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Schon im Alter von fünf Jahren wollte Kismet Sahin Polizistin werden

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Autor: Fahrettin Calislar

Die Uniform hat sich Kismet Sahin redlich mit viel Einsatz und Durchhaltevermögen verdient. Letzten Dezember wurde die Düdingerin in der Freiburger Kathedrale in einer feierlichen Zeremonie vereidigt. Stolz und mit fester Stimme schwor sie auf die Freiburger Fahne und besiegelte den Eid per Handschlag bei Sicherheitsdirektor Erwin Jutzet.

Doch sie war etwas Besonderes im letztjährigen Lehrgang der Polizeischule. Jutzet hob die 28-Jährige namentlich hervor als erste muslimisch- und türkischstämmige Polizistin der Freiburger Geschichte.

Weg früh vorgezeichnet

Den Berufswunsch Polizistin habe sie seit dem frühsten Kindesalter, seit sie fünf Jahre alt war, schätzt sie. Sie unterschied sich darin immer wieder von ihren Altersgenossinnen. Später interessierte sie sich für das Schiessen, betrieb Kampfsport, boxte und schaute gerne Polizeifilme. «Wenn ich eine Polizistin sah, bekam ich leuchtende Augen.» Sie wusste: «Das ist mein Ziel, das will ich erreichen.»

Als Teenagerin machte sie eine Lehre im Gastrobereich. «Die Lehre war eine schöne Erfahrung, da ich im Service Kontakt mit Menschen hatte.» Dort habe sie die nötige Lebenserfahrung für den Polizeiberuf gesammelt, sagt sie. Doch sie wollte hinaus ins Freie. So beschloss sie, die Rekrutenschule zu machen.

Ganz allein in der RS

Ihre Eltern hätten sie immer unterstützt, sagt sie. Auch ihre Ankündigung, Polizistin zu werden, sei kein Problem gewesen. «Meine Eltern sind heute sehr stolz auf mich.» Beim Thema RS waren ihre Eltern etwas zurückhaltender. «Sie sagten: Eine Frau im Militär: Das geht doch nicht, du bist dort allein und immer den faulen Sprüchen der Männer ausgesetzt.» Die ersten Wochen seien zwar schwierig gewesen, «aber wenn man durchbeisst, ist es eine hervorragende Erfahrung.» Sahin ist überzeugt: «Eine Frau kann das auch, auch wenn sie türkische Wurzeln hat.»

Mit dem Eid in der Kathedrale setzte sie ein Zeichen und sagte sich: «Ich mache das für meine Familie und Freunde, ich leiste diesen Eid mit Herz und Seele, aufrichtig.» Sahin bezeichnet sich als «religionsfrei». Sie lasse jedem seinen Glauben und fordere dies auch von ihren Mitmenschen ein. «Für manche muslimischen Mitbürger ist es schwierig zu akzeptieren, was ich tue. Aber sie haben dennoch Verständnis.» Es sei ja nicht so, dass sie mache, was ihre gerade passe.

«Es war sicher etwas Neues», erinnert sich Sahin, als sie an ihre Zeit als Seconda in der Polizeischule denkt. «Es gab Kollegen, die zuerst auf Distanz gingen, beobachtet haben, und solche, die auf mich zukamen, neugierig waren, sich erkundigt haben, was sagen deine Eltern, stimmt dieses und jenes.» Das habe sie gefreut. Und sie fühle sich nun im Korps und in ihrer Dienststelle in Domdidier gut aufgehoben und voll akzeptiert. «Wir sind eine grosse Familie. Ich bin bekam nie etwas Negatives zu spüren.» Beim Essen habe man immer Rücksicht auf sie nehmen wollen, doch das war gar nicht nötig, sie esse auch Schweinefleisch.

Für Sahin ist die Tatsache, dass heute nicht nur Secondos aus Italien oder Spanien Polizeidienst leisten, natürlich und eine Bereicherung. Man lerne voneinander, und dies helfe, Vorurteile abzubauen. «Ich bin da, ich kann übersetzen.» Und sie könne ihrem Gegenüber klarmachen, dass er eine Busse nicht nur deshalb bekommt, weil er Ausländer ist, sondern wirklich einen Fehler gemacht hat. «So versteht er es besser.»

Zur Person

Kismet Sahin, Kantonspolizistin

Kismet Sahin wurde 1984 in Merlach geboren. Ihr Vater lebt seit 30 Jahren in der Schweiz. Ihre Eltern stammen aus Dersim (türkisch Tunceli) im mehrheitlich von Kurden bewohnten Osten der Türkei. Sie ist in Düdingen aufgewachsen und hat dort die Schulen absolviert. Eine Zeit lang war sie im lokalen Boxclub aktiv. Nach der Schule hat sie eine Lehre als Restaurationsfachfrau gemacht. fca

Die Düdingerin Kismet Sahin ist als Kind türkischer Eltern in Düdingen aufgewachsen und wurde Mitte der 1990er-Jahre eingebürgert.Bild Aldo Ellena

«Wenn ich eine Polizistin sah, bekam ich leuchtende Augen.»

Autor: Kismet Sahin

Autor: Kantonspolizistin

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