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See-Gemeinden geben Richtung vor

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Die Delegierten des Gemeindeverbands des Seebezirks haben den regionalen Richtplan am Donnerstagabend einstimmig genehmigt. «Dies ist ein historischer Moment», sagte der Oberamtmann des Seebezirks Daniel Lehmann in Kerzers. Gemäss dem Richtplan soll sich der Seebezirk künftig hauptsächlich in den fünf regionalen Zentren Courtepin, Gurmels, Kerzers, Murten und Vully entwickeln. Murten ist als Regionalzentrum festgelegt, die vier anderen Gemeinden als interkommunale Zentren. Mit den Zentren erhalten alle geografischen Regionen des Bezirks ihren Mittelpunkt.

Zweite Priorität hat die Siedlungsentwicklung in Gemeinden mit einem Bahnhof. Darunter fallen die Ortschaften Cressier, Fräschels, Galmiz und Pensier. Gemeinden ohne Bahnanschluss sollen ihre Bevölkerungszahl halten können, aber nicht weiter wachsen. Damit dies erreicht werden kann, erlaubt der Richtplan allenfalls auch in dezentral gelegenen Orten zusätzliches Bauland.

Oberste Priorität

Ein grosses Ziel, das der Gemeindeverband des Seebezirks mit dem Richtplan verfolgt, ist die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Damit will der Gemeindeverband unter anderem den negativen Pendlersaldo in den Griff bekommen. Negativer Pendlersaldo heisst, dass mehr Arbeitskräfte den Wohnort im Seebezirk verlassen, um ausserhalb der Region zu arbeiten, als dass ausserhalb Wohnende in den Seebezirk kommen, um zu arbeiten. Herzstück der Arbeitszonen der Region ist die strategische Zone Löwenberg zwischen Murten, Muntelier und Galmiz: Dank der Nähe zur Autobahn und zur Moosstrasse Richtung Neuenburg birgt der Standort laut dem Plan ein grosses Entwicklungspotenzial.

 Auf einer Fläche von 60 Hektaren berge die strategische Zone Löwenberg ein Potenzial von rund 200 000 Quadratmeter Geschossfläche, was je nach Dichte der Überbauung die Schaffung von 1800 bis 3000 Arbeitsplätzen ermögliche. Die Zone Löwenberg planerisch zu konkretisieren, hat für den Gemeindeverband des Seebezirks in den nächsten zehn Jahren oberste Priorität. Murten-Gurwolf sowie Kerzers sind Arbeitszonen von kantonaler Bedeutung, Bas-Vully, Gurmels und Courtepin haben regionale Bedeutung.

Richtplan ist fakultativ

Mit dem Richtplan verfolgt der Gemeindeverband das Ziel, die Entwicklung der Region mitbestimmen zu können: «Die Erarbeitung eines Regionalplans ist fakultativ», sagt Lehmann. Laut dem Oberamtmann ist es aber ein sinnvolles und notwendiges Instrument zur Selbstbestimmung. «Wenn wir die regionalen Zentren nicht selber bestimmen, macht es jemand anders.» Zudem bedeute der Plan eine gestärkte Position gegenüber dem Kanton. Mit dem Raumkonzept soll die Zersiedelung verhindert und damit dem neuen Raumplanungsgesetz Rechnung getragen werden: «Es ist wichtig, den Richtplan in diesem neuen Licht zu sehen», sagte der Raumplaner Heinrich Hafner. «Er schafft nicht Beschränkungen, sondern Gelegenheiten.» Denn die Gemeinden hätten mit dem revidierten Bundesgesetz über die Raumplanung in Zukunft weniger zu sagen, «dafür liegt mehr Entscheidungsgewalt beim Kanton». Die Kantone sind für die Umsetzung der eidgenössischen Vorgaben zuständig. «Sie verlangen künftig, dass die Planung der Gemeinden regional abgestimmt sind», sagt Hafner. «Und hier kommt der Richtplan zum Zug.»

Das Inkrafttreten des neuen Richtplans auf kantonaler Ebene ist für 2019 vorgesehen. Am 29. Januar führt der Kanton einen Infoabend zu dem Thema in Murten durch.

Chronologie

Totalrevision des ersten See-Richtplans

Der erste regionale Richtplan des Seebezirks trat1992in Kraft.2004erfolgte eine Teilrevision im Bereich Natur und Landschaft.2007begannen die Grundlagenarbeiten für die Totalrevision. Präsident der Arbeitsgruppe Raumplanung ist Pierre-André Burnier, Syndic von Bas-Vully. Nach einer längeren Entwurfsphase stellte die Arbeitsgruppe ihr Dossier2014Vertretern der Gemeinden und Grossräten vor. Anschliessend reichte der Gemeindeverband des Seebezirks den Richtplan beim Kanton zur Vorprüfung ein. Zudem fand eine öffentliche Vernehmlassung statt. Das Gutachten des Kantons stellte dem Dossier im August 2014 ein gutes Zeugnis aus und verlangte nur kleinere Anpassungen. Die bereinigte Version, die am Donnerstag beschlossen wurde, enthält auch Anregungen der Gemeinden aus der Vernehmlassung.emu

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