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Schwarze Schafe sorgen für Unmut

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Sie sind klein, wendig, haben in der Regel vier kleine Rotoren, werden ferngesteuert, kosten je nach Modell einen zweistelligen oder einen fünfstelligen Betrag und haben das Fotografieren revolutioniert: die Drohnen. Sei es über Greyerz, über der Poyabrücke, über dem Moléson, Estavayer oder Les Paccots – im Internet tauchen ihre Fotos und Videos derzeit immer häufiger auf. Doch für den Umgang mit ihnen gibt es bestimmte Regeln. Erst im Frühsommer wurde ein 20-Jähriger wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt, weil seine Drohne beim letztjährigen St.-Nikolaus-Fest beim Abstürzen eine Frau verletzte (die FN berichteten).

Keine Erfassung

Für die Überwachung des Drohnenwesens sind das Bundesamt für Zivilluftfahrt und das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation zuständig (siehe Kasten). «Das Thema Drohnen beschäftigt uns seit 2015», sagt Bernard Vonlanthen, Sprecher der Kantonspolizei. «Besonders beliebt sind sie in touristischen Regionen; auch werden sie oft von professionellen Fotografen eingesetzt.» Man kann laut Vonlanthen allerdings nicht sagen, wie viele Drohnen es im Kanton Freiburg gibt, da es keine entsprechende Erfassung gibt.

«Mit Drohnen kann man Blickwinkel einfangen, die sonst unmöglich zu fotografieren wären.»

Philip Kessler

Drohnenbesitzer aus Tafers

 
 

Gesetzliche ­Anforderungen für die Besitzer von Drohnen, etwa ein Mindestalter, gebe es nur für Fluggeräte über 30 Kilogramm: Sie brauchen eine Bewilligung. Grundsätzlich würde bei Drohnen zwischen drei Gewichtskategorien unterschieden: mit einem Gewicht unter 500 Gramm, zwischen 500 Gramm und 30 Kilogramm sowie 30 Kilogramm und mehr. Für Sanktionen gegen Personen, die sich nicht an diese Richtlinien halten, ist laut Vonlanthen die Staatsanwaltschaft zuständig.

«Ganz neue Möglichkeiten»

Philip Kessler aus Tafers hat seit bald drei Jahren zwei Drohnen, die er professionell benutzt – und noch eine kleinere dritte, um in der Freizeit an Drohnen-Rennen teilzunehmen. Beruflich setzt er seine Drohnen als Fotograf vor allem für Immobilienbilder sowie weitere Luftaufnahmen aller Art ein. «Mit Drohnen kann man Blickwinkel einfangen, die sonst unmöglich zu fotografieren wären», schwärmt er. «Ausserdem sind Luftaufnahmen viel billiger als früher geworden, als man dafür einen Helikopter anfordern musste. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten.» Kesslers Lieblingsort für Drohnenaufnahmen im Kanton ist der Schwarzsee. Auch sonst lässt er seine Flugmaschinen am liebsten in der Natur steigen, weil man dort am ungestörtesten sei.

Mit Drohnenbesitzern, die sich nicht an die gesetzlichen Auflagen halten, hat er «sehr grosse Mühe». Denn unter diesen schwarzen Schafen und den entsprechenden Negativschlagzeilen würden alle Drohnenpiloten leiden. Er versuche daher, möglichst professionell aufzutreten, wenn er seine Drohne steigen lasse. So habe er auch stets eine Leuchtweste an. Dennoch seien Passanten in solchen Situationen auch schon regelrecht aggressiv auf ihn zugekommen, weil sie das Gefühl gehabt hätten, man dürfe an diesem speziellen Ort nicht fliegen.

«So ein Rotor läuft mit 2000 bis 3000 Umdrehungen pro Minute, das kann zu bösen Schnittwunden führen.»

Benjamin Huber

Drohnen-Fan aus Freiburg

 

Auch Benjamin Huber aus Freiburg lässt seine sieben Drohnen seit bald vier Jahren sowohl privat als auch beruflich fliegen. Meistens ist er dann zu zweit unterwegs. «Der eine fliegt, der andere fotografiert», erzählt er. Im Moment habe er sich vor allem auf Landschaftsaufnahmen spezialisiert. Kürzlich hatte er aber auch einen Auftrag eines Transportunternehmens. Man ist dank den Drohnen bei Luftaufnahmen einfach viel flexibler und schneller als früher», sagt er. «Man kann länger in der Luft bleiben, und nicht zuletzt sind Drohnen auch umweltfreundlicher als Helikopter.» Von negativen Erlebnissen mit Passanten sei er bislang verschont geblieben. Für uneinsichtige Drohnenbesitzer hat aber auch er kein Verständnis. Vor allem bezweifelt er, dass Kunden beim Kauf einer Drohne vom Verkaufspersonal adäquat über die gesetzlichen Auflagen aufgeklärt werde. «Die meisten Leute sind sich wohl kaum bewusst, dass eine nicht richtig gehandhabte Drohne Menschen auch verletzen kann», sagt er. «So ein Rotor läuft mit 2000 bis 3000 Umdrehungen pro Minute, das kann zu bösen Schnittwunden führen.»

«Polarisierendes Phänomen»

«Die Schere geht immer mehr auf», sagt Ueli Sager, Präsident des Schweizerischen Verbands ziviler Drohnen. «Einerseits gibt es immer mehr Technologie-Begeisterte und professionelle Drohnen-Anwender, andererseits auch immer mehr Menschen, die sich an Drohnen stören.» Das Phänomen scheine im Moment ziemlich polarisierend zu sein. Zu den Gründen für eine ablehnende Haltung gegenüber Drohnen gehöre nicht nur die Angst vor einer neuen, unbekannten Technik, sondern oft vielleicht auch das Gefühl, bei privaten Tätigkeiten ausspioniert zu werden. «Es wird tatsächlich viel Unfug mit Drohnen betrieben», räumt Sager ein. Marktforschungsinstitute würden schätzen, dass es in der Schweiz zurzeit zwischen 20 000 und 30 000 Drohnen gibt. Der Verband habe indes lediglich rund 550 Mitglieder, die sich registrieren liessen. «Immer mehr Drohnen stammen aus China», so der Verbandspräsident weiter. «Die chinesische Marke DJI hat eine ähnlich marktbeherrschende Stellung errungen wie Apple bei den Smartphones.

Richtlinien

Kritisch: Flugplätze und Menschenmengen

Für den Betrieb von Drohnen und Flugmodellen mit einem Gewicht von über 30 Kilogramm braucht es eine Bewilligung des Bundesamts für Zivilluftfahrt. Das Amt legt die Bedingungen für die Zulassung und den Betrieb in jedem einzelnen Fall fest. Die Vorgaben für den Betrieb von Drohnen und Flugmodellen mit einem Gewicht von bis zu 30 Kilogramm finden sich in der entsprechenden Verordnung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation.

Laut diesem dürfen Drohnen und Flugmodelle nur dann ohne Bewilligung betrieben werden, wenn der «Pilot» jederzeit direkten Augenkontakt zu seinem Flugobjekt hat – nicht aber, wenn jemand technische Hilfsmittel wie Feldstecher oder Videobrillen einsetzen will. Ist dies der Fall, so muss ein zweiter Operateur den Flug am gleichen Standort überwachen und bei Bedarf jederzeit in die Steuerung des Fluggerätes eingreifen können. Ein automatisierter Betrieb innerhalb des Sichtbereichs des «Piloten» ist erlaubt, sofern dieser bei Bedarf jederzeit in die Steuerung eingreifen kann.

Ausnahmslos verboten ist das Fliegen von Drohnen im Umkreis von fünf Kilometern von Pisten von Flugplätzen oder Flughäfen, im Umkreis von 100 Metern von Menschenansammlungen sowie innerhalb von Jagdbanngebieten oder Schutzgebieten für Wasser- und Zugvögel.

Luftaufnahmen von Drohnen sind grundsätzlich zulässig, sofern die Vorschriften zum Schutz militärischer Anlagen sowie der Schutz der Privatsphäre anderer sowie die Vorschriften des Datenschutzgesetzes berücksichtigt werden. Wer eine Drohne oder ein Flugmodell mit über 500 Gramm Gewicht betreibt, muss für allfällige Schäden eine Haftpflichtdeckung im Umfang von mindestens einer Million Franken gewähr­leisten.

jcg

 

Drohnenverkäufer

Umsatz wuchs dieses Jahr um 500 Prozent

Erhältlich sind Drohnen etwa im Media-Markt in Granges-Paccot. «Sie sind extrem beliebt», sagt die Pressesprecherin von Media-Markt Schweiz, Séverine de Rougemont. «Wir stellen 2017 ein Umsatzwachstum von 500 Prozent im Vergleich zum Vorjahr fest.» Der Boom habe schon 2013 begonnen und sei 2016 richtig losgegangen. Während Media-Markt 2013 noch weniger als zehn verschiedene Drohnen-Modelle im Angebot gehabt habe, seien es 2016 schon über 50 gewesen. Die günstigste Drohne koste 29.95 Franken, die teuerste 7000 Franken. «Die Mehrheit der verkauften Modelle bewegt sich preislich aber um die 500 Franken», so de Rougemont. Das Verkaufspersonal mache die Kunden mit einem Merkblatt des BAZL auf die gesetzlichen Richtlinien zum Drohnenflug aufmerksam. «Es sind schon mehrheitlich Männer, die sich für Drohnen interessieren», räumt de Rougemont weiter ein. «Wir decken aber auch den Spielzeug-Sektor ab.» Systematische Statistiken zur Kundenstruktur und Zielgruppe gebe es allerdings nicht. Auch bei Fust in Villars-sur-Glâne sind Drohnen erhältlich. «Sie sind eines unserer beliebtesten Trendprodukte, und sie haben die Foto- und Videoaufnahmen revolutioniert», sagt Sabine Weber, Assistentin des Unternehmensleiters der Fust-Zentrale in Oberbüren. Die Nachfrage steige stetig, wobei man keine genauen Zahlen nenne. Drohnen im unteren Preissegment – ab rund 30 Franken – würden von Jung und Alt gekauft, vor allem von Anfängern in diesem Bereich. Für Drohnen im oberen Preissegment – bis 1500 Franken – würde sich eher eine etwas ältere, kaufkräftige Kundschaft interessieren. Auch bei Fust würden die Kunden sowohl vor als auch nach dem Kauf über die gesetzlichen Regelungen des Drohnenflugs aufgeklärt. «Danach sind sie für ihr Verhalten selbst verantwortlich», so Weber.

jcg

 

 

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