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Schreibend sich die Welt gewinnen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Isabelle Vonlanthen

Kulturgrenzen innerhalb der Schweiz sind hartnäckig, doch sie werden immer wieder überwunden durch den Einsatz einzelner Personen – in diesem Fall durch Hilde Fieguth und ihre Begeisterung für die Walliser Autorin Corinna Bille sowie durch den Publizisten und Literaturkritiker Charles Linsmayer, der sich seit Jahren als Grenzgänger zwischen den Landesliteraturen einsetzt. Nun haben sie ein umfangreiches Lesebuch mit Texten von Corinna Bille veröffentlicht. Bille, die zu den bekanntesten Autorinnen der Westschweiz und überhaupt der französischen Literatur des 20. Jahrhunderts gehört, ist jenseits der Sprachgrenze – zu Unrecht – immer noch weitgehend unbekannt. Das Buch «Das Vergnügen, eine eigene neue Welt in der Hand zu halten» bietet eine zauberhafte Lektüre, um in ihr schriftstellerisches Reich aufzubrechen.

Hilde Fieguth und Charles Linsmayer haben als Struktur des Lesebuches die Biographie der Autorin ausgesucht – die Texte folgen dem Lebensweg von Bille, Briefe wechseln sich ab mit Gedichten, Erzählungen, Romanausschnitten. Das Buch wird abgerundet von einem langen biographischen Essay von Charles Linsmayer, der mit vielen Fotos Billes Leben nachzeichnet.

Billes Texte sind durchdrungen vom Lebensdurst der Autorin, ihren Reflexionen zur Familiengeschichte, der sie umgebenden Welt, immer wieder dem Wallis, in dem sie den grössten Teil ihres Lebens verbracht hat. Leben und Schreiben waren für Bille eins, wie sich in einem der ersten Texte des Lesebuches, «Warum ich schreibe», offenbart: «Könnte ich denn überhaupt leben, ohne zu schreiben? Man kann das Glück nicht ertragen, man kann das Leid nicht ertragen. Das Schreiben ist ein Heilmittel gegen das Unerträgliche.»

Die vordergründig einfachen Texte, die auf einer intensiven Wahrnehmung der Welt mit allen Sinnen beruhen, stossen immer wieder ins Unsagbare vor. Hinter der klaren Sprache steht das nicht zu Ende Erzählte, Geheimnisvolle, eine magische Welt, in der alle vermeintlichen Sicherheiten schwinden. Billes Werk, das einen wichtigen Teil des Schweizer Kulturerbes bildet, verbindet die Sprache der Moderne – das Surreale, die Verknappung, die Traumwelten – mit dem Archaischen alter Legenden und Sagen, dem Urgrund des Erzählens. Bille ist in ihrem Schreiben ebenso kompromisslos, wie sie es im Leben war.

Hilde Fieguth ist vor bald 25 Jahren aus Deutschland nach Freiburg gezogen. Sie war lange als Galeristin tätig, heute ist sie Malerin, Übersetzerin aus dem Französischen und Herausgeberin von Sachbüchern und Biographien.

Isabelle Vonlanthen ist Literaturwissenschaftlerin und wissenschaftliche Assistentin an der Universität St. Gallen, sie promoviert an der Universität Freiburg zur polnischen Poesie der Zwischenkriegszeit.

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