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Schweizer Musik für die Corona-Saison

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Am 13. März musste das Fri-Son in Freiburg wegen der Corona-Massnahmen seine Saison abbrechen. Das erste Konzert, das der Schliessung zum Opfer fiel, war eine Plattentaufe der Freiburger Post-Rock-Band Hubris. «Ich erinnere mich noch genau, wie ich der Band während des Soundchecks sagen musste, dass sie nicht würde spielen können», sagte Generalsekretärin Léa Romanens gestern vor den Medien. Diesen Freitag nun wird das Konzert nachgeholt, als einer der ersten Höhepunkte einer Saison, die vor drei Wochen gestartet ist und die notgedrungen im Zeichen von Corona steht.

«Keine Existenzängste»

Das Fri-Son hatte die Medien eingeladen, um über die aussergewöhnliche Saison zu informieren, um über Schwierigkeiten und Unsicherheiten zu sprechen – aber auch, um Mut zu machen. So betonte Vorstandsmitglied Laura Gavillet: «Wir haben keine Existenzängste. Unsere Situation ist stabil, und wir haben Reserven.» Gavillet eröffnete denn auch mit «guten Neuigkeiten», wie sie sagte: Das Jahr 2019 sei für das Fri-Son das beste seit 2013 gewesen. Über 521 000 Franken nahm das Lokal über den Ticketverkauf ein, fast 600 000 Franken durch den Barbetrieb. Insgesamt beliefen sich die Einnahmen auf knapp 1,8 Millionen Franken, 68 Prozent davon aus Eigenmitteln.

Der Gewinn von 65 000 Franken ermöglichte Rückstellungen in der Höhe von 30 000 Franken. Weitere 30 000 Franken flossen in Form von Prämien an das Personal: «Unsere Angestellten arbeiten für wenig Lohn und unter schwierigen Bedingungen», erklärte Gavillet. «Darum wollten wir sie am Erfolg teilhaben lassen.»

Erfolg dank Schweizer Bands

Besonders erfreulich sei, dass das gute Ergebnis vor allem den einheimischen Bands zu verdanken sei, sagte Léa Romanens. Tatsächlich kamen 2019 von 278 auftretenden Gruppen nur 35 aus dem Ausland. 116 kamen aus dem Kanton Freiburg, 127 aus der übrigen Schweiz. Das stimme vor allem im Hinblick auf die unmittelbare Zukunft optimistisch, denn in Zeiten von Corona setzt das Fri-Son hauptsächlich auf Schweizer Bands.

200 Tickets pro Konzert

Auch so bleibt die Planung schwierig. «Wir programmieren momentan mit einem Horizont von etwa zwei Monaten», sagte Léa Romanens. Weil das Fri-Son momentan keinen Programmchef hat und daran ist, Pflichtenheft und Aufgabenverteilung neu zu organisieren, hat Romanens auch einen grossen Teil der Programmverantwortung übernommen. Die Unsicherheit sei nach wie vor gross, sagte sie, etwa, was allfällige neue behördliche Einschränkungen angehe. Derzeit hat das Fri-Son die maximale Anzahl Personen im Saal auf 300 beschränkt. Abzüglich Personal, Künstler und Gästeliste kommen so pro Konzert nur 200 Tickets in den Verkauf. Im grossen Saal könne man so die Distanzen gut einhalten und auf eine Maskenpflicht verzichten, erklärte Romanens. «Die Leute fühlen sich wohl und sicher, das ist uns wichtig.» Es sei ein fragiles Gleichgewicht: Mit mehr Leuten könnte man die Sicherheit nicht gewährleisten, noch weniger wären finanziell nicht tragbar. Auch so rechnet das Fri-Son für 2020 mit einem Defizit von 30 000 Franken.

Die Eröffnung sei ein finanzielles Risiko, sagte Léa Romanens, doch nicht zu eröffnen, sei keine Option gewesen. «Wir wollen nicht nur dem Publikum etwas bieten, sondern auch unsere Verantwortung als Arbeitgeber wahrnehmen.» Mehr als 130 Personen arbeiten für das Fri-Son, von der Technik bis zur Bar. «Es sind viele kleine Pensen, aber diese Leute brauchen diese Arbeit.» Auch das Publikum sei dankbar, dass im Fri-Son endlich wieder Konzerte stattfänden: «Ich habe hier noch nie so viele glückliche Gesichter gesehen, und wir haben noch nie so viele positive Reaktionen bekommen.»

Unterstützung

Das Fri-Son wünscht sich mehr Hilfe – logistisch und finanziell

Die Kultur gehört zu jenen Branchen, die am stärksten von den Folgen der Coronakrise betroffen sind – und sie wird entsprechend unterstützt. Subventionen, Ausfallentschädigungen und vor allem das Mittel der Kurzarbeit hätten bisher sehr geholfen, sagte Vorstandsmitglied Laura Gavillet. Die vielen Angestellten des Fri-Son, die in kleinen Pensen oder auf Abruf arbeiteten, hätten nun aber keinen Anspruch auf Kurzarbeit mehr. «Auch darum wollten wir unbedingt wiedereröffnen – obwohl wir Ende Jahr sogar einen Gewinn ausgewiesen hätten, wenn wir geschlossen geblieben wären.»

Das Fri-Son sei bereit, das finanzielle Risiko auf sich zu nehmen, doch es brauche mehr Unterstützung von Behördenseite, auch logistisch. «Unser Schutzkonzept mussten wir alleine ausarbeiten», so Generalsekretärin Léa Romanens. Nun stehe zwar das Konzept, aber man wisse nie, ob sich die behördlichen Vorgaben änderten. «Oberamt und Kanton sind sich nicht bewusst, dass wir uns nicht von heute auf morgen anpassen können.» Auch finanziell brauche es mehr Hilfe als bisher zugesichert. Das Fri-Son wiederholt die Forderung des Vereins C, des Dachverbands der professionellen Kulturveranstalter des Kantons: Die 1,5 Millionen Franken, die der Kanton in seinem Wiederankurbelungsprogramm für die Kultur vorgesehen habe, reichten bei Weitem nicht aus. Bis Ende 2021 brauche es ein Budget von sechs Millionen Franken.

cs

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