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«Schwierig, nicht euphorisch zu werden»

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Greg Mauldin, wie fühlt es sich an, immer noch auf dem Eis zu stehen und noch nicht in den Ferien zu sein?

Wie gross die Erlösung war, dass die Saison noch nicht zu Ende ist, hat man am Samstag an unseren Reaktionen nach dem 1:1 gesehen. Das ist eigentlich nur zu vergleichen mit dem Gefühl, wenn du unter Wasser bist und unmittelbar vor deinem letzten Atemzug plötzlich auftauchst. Es fühlt sich grossartig an, genau für solche Spiele wie dasjenige vom Samstag spielen wir Eishockey.

 

 Ist dieser verrückte Sieg der Wendepunkt dieser Serie?

Ich denke ja, wenn wir fokussiert bleiben und nicht zu euphorisch werden, wird es so sein. Natürlich ist es schwierig, in dieser Situation nicht euphorisch zu werden. Für Kloten war es jedenfalls ein sehr harter Schlag. Ich weiss noch, wie es letztes Jahr bei uns war, als wir gegen Zürich kurz vor dem Finaleinzug standen. Da kam in den letzten zwei Minuten Nervosität auf, und wir benötigten einen Big Save von Conz. Vier Sekunden vor dem Finaleinzug diesen Gegentreffer zu erhalten, muss für Kloten ein sehr harter Rückschlag sein.

 

 Auswärts hat Gottéron in dieser Serie bisher zweimal verloren. Was muss Freiburg am Dienstag in Kloten diesmal besser machen?

Wir haben sicher nicht alles falsch gemacht in den ersten beiden Auswärtsspielen, das erste Spiel haben wir ja erst in der Overtime verloren. Wir dürfen dem Gegner sicher nicht wieder 5-gegen-3-Situationen erlauben, sondern diszipliniert in unserer Box bleiben. Wir hatten in dieser Serie viele Schüsse und nicht allzu viel Ertrag dafür. Auch am Samstag hätten wir bereits vor dem späten Ausgleich mindestens drei Tore schiessen müssen. Aber da ging halt zum Beispiel mein einhändiger Schuss im Mitteldrittel an den Pfosten statt ins leere Tor. Aber wir dürfen uns von solchen Dingen nicht frustrieren lassen und müssen wieder viel Energie an den Tag legen.

 

 Dass Gottéron Mühe bekundet, Tore zu schiessen, ist aber wohl kaum nur auf mangelndes Glück zurückzuführen. Mitunter fehlte schlicht die letzte Präzision, zudem spielt Klotens Goalie Martin Gerber eine starke Serie …

Gerber ist sicher ein guter Goalie, aber er ist nicht der Hauptgrund dafür, dass wir nicht allzu viele Tore geschossen haben. Wir wissen, dass wir ihn bezwingen können, und haben das ja auch schon gezeigt. Oft waren wir in dieser Serie jedoch schlicht nicht fokussiert genug, nicht hungrig genug. Das wird nun anders sein. In den letzten zehn Minuten hat man am Samstag gesehen, wie hungrig man plötzlich ist, wenn die Verzweiflung Einzug hält, und was das dann ausmachen kann.

 

 Ist für das Spiel am Dienstag der Hunger auch ohne Verzweiflung gross genug?

Ja, wir haben nun so hart gekämpft, um diese Chance noch einmal zu erhalten. Es wäre ein Leichtes gewesen, am Samstag nach Dubés Zweiminutenstrafe drei Minuten vor Schluss die Schultern hängen zu lassen und uns zu sagen: Okay, schade, dass wir ausgeschieden sind, aber es sollte halt nicht sein, die Eishockey-Götter waren gegen uns. Doch das haben wir nicht getan, wir haben uns mit allen Mitteln gegen das Aus gestemmt. Diese Leidenschaft werden wir nun mitnehmen.

 

 Der Heimvorteil wird in dieser Serie bisher dem Namen gerecht. Vier von fünf Mal hat die Heimmannschaft gewonnen. Wieso?

Zu Hause ist es mit den ganzen Emotionen der Zuschauer so leicht, leidenschaftlich und hart zu spielen. Ich liebe es jedenfalls, zu Hause zu spielen; ich nehme an, den Klotenern geht das nicht anders. Aber uns wird es am Dienstag ebenfalls nicht an Leidenschaft fehlen. Wir müssen ja nur ein einziges Break schaffen, dann spielen wir am Donnerstag auch wieder zu Hause.

 

 Sie persönlich sind mit fünf Toren und drei Assists Gottérons zweitbester Skorer in den Playoffs. Dies bei einer Plus-3-Bilanz. Seit Wochen sind Sie richtig gut drauf. Sie scheinen Ihre Formkurve in dieser Saison richtig geplant zu haben …

Seit Januar läuft es gut. Ob die Leistung stimmt oder nicht, hat viel damit zu tun, ob man den Fokus hat oder nicht. Wir stehen im Halbfinal der Playoffs, die Saison ist lang, es dauert sehr lange, bis wir allenfalls wieder an diesem Punkt sind. Deshalb will ich momentan jede Sekunde auf dem Eis hart arbeiten. Für mich, weil ich noch nie eine Meisterschaft gewonnen habe, aber auch für den Club …

… der ebenfalls noch nie Meister geworden ist.

Genau, und es ist ja hier nicht wie in meiner Heimat. Wenn in der NHL oder in der AHL ein Team ausscheidet, dann sind die Spieler natürlich sehr enttäuscht. Die Zuschauer sagen sich hingegen: Okay, dann vielleicht halt nächstes Jahr. Hier in Freiburg lebt und leidet jeder mit. Wenn wir verlieren, zieht das jeden runter. Nach dem 7:1-Sieg hingegen sah ich bei meinen Nachbarn und vielen anderen Leuten in meinem Dorf, wie zufrieden und glücklich sie waren. Viele gratulierten mir zum Sieg. Das sind wunderbare Momente. Genau dafür versuche ich jeden Tag, hart zu arbeiten, für mich, für den Club, für die ganze Stadt.

Sie stehen in regelmässigem Kontakt mit dem letztjährigen Captain Shawn Heins. Was meint er zu den diesjährigen Playoffs?

Wir schreiben uns regelmässig. Vor dem 7:1-Sieg hatte er mir eine Voicemail mit der Musik von «Rocky» geschickt. Weil ich in diesem Spiel dann zwei Tore geschossen habe, hat er anschliessend gesagt, dass er das nun wohl öfter tun müsse. Natürlich hat er auch nach dem verrückten Sieg vom Samstag geschrieben. Er lobte uns, dass wir bis zum Schluss nicht aufgegeben haben.

 

Vorschau: Schilt für das heutige Spiel in Kloten fraglich

H eute Abend (19.45 Uhr) steht Gottéron in Kloten erneut unter Siegeszwang. Trotz des 2:1-Erfolgs vom Samstag liegen die Freiburger in der Halbfinal-Serie (best of 7) immer noch mit 2:3 zurück. Eine Niederlage wäre deshalb gleichbedeutend mit dem Saisonende. «Vielleicht war es wichtig, einen Match einmal auf diese Weise zu gewinnen. Nun wissen meine Spieler definitiv, was es heisst, im Playoff-Modus zu sein», sagte Trainer Hans Kossmann nach dem gestrigen Training. «Wir haben am Samstag den besten Match der Saison gezeigt. Wir hätten zwar das Spiel bereits früher für uns entscheiden müssen, aber wir haben erneut gezeigt, dass wir die Mittel dazu haben, Kloten zu besiegen.»

Der letzte Funke Leidenschaft

Kloten sei eine erfahrene Mannschaft, die mit dem Rückschlag vom Samstag sicher umgehen könne. «Es wird jetzt nicht ein komplett anderer Gegner sein. Aber der Druck hat nun doch ein bisschen die Seiten gewechselt.»

Um in Kloten nicht zum dritten Mal in dieser Serie als Verlierer vom Eis zu gehen, verlangt Kossmann von seinen Spielern noch mehr Aufopferungswille. «Wir haben auswärts zweimal nicht schlecht gespielt. Aber es fehlte dieser letzte Funke Leidenschaft. Der muss nun kommen.»

Viel wird auch heute vom Auftritt des starken Kloten-Hüters Martin Gerber abhängen. «Er ist ein guter, erfahrener Goalie. Aber er ist auch schon 40 Jahre alt. In diesem Alter sind solch intensive Wochen nicht leicht. Davon müssen wir profitieren», sagt Kossmann. Und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: «Ich habe mit 33 meine Karriere beendet. Und ich kann Ihnen sagen, dass es für mich in diesem Alter an manchem Morgen bereits ein sehr hartes Erwachen gab.»

Wieder mit Monnet?

Fraglich ist für die heutige Partie Sebastian Schilt. Der Verteidiger beendete das Spiel vom Samstag nicht, weil ihm nach einem Check schwindlig geworden war. Er trainierte gestern nicht. «Aber ich bin optimistisch, dass er am Dienstag spielt», sagte Kossmann. Eine Aussage, der in den Playoffs jedoch nicht allzu viel Gewicht beizumessen ist. Im gestrigen Training sah es danach aus, als ob Thibaut Monnet ins Team zurückkehren würde. Der Stürmer trainierte immer wieder einmal an der Seite von Marc-Antoine Pouliot und Greg Mauldin. «Es wird wahrscheinlich ein bis zwei Änderungen geben», liess sich Kossmann entlocken. Mehr nicht.

Dass ein Sieg in Spiel fünf einer Mannschaft durchaus genügend Schub geben kann, eine Serie noch zu drehen, haben die Freiburger in den letzten Jahren am eigenen Leib erfahren. 2009 im Halbfinal gegen Davos und 2010 im Viertelfinal gegen Genf lag Gottéron jeweils 3:1 vorne und verlor am Ende noch 3:4. Es wäre an der Zeit, dass Freiburg nun einmal auf der anderen Seite einer solchen Wende steht … fm

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