Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Schweizer Währungshüter beschliessen historische Leitzinssenkung

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

ZÜRICH Das Zinszielband für den massgeblichen Dreimonats-Libor werde per sofort auf 0,5 bis 1,5 Prozent zurückgefahren, teilte die SNB am Donnerstag mit. Sie werde den Franken-Geldmarkt grosszügig und flexibel versorgen, um den Libor in den mittleren Bereich des Zielbandes zu drücken. Damit peilen die Währungshüter einen Libor von noch 1 Prozent an. Noch nie seit der Einführung des Libor-Leitzinses im Jahr 2000 haben die Währungshüter die Geldschleusen so stark geöffnet.

Die internationale Konjunkturlage habe sich deutlich verschlechtert, begründete die SNB den massiven Schritt: «Dadurch hat sich für das nächste Jahr das Risiko eines markanten Rückgangs der wirtschaftlichen Entwicklung in der Schweiz erhöht.»

Spielraum nutzen

Mit der Senkung um einen vollen Prozentpunkt nutze die Nationalbank den Spielraum, der ihr zur Verfügung stehe, hiess es weiter. Am Markt sank der Libor auf 1,937 Prozent, nachdem er am Vortag noch bei 1,968 Prozent festgelegt worden war. Damit hat der Libor seine Talfahrt fortgesetzt. Anfang Oktober, vor der ersten Zinssenkung der SNB seit fünf Jahren, hatte der Satz noch bei über 3 Prozent gelegen. Damals hatte die SNB das Zielband für den Dreimonats-Libor um einen viertel Prozentpunkt gesenkt, bevor sie Anfang November nachdoppelte und das Zielband gleich um einen halben Prozentpunkt reduzierte. Damit beträgt der Abschlag nun insgesamt 1,75 Prozentpunkte. So schnell und so deutlich hatte die Nationalbank die Zinsen nicht einmal nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA gesenkt. Tiefere Zinsen sollen Kredite an Unternehmen und Konsumenten verbilligen, damit die Wirtschaft in Schwung bleibt.

Von der jetzigen Senkung «sind wir total überrascht», sagte ein Händler der Nachrichtenagentur Reuters. Vor allem, dass die SNB gleich einen so grossen Schritt mache und das auch noch alleine.

Die SNB habe vorbildlich im Interesse der Realwirtschaft gehandelt, die seit vier Wochen weltweit einen regelrechten Absturz erlebe, sagte Julius-Bär-Ökonom Janwillem Acket: «Kleine Schritte haben jetzt keinen Sinn: Man muss klotzen, nicht kleckern.» sda

Berichte Seite 17

Meistgelesen

Mehr zum Thema