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Sechs Millionen für Sprachforschung

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Autor: Fahrettin Calislar

Das Freiburger Institut für Mehrsprachigkeit kann bis ins Jahr 2014 jährlich 1,5 Millionen Franken für die Erforschung von Fragen rund um die Mehrsprachigkeit einsetzen. Eine erste Tranche von 1,5 Millionen Franken wurde bereits für den Aufbau des Kompetenzzentrums eingesetzt. Das Geld aus dem Bundesamt für Kultur wird für insgesamt neun Projekte aus drei thematischen Bereichen eingesetzt.

Damit kann das Institut (siehe Kasten) in seinem Kompetenzzentrum für Mehrsprachigkeit 13 neue Stellen finanzieren: drei für Projektleiter, zwei in der Administration und Dokumentation und fünf in der Forschung. «Damit wird unser Auftrag operationalisiert, wir können jetzt richtig starten», erklärte Alexandre Duchêne, Direktor des Instituts, auf Anfrage. «Dieses Mandat ist wichtig für unser Institut.»

Standort Freiburg vor Biel

2010 erklärte der Bund das Institut für Mehrsprachigkeit in Freiburg zum Standort für ein Kompetenzzentrum, welches sich um die Erforschung von Spracherwerb, Sprachenlernen und Sprachenvermittlung kümmern soll. Damit setzte sich das gemeinsame Projekt von Universität und Pädagogischer Hochschule Freiburg gegenüber dem Standort Biel/Bienne durch.

2011 wurde das Kompetenzzentrum lanciert und erhielt vom Bund den Auftrag, zusammen mit einer Steuerungsgruppe und vielen interessierten Stellen in der ganzen Schweiz ein Konzept zu erarbeiten. «Zu diesem Zeitpunkt war das Programm im Detail aber noch nicht klar», erinnert sich Duchêne.

Neun Projekte ausgewählt

Die neun nun in Freiburg behandelten Projekte stammen aus den zentralen Bereichen Spracherwerb, Sprachvermittlung und Sprachenpolitik. Konkret wird nun beispielsweise erforscht, wie die Kenntnisse der französischen Sprache von Dritt- bis Sechst-klässlern in einzelnen deutschsprachigen Kantonen und im Tessin sind.

In einem zweiten Projekt wird untersucht, welchen Einfluss die Herkunftssprachen von Kindern und Erwach- senen auf das Sprachenlernen haben. Die Grundannahme der Forscher ist: Wer eine bestimmte Sprache beherrscht, hat es einfacher, eine mit ihr verwandte Fremdsprache zu erlernen, als jemand, der überhaupt keinen Bezug zu dieser Sprachenfamilie hat. Dabei werden auch didaktische Fragen bei der Ausbildung von bildungsfernen Migranten behandelt. Dabei führt das Kompetenzzentrum die Arbeit eines nationalen Forschungsprogramms weiter.

Schliesslich werden neue Unterrichtsmaterialien in Italienisch und Rätoromanisch erarbeitet, um das Erlernen dieser Landessprachen zu vereinfachen.

Sprachen in der Verwaltung

Ein weiteres Untersuchungsfeld ist der Stellenwert der Minderheitssprachen in der Bundesverwaltung. Der Schwerpunkt liegt auf dem Personalrekrutierungsprozess und auf der sprachlichen Ausbildung des Personals. Schliesslich fragen die Wissenschaftler, inwiefern sich die Sprachkenntnisse oder deren Fehlen auf die Arbeitssuche auswirken.

Das zweisprachige Freiburg mit seinen Hochschulen wird vom Bund als Kompetenzzentrum für Mehrsprachigkeit gewürdigt.Bild Aldo Ellena/a

Mehrsprachigkeit: Forscher, die den Menschen gut zuhören

Das Freiburger Institut für Mehrsprachigkeit ist eine gemeinsame Institution von Universität und Pädagogischer Hochschule. Es wurde 2008 gegründet und beherbergt seit letztem Jahr das nationale wissenschaftliche Kompetenzzentrum mit einem Paket von Projekten zum Thema «Sprachen und Mehrsprachigkeit». Das federführende Bundesamt für Kultur hat eine entsprechende Leistungsvereinbarung mit dem Freiburger Institut abgeschlossen.

Am Institut selbst arbeiten rund 25 Mitarbeiter, die Aufträge kommen aus der ganzen Schweiz. So unterstützen Forscher aus dem Institut beispielsweise Behörden im Kanton Graubünden bei der Evaluierung der neuen rätoromanischen Amtssprache Rumantsch grischun.

Das Pflichtenheft des Instituts umfasst neben der eigentlichen Kernaufgabe, der Forschung, auch Dokumentation, Vernetzung und Thematisierung der Mehrsprachigkeit in der Öffentlichkeit. Der Auftrag des Bundes basiert auf der Sprachenverordnung von 2010, welche wiederum die Umsetzung des eidgenössischen Sprachengesetzes gewährleistet.fca

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