Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Schwarmdummheit und Schwarmintelligenz

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wer schon einmal einen Ameisenhaufen beobachtet hat, ist fasziniert von der Geschäftigkeit dieser kleinen Kerle. Sie produzieren und konsumieren wie die Weltmeister, Tag für Tag, und pflanzen sich ärger fort als Karnickel. Und trotzdem haben sie keine Abfallprobleme, schaden der Umwelt nicht und leiden nicht an Überbevölkerung. Allem Anschein nach schaffen sie es, intelligenter zu wirtschaften als die Krone der Schöpfung.

Woran das liegt? Als Individuen sind wir einer Ameise haushoch überlegen. Auf der Ebene des Kollektivs haben wir trotzdem das Nachsehen. Ameisen zeichnen sich durch Schwarmintelligenz aus, Menschen leiden unter Schwarmdummheit. Während sich aus der individuellen Beschränktheit der Ameisen Schwarmintelligenz entwickelt, entwickelt sich aus individueller, menschlicher Intelligenz Schwarmdummheit. Erst gemeinsam sind wir richtig doof.

 

Im Laufe der Geschichte haben wir eine ganz besondere Spezialität entwickelt. Wir haben uns ein System geschaffen, welches die individuelle Intelligenz zur Grundlage eines kollektiven Irrsinns macht. Innerhalb dieses Systems treffen wir Entscheidungen, welche wir als klug, intelligent und vernünftig ansehen, die aber im Ganzen gesehen von gigantischer Dummheit sind.

Materiell wachsen zu wollen ist aus individueller Sicht durchaus verständlich, im Kollektiv führt unbegrenztes Wachstum zur Zerstörung der Lebensgrundlagen. Möglichst billige Produkte zu kaufen mag rational und vernünftig scheinen, führt aber letztlich zu gnadenlosen Preiskämpfen, in denen es nur armselige Verlierer gibt.

Oder man nehme das Prinzip der Obsoleszenz, welches uns schnurstracks in die Wegwerfgesellschaft führte. Obsoleszenz meint, dass Hersteller ihren Produkten möglichst kurze Lebenszyklen verpassen, damit sie möglichst rasch obsolet, «hinfällig» werden und durch neue – meist nicht bessere – ersetzt werden sollen. Das hält den Laden in Schwung und füllt die Kassen. Ob Handys, Computer, Automobile, Kaffee- und Waschmaschinen, Uhren und Kleider, lange lebe die Kurzlebigkeit. Das mag betriebswirtschaftlich clever sein und führt zu traumhaften Umsätzen. Gleichzeitig aber zu Abfallbergen, die an Hirnrissigkeit kaum zu übertreffen sind, Recycling hin oder her.

Obsoleszenz und deren hirnlose Befolgung durch die Masse ist ein Musterbeispiel für fehlende Schwarmintelligenz und ausgeprägte Schwarmdummheit. Keinem einzelnen Menschen käme es in den Sinn, unter Lebensgefahr wertvolle Rohstoffe zu gewinnen, um sie dann in kürzester Zeit in wertlosen Müll zu verwandeln. Nur in der Masse sind wir blöd genug, solche Verhaltensweisen an den Tag zu legen.

Es wird langsam Zeit, umzudenken. Radikal. Es reicht nicht, Umweltschäden zu reduzieren. Weniger ist noch lange nicht gut. Der Mensch bleibt trotz «öko» Schädling. Nützlinge müssen wir werden und die dazu notwendigen Systeme entwickeln. Die Intelligenz dazu hätten wir. Eigentlich …

Beat Brülhart wohnt in Düdingen. Er ist Unternehmensberater und Trainer für Führungskräfte sowie Referent am Schweizerischen Institut für Unternehmensschulung. Als Mitglied des Gewerbeverbandes Sense ist er in einem FN-Kolumnistenkollektiv tätig, das in regelmässigem Rhythmus frei gewählte Themen bearbeitet.

 

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema