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«Schön für die Zürcher, schade für uns»

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«Schön für die Zürcher, schade für uns»

Morgen verabschiedet die reformierte Kirchgemeinde Cordast Pfarrer Ronald Herbig

Nach fünf Jahren verlässt Pfarrer Ronald Herbig die reformierte Kirchgemeinde Cordast. Mit vollem Enthusiasmus widmete er sich vor allem der Jugendarbeit. Sein Weggang fällt der Kirchgemeinde, aber auch ihm selbst schwer.

Von CORINNE AEBERHARD

«Ein sehr grosser Verlust» sei sein Weggang, sagt Pfarrkollege Norbert Wysser, und zwar «für die ganze Kirchgemeinde. Ich habe ihn auch als Arbeitskollegen sehr geschätzt. Er ist ein aufgestellter Mensch und hat eine freundliche Art.» Ähnlich tönt es von Kirchgemeindepräsidentin Eveline Herzog: «Es war eine wunderschöne Zeit mit ihm. Die Zusammenarbeit war sehr gut und er war humorvoll und hatte einen guten Draht zu den Jugendlichen.» «Er hatte eine enorme Begabung, um mit ihnen zu arbeiten», bestätigt Wysser.

Ja, er habe «eine besondere Begabung», um mit jungen Menschen zu arbeiten, sagt Ronald Herbig selber. Er wisse nicht, woher das komme. Der aus der ehemaligen DDR stammende Pfarrer ist nicht in einer kinderreichen Familie aufgewachsen.

Fast ein wenig verlegen fügt er an, dass es ihm gelungen sei, vielen Jugendlichen zu vermitteln, dass die Kirchgemeinde so etwas wie ein Raum ist, in welchem man eine Gemeinschaft findet, sich aber darin auch frei bewegen kann.

Wenn man mit Jugendlichen arbeite, dann brauche es ein grosses Engagement. «Das kann man nicht halbherzig machen, sie merken, wenn man sie innerlich eher ablehnt. Bei mir haben sie gespürt, dass ich ihnen einen Vorschuss an Wohlwollen und Akzeptanz entgegenbringe.»

Der Zeitpunkt, in welchem Ronald Herbig die Jugendlichen «übernimmt», bietet eine nicht immer ganz einfache Startsituation. In den meisten Fällen bestimmen die Eltern, dass die Kinder den kirchlichen Unterricht besuchen. Obwohl die Jungen die Gemeinde schon von etlichen Anlässen aus der Primarschulzeit kennen, müsse man ihnen dann nochmal «Appetit» machen, so Herbig, und versuchen ihnen die Kirche so zu zeigen und zu leben, dass sie mit ihr auch nach der Konfirmation verbunden bleiben. In diesen Jahren entscheide sich, ob jemand der Kirche nach der Konfirmation den Rücken kehre oder nicht. Es sei eine prägende Zeit. «Das ist eine grosse Herausforderung.» Allerdings seien die Jugendlichen gegenüber der Spiritualität nicht uninteressiert. Dies sei auch ein Teil der Suche nach der eigenen Identität.

Rundfahrt um die Kirchgemeinde

Allen Kindern, die den kirchlichen Unterricht bei Ronald Herbig besucht haben, ist die «Cordast-Rundfahrt» in Erinnerung geblieben. Gemeinsam mit ihm fuhren sie die Grenzen der Kirchgemeinde Cordast mit dem Velo ab. «Das schweisst zusammen und man weiss am Abend, was man gemacht hat.» Rund sieben Stunden dauerte die Exkursion jeweils. Am Tag darauf feierte man mit den Schülern und den Eltern jeweils einen Willkommensgottesdienst.

Vorreiterrolle in der Jugendarbeit

Was die Jugendarbeit anbelangt, hat Cordast eine Vorreiterrolle übernommen. Mit vielen speziellen Veranstaltungen und Anlässen versucht man bei den Jungen die Nähe zur Kirchgemeinde zu fördern. Ins Leben gerufen wurden unter anderem auch die «Accos» (kommt vom französischen accompagner). Das sind Jugendliche, die bereits konfirmiert sind, aber bei Lagern oder Projekten der Schüler als Helfer dabei sind. «So haben sie auch eine Vorbildfunktion», sagt Herbig.

Schwierig fällt es ihm jeweils, wenn er nach drei Jahren die Jugendlichen loslassen muss. «Die Konfirmation ist ein prägender Erlebnistag», auch für ihn. Er selber sei jeweils «sehr gerührt».

Es allen recht machen zu wollen

Ebenfalls «nicht leicht» fällt ihm der Weggang von Cordast. Ronald Herbig verlässt die Kirchgemeinde aus familiären Gründen. Seine sowie die Berufstätigkeit seiner Frau und die Betreuung ihres Kindes zu organisieren, habe nicht funktioniert und er ortet dort eine Schwäche. Er habe sich oft zu viel vorgenommen und ein wenig nach dem Spruch gelebt, dass «manche eine volle Agenda für ein erfülltes Leben halten». Zudem habe er oft versucht es allen recht zu machen. Das führe zu Verschleiss. Gleichzeitig fügt er aber an, dass er sehr zufrieden gewesen sei bei der Arbeit und es sei auch viel «Echo» zurückgekommen.

Im zürcherischen Richterswil wird er nun eine Vollzeitstelle antreten und auch dort mit Jugendlichen arbeiten.

«Schön für die Zürcher, schade für uns», kommentiert sein Kollege Norbert Wysser.

Eine grosse Dankbarkeit

Ronald Herbig verlässt Cordast «mit sehr grosser Dankbarkeit». Man habe ihm nie Steine in den Weg gelegt, sondern im Gegenteil die Arbeit in der Gemeinde nach besten Möglichkeiten gefördert.

Morgen Sonntag wird er von der Kirchgemeinde verabschiedet. Was ihn da alles an Überraschungen erwartet, weiss er nicht. Er hofft aber, «dass ich nicht zu gerührt sein werde, um noch die Predigt zu halten.»

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