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Schwitzen und Ackern im Tannengrün

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Harte körperliche Betätigung schon am frühen Morgen und dies völlig unbezahlt–nicht gerade das, was sich die meisten unter einem angenehmen Urlaub vorstellen. Für die freiwilligen Teilnehmer des Bergwaldprojekts Jaun sind strapaziöse Waldarbeiten an der frischen Luft jedoch genau die Abwechslung, die sie brauchen. «Manchmal muss ich einfach weg von Mail, Handy und Büro, zurück zur reinen Natur», sagt etwa Cornelius Bühler aus Wichtrach.

Der 55-jährige Bühler, der schon zum dritten Mal mit von der Partie ist, ist ein typisches Beispiel für einen Teilnehmer des Bergwald-Projekts: Er hat einen hektischen Alltag, steht im Büro stets unter Stress und Druck. Deshalb nehme er sich gerne Ferien, um sich so richtig abzurackern–auch wenn sich bei solchem Urlaub der Komfort in Grenzen hält.

 «Hier mache ich etwas Sinnvolles, etwas völlig anderes, als ich es sonst immer mache», findet auch Cindy Kählin, Hebamme in spe aus dem Kanton Schwyz.

Schutz vor Katastrophen

Ziel des Bergwaldprojekts ist es, die Wälder als natürlichen Schutz vor Gefahren wieder aufzupäppeln. Gerade in alpinen Gegenden wie Jaun sichern die Bäume Strassen und Häuser vor Steinlawinen, Erosionen und Hochwasser. «Würde dieser Wald dort nicht stehen», sagt der Bergwaldprojekt-Leiter Christoph Aeberli und zeigt auf das dichte Gehölz oberhalb der Strasse, die zum Jaunpass führt, «hätten Steinlawinen schon etliche Autos zerstört». Natürlich gehe es dabei auch um Umweltschutz, «in erster Linie geht es uns aber darum, Menschen vor Naturkatastrophen zu schützen». Auch sei es ein Anliegen, den Menschen zu zeigen, dass man sich um den Wald kümmern müsse. Der Kurs richte sich an forstliche Laien, auch aus städtischen Gegenden, die einen urbanen Lebensstil pflegen.

In den steilen Waldhängen Jauns arbeiten dieses Jahr insgesamt 31 freiwillige Helfer aus der ganzen Schweiz während zweier einwöchiger Schichten mit. Vorkenntnisse müssen die Freiwilligen keine haben, nur Ausdauer und einen starken Willen. Nahrung und Unterkunft werden den Teilnehmenden zur Verfügung gestellt–ansonsten sind sie kostenlose Hilfskräfte.

Neuer Pfad für Förster

Die Freiwilligen sind an verschiedenen Orten in Jaun platziert: Einige arbeiten an der Hauptstrasse, räumen den Hang frei, der die Erosions-Schutznetze umgibt. Unter der Leitung der Baslerin Jasmin Cantner reissen, schneiden, hacken sie. Cantner ist seit einigen Jahren Gruppenleiterin, normalerweise arbeitet sie als Informatikerin in einem Büro. «Ich bin einfach unheimlich gerne draussen», sagt sie.

Weiter oben, tief im dichten Wald, ackern fünf weitere Freiwillige. Ein kleiner Weg führt über Stock und Stein, vorbei an einem kleinen Wasserfall, zu einem abgelegenen Fleckchen Wald. Nur dank des Bergwaldprojekts existiert dort überhaupt ein Weg. Dieser wird seit zwei Jahren von den Teilnehmern gebaut, um den regionalen Förstern damit einen besseren Zugang zum Gehölz zu ermöglichen.

Laut Revierförster Vincent Castella soll der schmale Pfad nach seiner Beendigung zweieinhalb Kilometer lang sein. «Bisher war es für uns eine mühselige Angelegen- heit, in dieser Waldgegend zu arbeiten», so Castella. Dies solle sich dank dieses Pfades, der bis zur Ritzli-Alp führen wird, ändern.

Zum Projekt

195000 Arbeitstage seit Projekt-Gründung 1987

1987 wurde das Bergwaldprojekt im Zusammenhang mit der Waldsterbensdebatte von zwei Förstern gegründet. Schon bald wurde es von den Umweltorganisationen Greenpeace und WWF unterstützt, blieb jedoch eine eigenständige Stiftung. Arbeiten, die die Teilnehmer des Projekts ausführen, sind etwa Wegebau, Waldpflege, Biotoppflege, Pflanzungen, Wildschutzmassnahmen und Schlagräumungen. Der Sitz des Bergwaldprojekts ist in Trin, Graubünden. Das Bergwaldprojekt zieht von Ort zu Ort: 2014 wurden schon an 23 verschiedenen Bergwäldern Arbeiten durchgeführt, etwa in Giswil OW, Champéry VS oder Elm GL. Um auch die heimischen Gewerbe des Berggebiets zu fördern, werden alle Einkäufe in lokalen Lebensmittelläden getätigt. Nicht nur in der Schweiz konnte sich das Bergwaldprojekt durchsetzen: 1993 wurde das Projekt in Deutschland realisiert, im Laufe der Zeit kamen Österreich, Liechtenstein, die Ukraine und 2007 sogar Katalonien dazu. Nun blickt das Bergwaldprojekt auf 21 erfolgreiche Jahre des Waldrettens zurück, in denen insgesamt 37500 Freiwillige an 195000 Tagen Arbeiten zum Erhalt des Schutzwaldes geleistet haben.kf

 

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