloss Laupen

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Über längere Zeit Schmerzen zu haben, ist eine grosse Qual. Der Murtner Schmerzspezialist und Allgemeinarzt Christian Zürcher setzt auf die sogenannte Neuraltherapie, die insbesondere bei Rücken-, Nacken-, Kopf und Gliederschmerzen zur Anwendung kommen kann. Er arbeitet seit rund zwei Jahren in seiner Murtner Praxis nach diesem Konzept. Am Samstag steht die Eröffnung seiner Samstags-Schmerz-Sprechstunde im Schloss Laupen auf dem Programm.

Das Prinzip ist einfach

«Es gibt viel zu viele Menschen, die Schmerzen haben», sagt Zürcher in den Praxisräumen im Schloss hoch über Laupen. Das helle Zimmer ist von Fenstern gesäumt, die einen Blick in die Weite erlauben. «Während meiner neuraltherapeutischen Ausbildung im vergangenen Jahr war ich begeistert über den segensreichen Effekt, es ist ein sehr eleganter Therapieansatz», sagt Zürcher.

Erkennen und vorbeugen

Das Prinzip ist simpel: «Wie in einem Computer ist unser Körper durch ein Universum an Nervenzellen miteinander verbunden.» Schmerzen werden durch das Nervensystem vermittelt, beeinflusst und gespeichert. Nun spritzt der Arzt das Lokalanästhetikum Procain mehrmals in bestimmte Körperregionen oder in Nervenzentren. «Dadurch werden falsche Programme für rund 30 Minuten blockiert und zum Teil gelöscht», erklärt Zürcher. Beim Erwachen der Region aus der Lokalanästhesie findet das Nervensystem nicht mehr vollständig ins alte Programm zurück. «Der eigene Körper reguliert sich schrittweise selbst», so der Mediziner. Das Branding des Murtner Arztes für sein Abklärungs-, Therapie- und Vorsorgekonzept heisst denn auch «pain-reset plus».

Damit der Patient nach der Behandlung dauerhaft schmerzfreibleibt, muss der Grund für die Schmerzen klar sein. «Wir suchen gemeinsam nach den Ursachen und nach vorbeugenden Massnahmen», sagt Zürcher. Erst seit zwei Jahren habe er begriffen, wie wichtig die Schlafposition einerseits und die aufrechte Haltung tagsüber andererseits sind. «Wir könnten uns 70 bis 80 Prozent der Schmerzen sparen», ist Zürcher überzeugt, «wenn wir in der richtigen Stellung und genug schlafen und tagsüber mehr aufrecht stehen und aufrecht sitzen.» Die Schlafposition als Beispiel habe einen grossen Einfluss auf den Nacken: «Wenn jemand auf dem Bauch schläft, ist er oder sie mit der Zeit zwangsläufig von Nackenschmerzen geplagt.» Und die meisten Kopfschmerzen kämen vom Nacken aus, so Zürcher.

Rund 300 Schmerzpatienten verschiedenen Alters habe er in seiner Praxis in Murten im letzten Jahr erfolgreich behandelt: «Gerade in Bezug auf die Körperhaltung gibt es Dinge, die wir uns viel zu wenig bewusst sind.» Auch ihm sei es so ergangen bis vor zwei Jahren. «Ich kann das jetzt nicht mehr so stehen lassen und möchte einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen weniger schmerzgeplagt sind.»

Neues und Altes

Das Prinzip der Neuraltherapie ist nicht neu. Bereits vor 100 Jahren kam es in Europa zur Anwendung (siehe Kasten links). Aber erst seit wenigen Jahren werde es in bescheidenem Mass Medizinstudenten gelehrt, sagt Zürcher. Er selber sei bei der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten in der Schmerztherapie darauf aufmerksam geworden. «Es wurde über Jahrzehnte verpasst, diese Methode an den Universitäten zu lehren.» In vielen Kliniken in den USA gehörten diese Schmerztherapieangebote fest ins Konzept, so Zürcher. In der Schweiz bietet die Gesellschaft für Neuraltherapie diese Leistungen seit Jahrzehnten an.

Eine Arztsprechstunde in einem Schloss ist mindestens in der Region nirgends sonst zu finden. Auf die Idee, Altes mit Neuem in einem Schloss zu verbinden, kam Zürcher im Gespräch mit Jürg Truog nach einem gemeinsamen Hundetraining. Truog ist Gemeindepräsident von Clavaleyres, im Rat der Schloss-Laupen-Stiftung engagiert und gleichzeitig Patient von Zürcher: «Ich war bei Christian Zürcher in Behandlung und bin jetzt nach Jahren von Schmerzen befreit», sagt Truog. Über längere Zeit habe er Tabletten gegen die Schmerzen eingenommen, das sei nun nicht mehr nötig. «Wir hatten im Schloss ungenutzte Räume», erzählt Truog. Und da Christian Zürcher auch bekannt sei für seine kombinierte Schmerztherapie von alten und neuen Methoden, habe die Verbindung nahegelegen: «Früher haben sie im Schloss bestimmt schon mit Blutegeln behandelt», sagt Truog und lacht. Die Idee sei beim Stiftungsrat rasch auf Zustimmung gestossen. Das Schloss erhält damit eine weitere Nutzung (siehe Kasten).

Zahlen und Fakten

Ein Quantensprung in der Chirurgie

Procain wurde vor 100 Jahren zusammen mit anderen Lokalanästhetika in Europa entwickelt und produziert. Es folgte ein Quantensprung in der Chirurgie–erstmals konnte in Lokalanästhesie ohne Vollnarkose operiert werden. Die sich aus diesen Substanzen hergeleitete Schmerztherapie nennt sich Neuraltherapie und fand bis vor kurzem in der Ärzteausbildung–im Unterschied zu den Anwendungen dieser Substanzklassen in der Chirurgie und Anästhesie–kaum Beachtung. Die Schweizerische Ärztegesellschaft für Neuraltherapie «Santh» zählt über 100 Mitgliederinnen und Mitglieder. Für die Kosten der Schmerztherapie kommt die Grundversicherung der Krankenkasse auf. Das Medikament ist günstig: Eine Ampulle Procain kostet 90 Rappen.emu

Schloss : Rittersaal und die Landvogtstube stehen für Feste bereit

A m Samstag stehen die Räume der neuen Sams tags-Schmerz-Sprech stunde im Schloss Laupen bereit für Interessierte: Zwischen 14 und 17 Uhr können sich die Besucher einen Eindruck verschaffen. Christian Zürcher bietet hier zum Start neben seinem integrativen Schmerztherapiekonzept auch Blutegelbehandlungen gegen Arthrose und Venenleiden an. Zudem besteht eine Zusammenarbeit mit einer ärztlich diplomierten Masseurin aus der Region. Zürcher versteht die Leistungen als Ergänzung: «Es ist keine gängige Arztpraxis, wir haben hier auch kein Labor.»

Dem Schloss kommt damit eine weitere Nutzungsform zu. Interessierte können den Rittersaal, den Rittersaalkeller, den Schlosshof mit Terrasse oder die Landvogtstube für Feste oder auch Seminare mieten. Zudem besteht ein Angebot für einfache Schlafgelegenheiten (Schlafen auf dem Schloss). emu

Schloss Laupen. Sa., 21. Mai, 10 bis 12 Uhr offizielle Eröffnung «Medizin im Schloss» mit geladenen Gästen. Von 14 bis 17 Uhr stehen die Räume für alle Interessierten offen. Die Zufahrt mit dem Auto ist bis vor den Eingang möglich. Dies gilt auch künftig für die Schmerz-Sprechstunde.

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