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Schönberger Mineralwasser und Limonade

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Zitrone, Himbeere, Grapefruit, Orange oder einfach nur pures Mineralwasser–beim Stichwort «Sylvana» werden wohl noch dem einen oder anderen Freiburger Erinnerungen an Limonade und Mineralwasser aufkommen, die bis 1978 im Freiburger Schönberg neben dem Kloster der Ingenbohler Schwestern abgefüllt wurden. So geschehen auch bei Bernhard Piller, als dieser in seinen Unterlagen einen Untersetzer mit dem Sylvana-Schriftzug entdeckte. «Ich war ein Nachbar der Quelle, ab und zu durften wir mit dem Leiterwagen ein Harassli Sylvana-Mineralwasser oder ein Fläschli Limonade holen», erzählt er. Statt aber nur in Erinnerungen zu schwelgen, hat sich Piller an die Arbeit gemacht. Neben dem seltsamen Verweis «Radioactvité 4,1», der ihn als Chemiker besonders interessierte (siehe Kasten), hat er auch Nachforschungen zur Geschichte der Quelle angestellt.

«Wunderbare Heilkräfte»

Gemäss Pillers Aufzeichnungen findet sich eine Erwähnung der Quelle bereits in einer handschriftlichen Notiz des damaligen Staatsarchivars aus der Zeit zwischen 1904 bis 1908. Dieser erwähnt einen französischen Flüchtling, der von 1863 bis 1867 in Freiburg wohnte und seinen Freunden und Bekannten von den «wunderbaren Heilkräften, die namentlich bei Magenkrankheiten ihre Wirkung geltend machten», erzählte. Dieses Gerücht verbreitete sich gemäss der Notiz des Staatsarchivars schnell in der Stadt. Viele seien zur Quelle geeilt, «um von dem Wunder wirkenden Wasser zu trinken»–bis der Besitzer der Domaine Schönberg merkte, dass die Wassermenge seines Brunnens sank und die Quelle sofort als Eigentum in Anspruch nahm. 1904 ging die Domaine Schönberg an einen neuen Besitzer über, der die Quelle fassen liess.

In einem Inspektionsbericht von 1945 werde der Beginn der kommerziellen Ausbeutung der Quelle auf 1911 datiert, schreibt Bernhard Piller in seinem Bericht. Für die Periode von 1911 bis 1927 habe er jedoch keine Dokumente gefunden. 1927 kauften die Maria-Ward-Schwestern die Villa St-Barthélemy–nun Villa Maria Ward–unterhalb der Quelle und übernahmen ein Jahr später auch die Sylvana-Quelle. Gut zehn Jahre später, nach Beginn des Zweiten Weltkriegs, zogen die Maria-Ward-Schwestern weg, und im Oktober 1940 erwarb das Kloster Ingenbohl die Villa Maria Ward mit knapp 16 000 Quadratmeter Land. Dabei wurde der Wert der Quelle auf knapp 29 000 Franken geschätzt. 1941 übernahm das Kloster Ingenbohl den Betrieb auf eigene Rechnung und stellte zu diesem Zweck Pierre Huber als Verantwortlichen ein.

Zuckerengpass im Krieg

In der Chronik des Klosters sei kaum etwas über die Übernahme der Quelle zu finden, sagt Schwester Gertrude Telfser den FN. «Man kann sich heute fragen, warum die Schwestern den Betrieb der Quelle übernommen haben–eine Aktivität, die nichts mit Religion zu tun hat. Und dies noch während der Kriegszeit, in der es viele Einschränkungen gab, die es beispielsweise schwierig machten, genügend Zucker für die Herstellung der Limonade aufzutreiben.»

Nicht die administrative Seite, sondern vielmehr den Betrieb selbst erlebt hat Gilbert Huber, Sohn von Pierre Huber, der für die Schwestern die Sylvana-Quelle bewirtschaftete. Fast das ganze Jahr über habe sein Vater zwei Angestellte gehabt. In den Sommerferien, wenn die Temperaturen und der Durst anstiegen, hätten er und sein Bruder manchmal ausgeholfen. «Zu manchen Zeiten waren bis zu vier Arbeiter beschäftigt», sagt Gilbert Huber.

Die Abfüllanlage stand in einem Haus neben dem Kloster, in dem später während elf Jahren, bis im April 2013, das Tageszentrum Banc Public untergebracht war. Danach wurde das Gebäude jedoch abgerissen, um den in ein Pflegeheim für ältere Schwestern umgewandelten Trakt des Klosters zu vergrössern (die FN berichteten). «Damals geschah noch alles manuell», erinnert sich Huber. So hätten die Arbeiter jede einzelne Flasche mehrmals in die Hand nehmen müssen, bis sie gewaschen, gefüllt und mit einer Etikette versehen worden sei. Dabei sei es auch immer mal wieder vorgekommen, dass die Maschine eine Etikette falsch aufgeklebt oder die Flasche nicht bis ganz oben gefüllt habe. «Diese Flaschen durften wir dann trinken», erzählt er.

Immer weniger Wasser

Gemäss den Nachforschungen von Bernhard Piller kostete eine Halbliterflasche Sylvana-Mineralwasser 25 Rappen, eine Literflasche 35 Rappen. Getrunken wurden das mit Kohlensäure versetzte Wasser und die Limonade nicht nur in Freiburg. Es gab auch Lieferungen ins Spital nach Siders (VS) sowie in verschiedene Klöster der Ingenbohler Schwestern.

Wie viele Liter Mineralwasser pro Jahr abgefüllt wurden und wie viel Umsatz das Kloster damit machte, wissen weder Bernhard Piller noch Schwester Gertrude. Klar ist aber: Es wurde mit der Zeit immer weniger. In den 1950er-Jahren begann der Bauboom im Schönberg, immer mehr Naturfläche verschwand unter Wohnblocks und Strassen. Dies hatte zum einen zur Folge, dass weniger Regen durch den Boden sickern konnte und die Menge des Wassers abnahm. Zum anderen verschlechterte sich dessen Qualität.

«Pierre Huber war sehr vorsichtig. Er holte immer wieder Proben aus den Quellen und brachte sie zur Kontrolle», erzählt Schwester Gertrude. Dennoch sei ihr nie ganz wohl gewesen. «Bei dem Gedanken, das Wasser für die Spitäler könnte verschmutzt sein, lief es mir kalt den Rücken hinunter.» Zwar sei nie etwas passiert, dennoch sei sie sehr erleichtert gewesen, als die Quelle 1978 endgültig stillgelegt wurde. Heute ist die Quelle versiegt.

Desserts und Bücherregale

Finanziell sei dieser Schritt für das Kloster gut zu verkraften gewesen. «Die Einnahmen waren ja schon in den Jahren davor kontinuierlich gesunken.» Um die Überbleibsel des Betriebs zu verwerten, habe es jedoch einige Desserts und viel Fantasie gebraucht. «Wir hatten noch viel Zucker im Lager und brauchten diesen noch während Jahren für unsere eigene Küche», sagt Schwester Gertrude. Die restlichen Flaschen seien für Sirup gebraucht worden, und die vielen übrig gebliebenen Kisten hätten die Schwestern je nach Bedarf eingesetzt: Als Büchergestelle, Regale oder Untersetzer für Blumentöpfe.

Trotz Maschinen brauchte es beim Abfüllen des Mineralwassers viel Handarbeit. Bild zvg/Gilbert HuberDer Rentner Bernhard Piller hat die Geschichte der Sylvana-Quelle im Freiburger Schönberg erforscht. Bilder Alain Wicht

Radon: Gegen Gicht und Hautkrankheiten

D ie Aufforderung auf dem Untersetzer für das Sylvana-Mineralwasser macht schon etwas stutzig: «Buvez la Sylvana. Eau de table parfaite. Excellente limonade. Radioactivité 4,1», heisst es da.

Quellwasser in Moränengebieten weise oft Spuren des schwach radioaktiven Edelgases Radon auf, sagt der pensionierte Chemiker Bernhard Piller. «Früher hat man dies als gesund angeschaut. Radioaktivität war ein Verkaufsargument.» So seien dem Radon heilende Kräfte nachgesagt worden, namentlich bei Magen-Darm-Beschwerden, Nierenleiden, Gicht und Hautkrankheiten. Ebenfalls habe man ihm eine verjüngende Wirkung zugeschrieben.

Doch auch wer früher viel Sylvana-Mineralwasser getrunken hat, müsse sich keine Sorgen machen, sagt Piller, der offizielle Analysen des Mineralwassers unter die Lupe genommen hat. «Das Sylvana-Wasser war ganz normales Mineralwasser mit einer sehr schwachen, ungefährlichen Konzentration von Radon.» rb

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