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Schönes neues Heim

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Meine Zahnbürste betrügt mich. Sie bürstet nicht nur meine Zähne, sondern auch den Staubsaugroboter. Und zwar gleichzeitig – übers Internet. Mit mehr als 27 000 Vibrationen pro Minute, was den alten Sack so auf Touren bringt, dass sein Motor regelmässig Feuer fängt.

Lange habe ich nichts davon gemerkt, denn meine Bürste ist smart: Display, Bluetooth, automatische Software­updates. Aufgeflogen ist die Ménage à trois nur, weil die Bürste auch den Kühlschrank anmachte. Aber der ist von Natur aus frigid – und petzte. «Die Bürste ist ein Flittchen», simste er auf meinen interaktiven Badezimmerspiegel.

Danach putzte ich die Zähne drei Tage lang analog, was die Zahnbürste so erzürnte, dass sie sich ins Food-Management-System meiner Wohnung einklinkte und 50 Becher Kokosnussjoghurt bestellte, die kurz darauf von der Transportdrohne der lokalen Molkerei angeliefert wurden – sauber eingewiesen vom Navi im smarten Vogelfutterhäuschen.

Wenn es etwas gibt, das ich hasse, dann ist es Kokosnuss­joghurt. Was meine Zahnbürste natürlich weiss. Denn mein vernetztes Smarthome kennt mich besser, als ich mich selbst. Sensoren auf Schritt und Tritt. Und der Mixer ist mein Therapeut.

Sauer beförderte ich die Joghurts in den Mülleimer. Aber keine halbe Stunde später flog die Drohne Nachschub herbei. So ging das drei Tage lang. Bis ich realisierte, dass mein Abfallkübel alles scannt, was er schluckt – und automatisch nachbestellt. Und das liess er sich nicht ausreden. Auch mit dem Vorschlaghammer nicht. Dafür erhielt ich nun täglich eine Meldung von der Molkerei auf meine Smartwatch gebeamt: «Kunden, die unser leckeres Kokosnussjoghurt mögen, haben auch Spass am Ingwer-Grüntee-Lassi.» Böark!

Überhaupt ist so ein Smarthome irgendwie unheimlich. Meine Kaffeemaschine brüht mir den perfekten Espresso auf, bevor ich überhaupt merke, dass ich Lust darauf habe. Aber nach der dritten Tasse spuckt sie nur noch lauwarmen Kamillentee aus, weil sie zusammen mit der Waage, dem Klo und den Laufschuhen meine biomedizinischen Daten analysiert und nach Rücksprache mit meiner Krankenkasse beschliesst, das Kamillentee besser für mich wäre. Richtig Angst macht mir der Toaster. Der spricht seit einigen Tagen mit russischem Akzent und befiehlt mir, meine Kreditkarte in den Schlitz zu stecken und den Pin-Code ins Abflussrohr zu flüstern.

Also wandte ich mich an Lisa. Lisa ist die virtuelle Assistentin in meiner Smartflat. Sie hat alle Fäden in der Hand – drahtlos. «Lisa, wieso komme ich mit meiner Hightech-Wohnung nicht klar?» Darauf sie: «Ein smartes Heim ist eben nur so gut, wie der dümmste Prozessor in seinem Netzwerk.»

Ich glaube, damit hat sie mich gemeint.

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