Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Schreie aus Japan – Poesie aus Bern

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Pascal Jäggi

Während Jürg Halter, Lau Nau und das Konglomerat am Samstag ihre Wort- und Musikvorträge hielten, sass eine unscheinbare kleine Frau im Publikum, die sich später als wilde «Rampensau» präsentieren sollte: Die Japanerin mit dem Künstlernamen Doddodo. Sie stellte sich auf einen Stuhl, hing ab und zu über dem Tisch, auf dem ihr Casio stand, und verzog ihr Gesicht zu schrägen Grimassen. Ins Mikrofon schrie sie auch von Zeit zu Zeit, sobald sie es wieder in die Nähe ihres Mundes brachte.

Spielzeug-Klänge geloopt

Das Ganze war ein Schauspiel, wie es an den drei Tagen höchstens noch Reverend Beat-Man gezeigt hatte. Die vorherigen Auftritte waren ruhigerer Natur, aber auch nicht zu verachten. Ein mucksmäuschenstilles Publikum genoss den Auftritt der Finnin Lau Nau, die einen Tisch voll Kinderspielzeug und -instrumente dabei hatte, die sie zusammen mit ihrem Partner jeweils kurz ans Mikro hielt, um den Klang dann zu loopen. Fein war auch die Lyrik von Jürg Halter, der, dank Schlagzeugunterstützung, auch gelegentliche Hiphop-Einsprengsel brachte. Und das Hörspiel «Paul» des Konglomerats inklusive grillierte Würstchen und aktuelle politische Bezüge.

Am Freitag traf Reverend Beat-Man den Geschmack des Publikums und sorgte für erhöhtes Zuschaueraufkommen mit seiner Mischung aus Blues, Country und Rhythm’ Blues. Mal gab er selbstironische Beleidigungen von sich («the next Song is about Hinterkappelen, where I come from and everyone looks like me», worauf er einen Song über Inzest spielte), dann fragte er sich, was er überhaupt an einem «Jazzabend» soll («vorher gabs keine Melodie, bei mir auch nicht»).

Auch Lesungen eingebaut

Das Problem beim Auftritt von Les Déserteurs war, dass die Möglichkeiten zur Raumtrennung im Bonn schwierig sind, sprich Bargeräusche störten die Lesung mit Texten über das fachgerechte Entsorgen von Offizieren und mit freejazzmässigen Zwischensequenzen (was am Samstag gelöst wurde, indem nur in den Pausen Getränke verkauft wurden).

Am Donnerstag waren noch wenig Leute anwesend, umso schräger der Beginn: Azoetrop aus Winterthur und Chur hauten in die Tasten und auf die Felle, weihnachtsbaummässige Cymbaltürme, ab und zu Blicke auf die Notenblätter und gelegentliches Graulen ins Mikrofon, alles auf 180, auch in den Pausen.

Mixhell mischten allerlei Elektronisches zusammen, drehten dazu an irgendwelchen Reglern und diskutierten dauernd, ein «altes» Ehepaar eben. Dreimal schleppte sich Igor Cavalera auch noch ans Schlagzeug, allerdings ohne grossen Einsatz.

Mehr zum Thema