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Schutz vor dem Passivrauchen oder die Gesundheit der Nichtraucher geht vor

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Leitartikel

Autor: Arthur Zurkinden

Schutz vor dem Passivrauchen oder die Gesundheit der Nichtraucher geht vor

Nein danke, ich rauche nicht.» Diesen Satz hörte man früher des öftern, wenn ein Raucher seiner Gesprächsrunde eine Zigarette anstandshalber anbot, bevor er selber eine in den Mund steckte. Heute klingt dieser Satz schon fast wie eine Beleidigung. Die Zeiten haben sich geändert. Aktuell ist heute vielmehr die Frage: «Stört es Sie, wenn ich eine Zigarette rauche?» Vor allem in Restaurants sind diese Worte oft zu vernehmen, etwa nach einem Essen. «Nein, nein», lautet die Antwort der betroffenen Runde dann anstandshalber, obwohl die meisten wohl denken: «Natürlich stört es mich.»

Aber auch diese Frage dürfte in absehbarer Zeit zumindest in den Restaurants nicht mehr gestellt werden. Am 30. November stimmt das Freiburger Volk über ein Rauchverbot in den öffentlichen Gebäuden und Räumlichkeiten ab, und dazu gehören auch die Gaststätten. Danach werden die Raucher nach dem Essen wohl sagen: «Entschuldigen Sie, ich gehe schnell nach draussen», oder «Entschuldigen Sie, ich gehe schnell ins Fumoir», je nach Ausgang der Abstimmung.

Der Trend geht heute in Richtung Schutz vor dem Passivrauchen. Mit andern Worten: Die Freiheit des Rauchers hört dort auf, wo er die Gesundheit des Nichtrauchers gefährdet. Auch die Freiburger Wirte haben dies erkannt und gehen davon aus, dass am 30. November entweder die Initiative oder der Gegenvorschlag des Staatsrates angenommen wird. Deshalb unterstützen sie den Vorschlag des Staatsrates mit den Fumoirs, auch wenn sie nicht glücklich sind mit dieser Lösung und es lieber hätten, wenn jeder Wirt selber entscheiden könnte, wie er sein Restaurant einrichten will.

Deshalb steht am nächsten Wochenende die Frage im Mittelpunkt: Rauchverbot mit oder ohne Fumoir? Ganz so wohl ist es dem Staatsrat mit den Fumoirs offenbar nicht, denn er hofft, dass möglichst wenig Fumoirs eingerichtet werden, wie dies im Tessin der Fall ist. Dort haben bisher nur 64 von rund 2600 Restaurants von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, einen Raucherraum einzurichten. Und im Gegensatz zu Freiburg darf in diesen Fumoirs bedient werden.

Die Frage sei deshalb erlaubt, wie sinnvoll Fumoirs sind. Weil in den Freiburger Fumoirs keine Bedienung erlaubt sein wird, ist nicht anzunehmen, dass die Wirte grosse Raucherräume schaffen werden. Ein Reglement besteht noch nicht, doch der Staatsrat liess bereits durchblicken, dass diese nicht mehr als einen Drittel der Gaststätte ausmachen dürfen.

So kann angenommen werden, dass es in den Freiburger Restaurants nur Fumoirs gibt, damit sich die «rauchenden» Gäste zwischendurch zurückziehen können, um sich eine zu genehmigen. Dies erinnert stark an jene Zeit, als die SBB-Züge noch mit Raucherabteils unterwegs waren, die Raucher im Nichtraucher-Abteil Platz nahmen, um sich nur von Zeit zu Zeit in das stinkende Raucherabteil zu begeben. Heute hat sich der Raucher daran gewöhnt, den letzten Zug kurz vor der Abfahrt des Zuges zu nehmen.

Sollte deshalb nicht gleich auf Fumoirs verzichtet werden? Glaubt man den Experten, so bieten auch die besten Lüftungen keinen totalen Schutz vor dem Passivrauchen. Und die Einrichtungen sind nicht nur teuer, sondern verschlingen auch viel Energie. Die Besucher einer Disco beispielsweise würden wohl viel weniger in Versuchung geraten, eine Zigarette anzuzünden, wenn sie sich dafür nach draussen begeben müssten statt ins Fumoir. Und so könnten vielleicht auch Jugendliche ganz davon abgehalten werden, mit dem Rauchen zu beginnen. Zudem könnte der Staat auf die Kontrolle der Fumoirs verzichten. Die Befürchtungen der Gegner der Fumoirs sind nicht ganz unbegründet, wenn sie auf Missbräuche hinweisen.

Aus all diesen Gründen geniesst bei mir die Initiative «Passivrauchen und Gesundheit», die keine Fumoirs erlaubt, viel Sympathie. Auch wenn sie meines Erachtens zwei Schönheitsfehler aufweist. Die Absicht der Initianten, das Rauchverbot in der Kantonsverfassung zu verankern, ist sicher begrüssenswert. So könnte dieses Verbot nur durch eine Volksabstimmung wieder aufgehoben werden, da Verfassungsänderungen vom Volk abgesegnet werden müssen. Der Grundsatz des Rauchverbots in öffentlichen Räumen hätte aber genügt, ohne die lange Liste der betroffenen Gebäude aufzuzählen. Dafür sind Gesetze da. So wird bei einem Ja zur Initiative die ansonsten schlanke Verfassung mit einem sehr, sehr langen Artikel belastet.

Problematischer dürfte die Umsetzung der Initiative in den Pflegeheimen sein, die ja auch als öffentliche Gebäude gelten. Die Initianten sagen, dass das Rauchen in den Einzelzimmern erlaubt sein könnte, zumal das Bundesgericht diese als Wohnersatz und somit deren privaten Charakter anerkannt hat. Die Verantwortlichen der Alterseinrichtungen sehen es aber gar nicht gerne, wenn in den Zimmern geraucht wird. So wäre das Personal dem Rauch ausgesetzt. Und vor allem bestünde ein hohes Brandrisiko, wenn Menschen mit Demenz eine Zigarette oder Zigarre anzünden. Einige Heime haben schon heute eine Art Fumoir eingerichtet. Aber eben, die Initiative erlaubt keine Fumoirs.

Ein doppeltes Nein würde im Übrigen bedeuten, dass Freiburg auf die Bundeslösung wartet. Und diese sieht vor, dass in Restaurants unter 80 Quadratmeter Grösse inkl. Toiletten und Eingangshalle geraucht werden darf! So oder so können sich also die Nichtraucher bald auf rauchfreie Gaststätten freuen, aber auch viele Raucher, die sich heute selbst vor dem Passivrauchen schützen wollen.

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