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Schnörkellos menschlich

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«Die Fotografie ist zufällig in mein Leben getreten», sagte Mar­tine Franck einmal. Es ist 1963, die belgische Kunsthistorikerin ist 25  Jahre alt und plant eine grosse Asienreise – zusammen mit ihrer Freundin, der aufstrebenden Theaterregisseurin Ariane Mnouchkine. Für die Reise, die durch China, Japan, Indien, Kambodscha, Nepal, Pakistan, Afghanistan und den Iran führt, leiht ihr ein Cousin seine Leica aus mit der Bitte, sie solle Bilder zurückbringen. So beginnt Martine Franck zu fotografieren, und es ist um sie geschehen: Nach ihrer Rückkehr von der Reise wird sie Fotografin und veröffentlicht Reportagen und Porträts in Zeitungen und Zeitschriften wie «Life», «Vogue» oder der «New York Times». 1966 lernt sie den dreissig Jahre älteren Fotografen Henri Cartier-Bresson kennen, den sie 1970 heiratet. Franck ist da selber schon eine etablierte Fotografin, während sich der grosse Cartier-Bresson allmählich von der Fotografie zurückzieht und sich dem Zeichnen und Malen widmet. 1980 wird Martine Franck als erste nichtamerikanische Frau Mitglied der angesehenen Fotoagentur Magnum, die Cartier-Bresson 1947 mitgegründet hat.

Unveröffentlichte Bilder

Um ihr gewaltiges fotografisches Werk zu bewahren, gründeten Cartier-Bresson und Franck 2002 zusammen mit ihrer Tochter die Fon­da­tion Henri Cartier-Bresson in Paris. Im vergangenen November ist diese vom Quartier de Montparnasse in den Marais umgezogen. Als Eröffnungsausstellung präsentierte sie eine Retro­spektive über das Schaffen von Martine Franck, die jetzt im Musée de l’Elysée in Lausanne zu entdecken ist. Sie umfasst rund 140 Fotografien, da­runter solche, die noch nie öffentlich zu sehen waren. Die Vorbereitungen für die Ausstellung und den dazu erschienenen Bildband hatten bereits 2011 in enger Zusammenarbeit mit der Fotografin begonnen, die im August 2012 starb.

So bietet die Schau einen breiten und persönlichen Einblick in das Schaffen einer Foto-Pionierin, die von ihren männlichen Kollegen kaum beachtete Themen wie Frauenbewegungen, das Alter oder die Arbeitswelt erschloss. Ihre Bilder bestechen mit ihrer Eleganz, ihrer Ruhe und ihrer Authentizität. «Die Person und das Werk Martine Francks ähneln sich sehr», schreibt die Autorin Dominique Eddé im Buch zur Ausstellung. «Ihnen wohnt die gleiche Menschlichkeit inne. Die gleiche Schnörkellosigkeit. Der gleiche Respekt vor anderen und vor sich selbst.» Was sie als Fotografin am meisten motiviere, wollte Dominique Eddé in einem Interview von Martine Franck wissen. «Mein Mitgefühl», lautete die schlichte Antwort. «Ich mag die Menschen. Ich habe mich immer besonders zu denjenigen hingezogen gefühlt, die eine Leidenschaft haben für das, was sie tun. Eigentlich versuche ich nicht, Geschichten zu erzählen, sondern eher Situationen und Leute wirken zu lassen.»

Wie gut ihr das immer wieder gelang, zeigt sich beim Rundgang durch die Ausstellung. Egal, ob sie Menschen porträtierte – zum Beispiel den Maler Balthus in seinem Chalet im waadtländischen Rossinière –, das Leben auf der abgelegenen irischen Insel Tory dokumentierte, tibetische Kindermönche, die Tulkus, fotografierte oder zufällige Alltagsszenen festhielt: Stets schaffte sie es, die Menschen von ihrer besten Seite zu zeigen, mit wohlwollendem, wertschätzendem Blick. Die Schau erzählt von einer selbstbewussten Fotografin, die es zwar vorzog, diskret im Hintergrund zu bleiben, die ihrem berühmten Ehemann aber in nichts nachstand. Die Fondation Henri Cartier-Bresson trägt auf Martine Francks Wunsch nur den Namen ihres Gatten. Die Retrospektive aber macht klar, dass sie die Aufmerksamkeit des Publikums ebenso verdient.

Musée de l’Elysée, Lausanne. Bis zum 5. Mai. Di. bis So. 11 bis 18 Uhr. Infos: www.elysee.ch.

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