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Schwierige Personalsuche der Spitex

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Die Freiburger Spitex-Dienste haben zwischen 2010 und 2014 einen Personalanstieg um fast einen Viertel auf knapp 800 Personen verzeichnet. 2016 betrug die Dotation 412 Vollzeitäquivalente (siehe Kasten).

Trotz der Entwicklung sagt Erika Schnyder, Präsidentin des Spitex-Verbands Freiburg: «Wir haben Schwierigkeiten, Personal zu rekrutieren.» Wie sie im Vorfeld der gestrigen Generalversammlung gegenüber den FN sagte, erschwere die Entwicklung der Spitex hin zu einem Dienst, der fast rund um die Uhr tätig sei, die Rekrutierung zusätzlich. Dabei stellten private Spitex-Anbieter gegenüber den öffentlichen Diensten immer öfter eine Konkurrenz dar. «Die Privaten bieten nur das an, was sie wollen. Was nicht rentiert, interessiert sie nicht.» Dazu gehören gemäss Schnyder auch Nacht- und Wochenenddienste. Unabhängige Pflegepersonen seien schwer für unattraktive Arbeitszeiten zu gewinnen, so Schnyder.

Die Präsidentin ist der Ansicht, dass es insbesondere für junge Pflegepersonen weniger attraktiv ist, bei der Spitex zu arbeiten als in Spitälern oder Pflegeheimen. Es gehe dabei nicht nur um die unregelmässigeren Arbeitszeiten. In Spitälern und Heimen sei man auch in besser in Teams integriert, und sie verfügten über eine bessere Infrastruktur. «Eine Spitex-Pflegerin arbeitet bei Patienten zu Hause und muss oft ohne jegliche Ausrüstung ­zurechtkommen.»

Dennoch sieht Schnyder die personelle Situation bei den Spitex-Diensten noch nicht als Problem: «Wir haben heute keinen Personal-Notstand. Und ich denke, dass dies auch in den nächsten sechs Jahren noch kein Problem werden sollte.»

Die Präsidentin nimmt dennoch die Resultate einer kantonalen Studie der Organisation Gesundheit und Soziales (Ortra) Freiburg zur Kenntnis, welche bis ins Jahr 2025 einen zusätzlichen Bedarf von 1281 Pflegepersonen prognostiziert. Die jetzige Struktur im Kanton kann nur 60 Prozent der im Jahr 2025 benötigten Personen ausbilden (FN vom 30. 5.).

Praktika für Spitex schwierig

Schnyder sieht für die Spitex-Dienste Potenzial bei der Ausbildung: «Da ist sicher noch etwas zu machen. Wir haben heute zu viele verschiedene Ausbildungen – von Fachausbildungen bis hin zu Kursen von ein paar Wochen Dauer. Je besser die Ausbildung, umso interessanter die Möglichkeiten im Beruf.»

Die Ortra-Studie hat aber auch aufgezeigt, dass die Ausbildungsplätze durch die Anzahl Praktika beschränkt sind. Besonders wenige Praktikumsplätze gibt es bei den Spitex-Diensten. Gemäss Schnyder bestehen diesbezüglich aber regionale Unterschiede, vor allem zwischen Stadt und Land. «In Heimen ist es einfacher, Praktikantinnen zu begleiten. Bei der Spitex sind es die grösseren Dienste in den Bezirken Saane, Greyerz und Sense, die sich so organisieren können.» Der Spitex-Verband könne in diese Hinsicht wenig tun, so Schnyder: «Wir müssen die Realität unserer Mitglieder anerkennen.»

Spielraum für Spitex-Dienste sieht Schnyder bei Personen, die in den Beruf zurückkehren: «Das ist ein interessanter Gedanke. Für uns ist es zwar schwierig, da selber aktiv zu werden. Aber in Kombination mit einem Ausbildungsangebot ist da etwas möglich. Oft kommt auch Personal zu uns, das durch Spitalbetriebe ermüdet ist.»

Abhängig sind die Spitex-Dienste aber auch von den Dotationen durch den Kanton. Wie Erika Schnyder den FN sagte, sei für die Spitex-Dienste das Berechnungssystem des Pflegeaufwands nur schwer zu durchschauen. Insbesondere auch, weil der administrative Aufwand immer mehr Zeit in Anspruch nehme. «Fakt ist, dass wir in einigen Regionen genügend Personal haben und in anderen unterdotiert sind», so Schnyder. Der Spitex-Verband schlägt deshalb eine Art gemeinsamer Topf für Spitex-Personal vor. So könnten die Spitex-Regionen das ihnen gewährte Personal flexibler auf jene Regionen aufteilen, in denen gerade am meisten Bedarf besteht. «Die Gesundheitsdirektion hat sich offen für diese Idee gezeigt», so Schnyder.

Stellenplan

Jährlicher Ausbau des Personals geplant

Die Gesundheitsdirektion hat gestern bei der Versammlung des Spitex-Verbands eine Personalerhöhung bei den Spitex-Diensten in Aussicht gestellt. Nach 412 Vollzeitstellen 2016 sind für 2017 nun deren 427 vorgesehen. Die Direktion schlägt 2018 eine weitere Erhöhung um 20 Vollzeitäquivalente vor, und dann bis 2021 um je 18. So sollte es 2021 im Kanton 500 Vollzeitäquivalente geben. Die Planung muss im Rahmen des Finanzplans 2017 bis 2021 noch durch den Staatsrat genehmigt werden.

uh

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