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Schumacher: «Patienten werden auch in einer Gruppenpraxis einen Hausarzt haben»

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Autor: Pascale Hofmeier

Der Grosse Rat soll Gemeinschaftspraxen und medizinische Grundversorgungszentren auf dem Land fördern. Das fordert ein Postulat von CVP und SVP. Was das Ärzten und Patienten bringt, erläutert Jean-Daniel Schumacher, der in Tafers eine Praxis betreibt.

Herr Schumacher, wie kommt ein älterer Patient in eine Gruppenpraxis, wenn diese mehrere Dörfer entfernt ist?

Es ist für fast alle Leute möglich, ein paar Kilometer zu überwinden. Sei es mit dem Auto, dem öffentlichen Verkehr oder mit organisierten Transporten. Natürlich müssen die Praxen so konzipiert werden, dass sie leicht zu erreichen und rollstuhlgängig sind. Zudem können auch Ärzte in Gruppenpraxen Patienten zu Hause besuchen. Es braucht nicht zwingend eine Praxis in jedem Dorf.

Patienten sehen das anders. Sie wollen möglichst in der Nähe zum gleichen Hausarzt.

Der wirtschaftliche Druck ist gross und die Politik gibt andere Signale. Patienten werden auch in einer Gruppenpraxis ihren Hausarzt haben. Ferienvertretungen und die Versorgung alltäglicher Notfälle werden aber einfacher zu organisieren sein. Das ist ein Vorteil für die Patienten und besser, als keinen Arzt in der Nähe zu haben. Beispielsweise im Sensebezirk sollten je ein medizinisches Grundversorgungs-Zentrum im Unter-, Mittel- und Oberland ausreichen.

Ist es realistisch, eine Gruppenpraxis auf dem Land zu betreiben?

Für die medizinische Grundversorgung sind ein Röntgengerät, ein Praxislabor und Einrichtungen für die Behandlung von kleinen Unfällen notwendig. Diese sind teuer. In Zukunft werden nur noch Ärzte, die sich gemeinsame Räume teilen, über diese zentralen diagnostischen Mittel verfügen. Zudem zeigen Studien, dass 80 Prozent der zukünftigen Ärtze lieber in einer Gruppenpraxis arbeiten würden als alleine zu praktizieren. Ein Grund ist, dass dort Teilzeitarbeit möglich ist. Das ist nicht nur für junge Ärztinnen und Ärzte ein Vorteil. Älteren Kollegen würde es einen sanften Einstieg in die Pension ermöglichen und die Suche nach einem Nachfolger vereinfachen.

Gibt es genug Patienten?

Im Sensebezirk zum Beispiel müssen die Hausärzte immer mehr Patienten betreuen, weil ihre Kollegen in Pension gehen und keine Nachfolger finden.

Wie können die Gemeinden und der Kanton Gruppenpraxen fördern?

Banken geben jungen Ärzten nur mit strengen Auflagen Kredite für den Aufbau einer Praxis. Gemeinden könnten einen Beitrag leisten, indem sie zum Beispiel Räumlichkeiten anbieten. Eine Gruppenpraxis ist für Gemeinden attraktiv: Sie sichert die medizinische Versorgung und schafft Arbeitsplätze. Solche Zentren könnten auch die überlaufenen Notaufnahmen in den Spitälern entlasten.

Soll der Kanton also Kredite vergeben?

Zuerst sollte sich die Politik entscheiden, ob sie die Grundversorgung generell und insbesondere auf dem Land unterstützt. Zurzeit verlagert sich die ambulante Medizin auf die öffentlichen Spitäler, die subventioniert sind. Die Frage ist, ob man diesen Trend in Richtung staatliche Medizin wirklich will.

Wären Sie bereit, in eine Gruppenpraxis zu wechseln?

Ich teile meine Praxis mit meiner Ehefrau. Ich bin nun 54 Jahre alt und möchte die kommenden elf Jahre weiterhin hochstehende Medizin betreiben, was nur mit entsprechender Infrastruktur möglich ist. Auch aus idealistischen Gründen wäre ich bereit, in einer Gruppenpraxis zu arbeiten. Ich habe ein persönliches Interesse daran, dass auch in Zukunft genug Hausärzte da sind. Gruppenpraxen scheinen mir eine gute Lösung zu sein.

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