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Schülern ihr Selbstvertrauen zurückgeben

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«Wir wollten nicht mit ansehen, wie unsere Tochter jeden Tag im Unterricht leidet», erinnert sich Judith Meuwly Correll an eine der wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens: «Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, eine Tagesschule zu gründen.» Heute steht die Tagesschule Sesam, die Judith Meuwly gemeinsam mit ihrem Ehemann Robb Correll in St. Wolfgang bei Düdingen leitet, im 13. Jahr ihres Bestehens. «Für mich gibt es nichts Schöneres, als junge Menschen dabei zu beobachten, wie sie wieder aufblühen», sagt die Mutter von zwei Kindern. Dies sei denn auch eines der Hauptziele ihrer Tagesschule: Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, das verloren gegangene Selbstvertrauen im Unterricht wiederzufinden.

 Für mehr Freiräume

Die Ansprüche der Kinder und Jugendlichen, die in St. Wolfgang unterrichtet werden, sind vielfältig. Die gebürtige Taferserin erklärt, dass rund ein Drittel aller Sesam-Schüler nie eine öffentliche Schule besucht haben. «Ihre Eltern befürworten wie wir eine alternative Form des Unterrichtens.» So folgt die Tagesschule Sesam dem pädagogischen Bildungskonzept von Maria Montessori, welches sich stark an der Form des offenen Unterrichts und des freien Spiels orientiert. «Hilf mir, es selbst zu tun» gilt als Grundgedanke der Montessoripädagogik. «Kinder und Jugendliche lernen dann am besten, wenn sie es wollen, und nicht, wenn sie es müssen», sagt die ausgebildete Gymnasiallehrerin: «Die Freiräume, die Kinder geniessen, werden immer kleiner. Dabei ist diese Gestaltungsfreiheit für die Entwicklung eines Menschen sehr zentral. Wir stellen diese Freiräume zur Verfügung.»

 Zwei Drittel der Schülerschaft fanden nach Problemen im öffentlichen Schulbetrieb den Weg nach St. Wolfgang. Über- oder Unterforderung, Lernschwierigkeiten, Aggressivität, ein ungesundes Lehrer-Schüler-Verhältnis oder eine durchlittene Mobbingsituation: «Die Ursachen, die dazu führen können, dass sich ein Kind im Unterricht nicht wohlfühlt, sind sehr vielfältig», sagt Judith Meuwly. Im Falle ihrer Tochter sei es eine Lehrperson gewesen, welche die damalige Erstklässlerin mit einem strengen Regime aus dem Konzept gebracht habe. «Die vielen Anweisungen und strikten Anleitungen haben unsere Tochter–ein kreatives Mädchen mit grossem Bewegungsdrang–innerhalb kurzer Zeit ängstlich und depressiv gemacht.»

 Andere Art zu unterrichten

Freunde aus Australien hätten ihnen deshalb zu Homeschooling geraten, erinnert sich die 49-Jährige: «Das Konzept des Privatunterrichts ist in Australien weit verbreitet. Die Menschen dort haben viel weniger Berührungsängste damit als hier in der Schweiz.» Die Erfahrungen, welche die Familie mit dem Privatunterricht sammelte, überzeugten: «Wir haben damals erkannt, dass es auch eine andere Art des Unterrichtens gibt.» Beim Umzug der Familie aus dem Appenzell in den Sensebezirk und mit der Rückkehr der Tochter in den normalen Schulbetrieb stellten sich die alten Probleme wieder ein. Da sei für sie festgestanden, selber eine Tagesschule eröffnen zu wollen. «Ich bin ein optimistischer Mensch. Meine Eltern haben mich dazu ermutigt, in allem immer die Möglichkeiten zu sehen», sagt Judith Meuwly, die gerne Bücher liest und wandern geht. «Und sie haben mir beigebracht, dass es besser ist, sich zu engagieren als zu jammern.»

Am Anfang besuchten die private Tagesschule, die das Lehrerehepaar mit einem kleinen Startkapital 2003 in Schmitten eröffnete, nur eine Handvoll Kinder. Während das Angebot der neuen Tagesschule bei vielen Eltern zunächst auf Skepsis stiess, zeigten sich Behörden und Ämter von Anfang an offen gegenüber der neuen Einrichtung. «Das war eine grosse Startmotivation.»Jedes Jahr erhielt die Privatschule Zuwachs, und schon bald wurden die Räumlichkeiten in Schmitten zu klein. 2006 erfolgte deshalb der Umzug ins ehemalige Altersheim nach St. Wolfgang.

Heute gehen 50 Kinder und Jugendliche zwischen drei und siebzehn Jahren dort zur Schule. Acht Lehrpersonen und mehrere Mitarbeiter im Tagesschulbereich organisieren den Unterricht. Die Bildungswege, welche die Schüler nach ihrer Zeit an der Tagesschule einschlagen, würden dem Verhältnis an einer öffentlichen Schule entsprechen: «Weiterführende Schulen und Lehrausbildungen sind gleichermassen beliebt.» In über zehn Jahren musste die Schulleiterin nur in zwei Fällen Schüler vom Unterricht ausschliessen.

Sie hätten nun Gewissheit, dass das Angebot ihrer Tagesschule einem gesellschaftlichen Bedürfnis entspreche, sagt Judith Meuwly: «Das ist ein gutes Gefühl.» Und der grösste Ansporn für das Ehepaar, sich auch in Zukunft für das Wohl ihrer Schülerinnen und Schüler einzusetzen.

FN-Sommerserie

Eine Stafette mit Porträts

Während des Sommers stellen die FN in einer Serie Menschen aus ihrem Verbreitungsgebiet vor: Personen, die etwas Spannendes erlebt haben, über eine grosse Lebenserfahrung verfügen, einen interessanten Beruf oder ein spezielles Hobby haben oder die an ihrem Wohnort das Dorf- oder Stadtbild prägen. Es ist der jeweils Porträtierte, der das folgende Porträt bestimmt. Das nächste Mal: Daria Aebischer aus Freiburg.uh

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