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«Schwarzer Peter» bei der Gemeinde

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«Schwarzer Peter» bei der Gemeinde

Bahnunternehmen sollen verpflichtet werden, Tourismusruinen zu räumen

Während Jahren lagen die Schwybergbahnen in Agonie. Ende Dezember 1999 hat der Wirbelsturm «Lothar» mit der Zerstörung des Gipfelrestaurants dem Tourismusprojekt am Schwyberg offensichtlich den Todesstoss versetzt.

Von ANTON JUNGO

Nach der Zerstörung des Gipfelrestaurants am 26. Dezember 1999 setzten die Schwybergbahnen ihren Betrieb noch für kurze Zeit fort. Doch im Frühjahr 2002 war auch für die Bahngesellschaft das Ende gekommen; sie musste ihre Bilanz deponieren. Verschiedene Wiederbelebungsversuche verliefen bis jetzt erfolglos (vgl. Kasten). Was geblieben ist, sind die Bauruinen des Restaurants, der Sesselbahn und der Skilifte. Sie leisten seither einer grossen Alphütte Gesellschaft, die schon vor Jahren in sich zusammengestürzt ist und vor sich hinmodert.

Natur wiederherstellen

Ungenutzte Anlagen und Bauten im Gebirge stören das Landschaftsbild und die Natur. Die Schweizer Sektion der Alpenschutzorganisation Mountain Wilderness hat es sich zu einem ihrer Anliegen gemacht, sich für die Räumung von Tourismus-Ruinen zu engagieren. Mit einer Protestaktion wies die Organisation gestern auf dem Schwyberg auf ihr Anliegen hin. Rund 20 Mitglieder aus Freiburg und der übrigen Schweiz nahmen nach einem Fussmarsch auf den Gipfel an der Demonstration teil. Die Organisation plant weitere Aktionen an andern Standorten in der Schweiz.

«Mit solchen Installationen wurde Profit gemacht. Wenn es nicht mehr geht, so ist es selbstverständlich, dass man die Natur wiederherstellt, wie sie einmal war», forderte Elsbeth Flüeler, die Geschäftsführerin von Mountain Wilderness, und wies darauf hin, dass Tourismusruinen die Landschaft, das eigentliche Kapital des Tourismus beeinträchtigen. Mit dem Rückbau nicht mehr genutzter Anlagen soll auch für künftige Generationen das Naturerlebnis ermöglicht werden.

Nur Versicherung würde
genügend Druck machen

Mountain Wilderness fordert, dass Bahngesellschaften eine Versicherung für den Rückbau ausser Betrieb geratener Anlagen abschliessen müssen. Sie will dies über die gegenwärtig laufende Revision des Gesetzes über die Bergbahnen erreichen. «Wenn die Versicherungspflicht nicht da ist, dann ist es klar schwieriger, dass eine Bahn schnell abgebaut wird, weil man ja immer noch weiter auf den Promotor wartet», betont die Geschäftsführerin. Der Schwyberg sei ein schönes Beispiel für diesen Vorgang.

«Der Schwyberg ist kein Einzelfall», führte Elsbeth Flüeler aus. Beim Bund seien zwölf solche Anlagen (z. B. Pic Chaussy auf dem Col des Mosses) eingeschrieben. Dazu kämen noch die kantonal konzessionierten Anlagen.

Sie ist überzeugt, dass nur eine Versicherungspflicht Fälle wie den beim Schwyberg verhindere, wo schliesslich die Gemeinde Plaffeien für den Abbau der stillgelegten Anlagen aufkommen müsse.

Gemeinde Plaffeien wartet
noch bis Ende 2005 zu

Die Gemeinde Plaffeien wurde gemäss Ammann Otto Lötscher vom Konkursamt angefragt, ob sie bereit sei, die Schwyberg-Bahnanlage aus der Konkursmasse zu übernehmen. Wie er gestern gegenüber den FN erklärte, war die Gemeinde vor allem interessiert am Gebäude der Talstation und der entsprechenden Landparzelle.

Der Ammann ist überzeugt, dass die Räumung der Anlage früher oder später ohnehin der Gemeinde überlassen worden wäre. So habe sie nun wenigstens das Land. Er rechnet damit, dass die Räumung der Bahnanlage rund 150 000 Franken kosten wird. Bis Ende des laufenden Jahres will die Gemeinde aber noch zuwarten mit Abräumen. Es gibt immer noch Interessenten, die die Bahnanlage neu bauen wollen. Wenn bis Ende 2005 kein seriöses Angebot vorliegt, will die Gemeinde entscheiden, wie sie die Abbauarbeiten vornehmen will.
Wiederbelebung ist fraglich

«Und es wird wieder eine zweite Bahn in Schwarzsee geben. So wahr ich hier stehe. Und zwar ohne Subventionen», hatte Peter Siffert, Eigentümer des von «Lothar» zerstörten Bergrestaurants vor einer Woche in die Aktionärsversammlung der Kaisereggbahnen gerufen (vgl. FN vom 11. Juli). Details zu seinen Plänen wollte er aber auf Anfrage der FN nicht bekannt geben. Es seien noch einige wichtige Entscheide hängig, hielt er fest.

Schon vor einiger Zeit hat Peter Siffert Teile einer stillgelegten und abgebauten Seilbahn nach Schwarzsee transportieren lassen. Ob sie je wieder zusammengesetzt und aufgestellt werden, ist offen.
Nachdem die Schwybergbahnen AG im Frühjahr 2002 ihre Bilanz deponiert hatte, liefen verschiedene Anstrengungen, um die Sesselbahn wieder zu aktivieren. So wollte eine Initiativgruppe mit namhaften Persönlichkeiten aus der Region die Bahn auf die Wintersaison 2003/2004 wieder instand stellen. Die Gruppe zog sich später aus dem Projekt zurück.

Am 31. Dezember 2002 hatte die Delegiertenversammlung des Gemeindeverbandes Region Sense einer Finanzierungshilfe für die Erneuerung der Schwybergbahnen zugestimmt. Diese bestand aus einem Kredit der Region Sense von 350 000 Franken und einem IHG-Darlehen von 750 000 Franken. Die Region Sense hatte aber eine Frist bis zum 31. Dezember 2004 gesetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt hätten mögliche Promotoren einen tragfähigen Businessplan vorlegen müssen. Die Frist verfiel, ohne dass seriöse Projekte eingereicht worden wären. Ein Projekt von Peter Siffert hatte der Vorstand der Region abgelehnt, weil er die Unterlagen als ungenügend beurteilt hatte. ja

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