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Schweizer Eishockey ist freiburgisch, englisch, nicht weiblich

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Gastkolumne

Autor: Barbara Colpi

Schweizer Eishockey ist freiburgisch, englisch, nicht weiblich

Kürzlich wurde in Montreux das 100-Jahr-Jubiläum des Schweizer Eishockeys gefeiert. Rund 700 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sport waren eingeladen. Nur die Frauen fehlten. Nein, natürlich waren auch Frauen eingeladen, meist als elegante Begleitung ihrer Gatten. Sie fehlten aber bei den Ehrungen: Eingebettet in die Feierlichkeiten war die alljährliche Vergabe der Swiss Ice Hockey Awards – Auszeichnungen für besondere Leistungen. Gleich zwei Freiburger räumten ab: Gottéron-Stürmer Julien Sprunger wurde als wertvollster Spieler der vergangenen Saison geehrt, und René Fasel bekam den Special Award für wertvolle Verdienste im nationalen und internationalen Eishockey. René Fasel ist seit 1994 Präsident des internationalen Eishockey-Verbandes und hat zuvor auch die Eishockey-Schweiz geprägt als Spieler, Schiedsrichter und Präsident des nationalen Verbandes. Nur eben – bei diesen Auszeichnungen fehlten die Frauen. Das Nationalteam hat zwar im Frühling an der WM den vierten Rang erreicht, die beste Platzierung in der – zugegeben noch nicht 100-jährigen – Geschichte des Fraueneishockeys in der Schweiz. Doch der nationale Verband präsentiert sich seit letzter Saison in neuem Kleid: Fortschrittlich und modern soll der neue Auftritt sein, und so heisst der Schweizerische Eishockeyverband (SEHV) seither auch Swiss Ice Hockey Association (SIHA). Englisch soll das neue Image sein, nicht aber weiblich. Die Kategorien bei den Awards wurden reduziert – gestrichen wurde unter anderen eben auch die Auszeichnung für die beste Spielerin. Ich wunderte mich schon, dass sich ein Verband, der offensichtlich viel Wert auf sein Ansehen legt, dies in der heutigen Zeit überhaupt noch erlauben kann. Vielleicht hatte der Verband aber auch Angst, das Fraueneishockey bei der 100-Jahr-Feier zu thematisieren, weil er dann schon wieder einen Freiburger hätte erwähnen müssen: Hubert Audriaz. Er gründete im Jahre 1980 mit La Vannerie Freiburg den ersten Frauen-Eishockey-Club der Schweiz. Vier Jahre später wurde das Fraueneishockey in den Schweizerischen Eishockeyverband aufgenommen. Eishockey ist also ganz bestimmt freiburgisch.

Barbara Colpi (33) ist Ethnologin und arbeitet als Sportredaktorin bei Radio DRS. Zuvor war die gebürtige Oltnerin Sportchefin bei Radio Freiburg.

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